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Warten auf den Führer -
an Führers Geburtstag ist alles vorbei

Am 20. April ist alles vorbei.

Was haben sie sich angestrengt: Unsere Krisenführer!

Krisen benötigen starke Führer, so meint man oft,
in Wirklichkeit braucht man Vernunft, Ideen und Besonnenheit.

Am 20. April soll also vorerst alles vorbei sein,
doch nach den Corona-Toten stirbt die Hoffnung zuletzt.

Die Virologen beschwören immer wieder,
wahrscheinlich zu recht, dass "Alles" nur der Anfang sei.

Von was Bitteschön?

Von Bigotterie, Pharisäertum und Lügen?
Nein, hoffentlich eher deren Ende!
Doch die Zeichen stehen nicht gut.
Sie deuten Sturm an.

Der soziale Sturm auf die Ämter hat bereits begonnen.
Keiner hätte gedacht, dass das Leben von Menschen
in prekären Verhältnissen noch prekärer werden kann.

Doch die Politik ist nach wie vor auf der Seite des "Mittelstandes".

Was also wird sich ändern nach Führers Geburtstag?

Die gleichen Personen werden weiter über Wohl und Wehe
der Mehrheit alle Bürger entscheiden.
Sie werden wieder bestimmen, wann Kurzarbeit für uns startet
und wann Kurzarbeit für uns endet, weil sie uns brauchen,
und nach der Krise um so mehr, wenn sie nicht Robotern
statt uns neue Arbeitsverträge geben können.

Nun, meine Frau und ich, wir gehören wohl mit unseren Einkommen
zum Mittelstand der Gesellschaft, sicher nicht zum oberen,
aber wir kommen gut aus, wenn auch nicht immer miteinander ;-)).

Zudem bin ich alt und meine Bronchien sind schwach,
gute Gründe also sich über die Quarantäne zu freuen,
weil dadurch das Risiko eines Infektes,
wenn auch nicht eines Infarktes,
deutlich gemindert wurde.

Ungern würde ich an diesem grässlichen Virus erkranken,
aber einen Großteil meines Lebens habe ich bereits
vom Schicksal geschenkt bekommen,
und wenn der Rest auch kürzer oder schwerer
werden sollte, so ist die Gesamtrechnung schon im Plus.

Letztendlich stirbt aber doch jeder für sich allein,
und die Angst vor dem Tod kann wohl keiner leugnen.
Meine deutlich jüngere Frau mag da besorgter sein,
aber zumindest ihre beruflichen und auch die
gesundheitlichen Perspektiven sind eher gut.
Insoweit haben wir also jeden Grund zufrieden zu sein,
aber wir sind ja auch keine Risikoträger.

Das Risiko das tragen die Lufthansa oder der Kaufhof,
die ihre Miete nicht mehr bezahlen können, oder besser wollen.

Das Risiko tragen grenzenlos überbezahlte Fußballspieler,
weil die Stadien leer bleiben und Ihre Fans Hartz IV erhalten.

Die Stars aus Musik, Film und Fernsehen
müssen auf unsere "Anwesenheit" verzichten,
denn sie leben doch von unseren Tickets, Gebühren und dem Applaus.

Die Weltwirtschaftsführer, Investoren Fonds und Couponschneider,
haben Ihre Aktienpakete entwertet bekommen und
die ärmsten aller Schweine, die Politiker(innen) werden von
allen dafür gescholten.

Was also wird sich ändern nach Führers Geburtstag?

Wahrscheinlich kaum etwas!

Dabei wäre es doch an der Zeit nicht nur den Mittelstand,
sondern gerade auch "die da unten" an den Entscheidungen
zu beteiligen, Ach ja, richtig, das habe ich gerade vergessen,
"die da unten", die Verdummten der Gesellschaft, die wählen
ja, so die Statistik und die Empirie, verstärkt die AfD.

Warum diese Menschen an Lösungen beteiligen,
bei denen sie eh die falschen Entscheidungen treffen?
Und eine Wende in der Einkommens- und Sozialpolitik,
also mehr Vorsorge und Fürsorge, um nicht von heute
auf morgen doch wieder durchs soziale Netz zu fallen?
Wird es nach Führers Geburtstag ein Recht auf
eine angemessene Arbeit und eine ebensolche Wohnung geben?
Wird auch die Bildung wieder auf gerechtere Beine gestellt?
Sicher nicht, denn der Mensch „an sich“ ist ja so vergesslich!
Und vor allem: Der Bürger verzeiht alles!

Nach Führers Geburtstag wird in den Elitehaushalten
sicher noch mehr BIO gegessen werden.
Es werden für die Flugmeilen noch mehr Bäume
gepflanzt werden und die VIPs warten schon
auf die nachfolgenden Chancen für die Vermarktung
ihrer Benefiz-Aktivitäten. Charity for Ever!

Die Chinesen, die Russen, die Ungarn und die Türken,
die haben es also richtig gemacht.
Die haben bereits einen Führer.
Aber irgendwie geht auch diese Rechnung nicht auf,
denn auch die USA und die Briten haben einen
gefestigten Führer und trotzdem wütet das Virus weiter.

Die Russen, die haben es da einfacher,
dort gibt es so etwas wie ein Recht auf Arbeit,
aber tatsächlich kein Recht auf ein adäquates Einkommen.

Und die Chinesen, die haben ein digitales Soziakontrollsystem,
das nur die Oligarchen in gewisser Weise ausschließt,
aber ansonsten wird alles "gerecht" zugeteilt.
Corona für Alle, so lautet die Devise.

Aber bewundernswert scheint es doch,
mit welcher Konsequenz der Führer dort
ein Milliardenvolk vor dem Untergang gerettet zu haben scheint.

Noch zweifeln wir zu recht, ob der gute Onkel Xi Jinping
ein guter Führer war, aber die demokratischen Rechte
auf Freiheit und Demokratie werden inzwischen zur
Bekämpfung von Corona nicht nur in Asien infrage gestellt.
Söde(r)m geht eben vor Ödem, wie der Bayer sagt.

Ach ja richtig, das Virus stammt ja gar nicht aus
Wirtschaft und Politik sondern aus der Natur,
und für die ist ja nur der „liebe“ Gott verantwortlich.
Also ist der gefälligst schuld, und das hat ja damals
auch schon der Führer gesagt.

Bleibt noch nachdem das Virus irgendwann in 2021
bekämpft sein wird, und wir wieder auf den Status
vor Führers Geburtstag zurückkehren können:
der leidige Klimawandel.

Aber haben wir Menschen, vor allem im Süden,
uns nicht schon immer an Veränderungen angepasst?
Sind nicht die entscheidenden Fortschritte in Mathematik,
Astronomie, Philosophie, Technik und Politik
ursprünglich nicht eher südliche Produkte?

Ist nicht die Kargheit von Wüsten die Voraussetzung
die Natur und das All zu kontrollieren und über
neue Lösungen zur Schaffung von Wohlstand
in Klugheit nachzudenken?

Genau dafür haben wir doch den Mittelstand!

Der ist der eigentliche und geborene Risikoträger.

Schade nur, dass niemand sieht, dass die Beschäftigten
in den Mittelstandsbetrieben die wirklichen Leistungsträger
oder besser auch Lastenträger sind, auf deren Rücken sich der
obere Mittelstand bisher genüsslich ausruhen konnte.

Ja, aber vom Mittelstand genau sind in der Geschichte doch
immer die besten Ideen gekommen - man nennt das
auch Unternehmertum - weil diejenigen, die rund um die Uhr
arbeiten mussten, währenddessen nichts unternehmen konnten.
Also die Unternehmer werden weiter unternehmen und
ihre Mitarbeiter werden weiter arbeiten.
Arbeitgeber geben Arbeit und die anderen nehmen sie einfach.
Fast könnte man dabei von Diebstahl sprechen.

Schade nur, dass kaum jemand merkt, dass viele der Ideen
derer da oben von denen da unten stammten,
sich aber nur für die da oben entsprechend
ausgezahlt haben.

Bleiben noch die kleinen Unternehmer,
die selbst mit Maxiaufwand Minieinkommen erhalten.
Selber schuld, sagt der Mob, das aber wird auch
nach Führers Geburtstag keine weise Meinung sein.

Seien wir insofern jedoch nicht wirklich ungerecht!

Sozialer Wohlstand ist in der sozialen Marktwirtschaft
allen zugute gekommen, nur denen vielleicht nicht,
die in der Dritten Welt die Zeche für unsere
Wohlstandspartys zahlen mussten.

Ach ja, und die stehen jetzt vor den Toren und wollen
zu uns. Wir aber werden sie weiterhin nur solange
zu uns lassen, wie wir sie „brauchen“, als Erntehelfer,
Dönerlieferanten und Altenpfleger. Und letzteres
könnte mich schon bald selbst treffen.

Also doch gut, das alles so bleibt, wie es war:

Vor Führers Geburtstag!