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Die AfD gehört zu uns

 

Fast könnte man wie der ehemalige und wenig geliebte Bundespräsident Wulff paraphrasieren: „Die AfD gehört zu uns!“ Ausgrenzung von Menschen ist die Vorstufe zur Menschenverachtung, und Menschenverachtung ist die Vorstufe zur Menschenvernichtung. Wie immer man über Wulff und dessen nach wie vor unseriöse Eskapaden denken mag, der Satz, der Islam gehört zu uns, greift tief in das deutsche Seelenleben ein und provoziert ebenso, wie er befriedet. Es war ein kluger Satz, wahrscheinlich sogar zur rechten Zeit am rechten Ort gesprochen von einem Präsidenten, der sich ansonsten weniger durch Klugheit ausgezeichnet hat.

Schon seit Monaten beobachte ich, wie sich sukzessive eine öffentliche Meinung unter den „Gutmenschen“ herausschält, die es dem „liberalen“ Mob und Stammtischgrünen wie –linken zu erlauben scheint, politisch Andersdenkende, vor allem dann, wenn sich diese mit nationalistischen bis rassistischen Thesen öffentlich zu profilieren versuchen, auf ähnliche Art und Weise so zu denunzieren und zu diffamieren, wie diese "Opfer" wiederum ihren Gegnern, die sie als „Feinde“ betrachten, die menschliche Würde absprechen.

Ein Teufelskreis der gegenseitigen Verachtung und Missachtung schraubt sich in einer Spirale auf ein erschreckendes Niveau.


Da wählt eine starke Minderheit der Bundesbürger eine Partei, die der Geschmacklosigkeit und der Dummheit zu frönen scheint, und daraus leiten die Akteure der „Neuen Verachtungsgesellschaft“ das Recht ab, sowohl deren Wähler als auch deren Mitläufer an den Pranger zu stellen. Es fehlt eigentlich nur noch der öffentliche Ort, an dem man diese entweder anspucken oder am besten gleich aufhängen kann und darf. Die niederen Instinkte, die dem jeweiligen politischen Gegenüber unterstellt werden, entpuppen sich dabei als die triebgesteuerte Unvernunft des Hasses und der Verachtung, die im zwischenmenschlichen Verkehr noch nie von Vorteil waren.

Natürlich lädt man solche Parias nicht zu ernst zu nehmenden politischen Debatten ein, wenn überhaupt, dann will man sie möglichst am Nasenring vorführen, am besten sollen sie gleich vor den Zuschauern und Zuhörern ein öffentliches Schuldbekenntnis wie zu Zeiten von Maos Kulturrevolution in China ablegen, dass sie noch leben, obwohl sie eigentlich längst ihre Daseinsberechtigung verloren haben. Fast könnte man annehmen, dass man den Vertretern von AfD-Positionen durch die öffentlich-rechtliche Benachteiligung im Meinungskampf eine schonende Glocke überstülpen möchte, um ihnen die Peinlichkeit ihres jeweiligen Auftritts zu ersparen, oder um uns Zuhörern und Zuschauern vor der Chance zum Fremdschämen zu bewahren. Auf jeden Fall entmündigt diese Doktrin der expliziten oder impliziten Gesprächsverweigerung nicht nur die Akteure, Wähler und Politiker der AfD sondern uns Bürger ganz allgemein, weil man uns für unfähig hält uns selbst gegen Unmenschlichkeit und Rassismus zu immunisieren.


Nun gab es aber in meinem persönlichen Leben sowohl einen konservativen bis reaktionären Onkel als auch einen ebenso denkenden Stiefvater, an dessen jeweiligen Gräbern ich trotz meiner völlig „gegensätzlichen Gesinnung“ mit tiefer Trauer und Dankbarkeit gestanden habe, weil sie in meinem Leben eine wichtige und gewichtige Rolle spielten.


Wie weit muss es mit einem „fortschrittlichen“ und pseudo“liberalen“ Menschen eigentlich kommen, dass er anderen Menschen sowohl das Rede- als auch sogar das Existenzrecht abspricht, nur weil man meint auf diese Weise dem Humanismus gegen den aufkeimenden Antichristen zum „Durchbruch“ helfen zu können. Dabei wird der „Zwang zur Korrektheit“ mit dem „Schutz der Persönlichkeit“ verwechselt, der ebenfalls nicht ohne gewaltsame Eingriffe in die Handlungen des Rechtsbrechers auskommt. Während letztere Gewalt sich aber aus der Prämisse der „Ultima Ratio“ legitimiert, greift die Ratio der Korrektheit auf den Gedanken des „Wehret den Anfängen“ zurück, „putative geistige Notwehr“ so zu sagen, und da schießt man eben mal gerne durch die geschlossene Tür, bevor überhaupt gerichtlich geklärt ist, ob der inkriminierte Übeltäter denn faktisch und tatsächlich straffällig geworden ist.


Sehr schnell wird alles und jeder, was auch nur in den Verdacht kommt über den positiven Heimatbegriff hinaus national zu sein, in einem rechtsradikalen oder gar faschistischen bis nationalsozialistischen „Dunstkreis“ verortet, obwohl das Hochhalten des Regionalen bei vielen betroffenen Personen wohl eher ein Ausdruck der Angst vor dem Verlust der eigenen liebgewordenen Milieus ist.

Was ein Erschrecken! Ein sicherlich mehr als umstrittener gewählter Abgeordneter und Politiker der AfD wird im Rahmen einer Kunstaktion überwacht, mit seinem privaten Wohnort öffentlich denunziert, und seine Familie kann sich insofern vor Eingriffen in die Privat- und Persönlichkeitssphäre durch aufgebrachte Dritte nicht mehr wirklich sicher sein. Björn Höcke hatte zuvor in einer öffentlichen Rede das Holocaust Denkmal neben dem Brandenburger Tor als „Schandmal“ bezeichnet, ein Denkmal das den gemeinsamen Willen der Demokraten im Deutschen Bundestag ausdrücken soll, solche Gräuel an Menschen durch Deutsche nie wieder zuzulassen. „Gegen Nazis wenden wir Nazimethoden an“ sagte Morius Enden vom verantwortlichen ZPS. Nun kann man über Geschmack natürlich streiten, vor allem dann, wenn er vom Zentrum für Politische Schönheit (ZPS) auf eine Weise diktiert wird, die mit „künstlerischen Mitteln“ Redeverbot für „falsches Denken“ erteilen möchte. Nur, wer Nazimethoden anwendet, wird allzu schnell, und manchmal sogar ohne es selbst zu merken, zum wirklich brutalen Nazi! Die jungen Mörder der NS-Zeit, die erst mit „guten“ heimatverbundenen Motiven zu den Nationalsozialisten gestoßen sind, haben eben nicht reflektiert, dass die Fremdverachtung, die sie oftmals erfahren hatten, meist vielmehr in der ursächlichen Eigenverachtung gründet. Demokratie setzt eben persönliche menschliche Stärke und Selbstbewusstsein und die gegenseitige Akzeptanz unter den gleichberechtigten Beteiligten voraus; Selbstmissachtung, Selbstverleugnung und Selbstaufopferung sind hingegen die Vorstufe zur Selbstvernichtung, die sich historisch gerne in der Fremdvernichtung ihren Ausdruck und Spielball gesucht hat.

Dabei macht es die AfD dem politischen Gegner im demokratischen Wettbewerb doch leicht. Sie hat kein überzeugungskräftiges Programm. Gäbe es nicht ein aktuelles Protestklima wegen der fälschlich behaupteten offenen Grenzen, dann wäre das deutschtümelnde Grundsatzprogramm doch längst aus der Zeit. Das Familienmodell der AfD ist maximal sektentauglich. Die Menschen in Deutschland leben nicht mehr wie in den 30er Jahren, als solche Ideen noch fruchtbaren Boden finden konnten. Schon in Kürze wird sich die AfD deshalb wahrscheinlich überlebt haben. Fraglich bleibt höchstens ob sie die ewig Gestrigen aus CDU und CSU auf Dauer an sich zu binden vermag. Und wenn jetzt auch noch die FDP mit ähnlich fremdenfeindlichen Positionen österreichische Verhältnisse herbeireden möchte, dann lässt eine Deutsche FPÖ wohl kaum noch Spielraum für diesen zusammegewürfelten in sich zerstrittenen Verein. Die AfD saugt in erster Linie die konservativen bis reaktionären Positionen aus den etablierten konservativen Parteien heraus und entzieht ihnen dadurch die legislative wie exekutive Teilhabe. Das sollten die expressiv fortschrittlichen Menschen doch eigentlich positiv finden.


Axel Eggebrecht, der große deutsche Journalist und Schriftsteller, hat das Übel der Aufarbeitung des Nationalsozialismus darin gesehen, dass man in der Nachkriegszeit den gläubigen Anhängern des Regimes und dessen Schergen nur einfach die Sprache verboten hat, anstatt sie in einer offenen politischen Auseinandersetzung und Aufarbeitung der Ursachen der Verbrechen des Nationalsozialismus in den jungen Jahren der Bundesrepublik in ihrer „Erbärmlichkeit“, „Feigheit“ und sicher auch „Widerlichkeit“ durch sich selbst zur Sprache zu bringen. Nach wie vor ist die amerikanische Verfassung, was das Rede- und auch sogar das „Beleidigungsrecht“ betrifft, in dieser Hinsicht viel weiter als wir, auch wenn deren Demokratie zumindest aktuell rückschrittlicher als die unsere zu sein scheint. Die sprachliche und gedankliche Provokation ist ganz grundsätzlich ein elementarer Teil einer modernen bürgerlichen Demokratie.


Ein Höcke entlarvt sich doch selbst. Nur wer kein Vertrauen zur Strahlkraft des Humanismus besitzt, wird mit Ausgrenzung und Verboten auf „Ausgrenzer“ reagieren. Dabei sollten sich solche „Korrekten“ doch einmal fragen, wieviel verfehltes Deutsches „Korrektum“ in ihnen selber steckt, und ob der „vorweggenommene Gehorsam“ selbst gegenüber einer falsch verstandenen Doktrin des Humanismus nicht in Wahrheit der Ausdruck eines Untertanentums ist, das Hannah Arendt so trefflich als die „Banalität des Bösen“ beschrieben hat. Ein Höcke ist eben nur banal und hat auch nur Banales mitzuteilen, ebenso banal sind aber auch die Pressekonferenzen und die Aussagen einer Bundeskanzlerin, die die Banalität zum Regierungsprogramm gemacht hat. Frau Merkel kann man weder bösen Willen noch luziferische Ambitionen unterstellen, sie ist eben wie die Mehrheit von uns Deutschen an sich nur banal, und damit hat Deutschland in seiner Banalität auch die Kanzlerin, die es verdient.

Nach den Konflikten der 60er, 70er und 80er Jahre, hat sich in Deutschland generationenübergreifend nun eine neue Harmoniesucht breitgemacht, die die produktive Kraft zur Veränderung auf der Basis von Konflikten durch eine Harmoniesoße zu ersticken droht, die die eigentliche Klimakatastrophe in den wohlhabenden Ländern ausmacht.

Möglichst alles erhalten, so wie es ist, und ein wenig symbolische Umweltpolitik, damit wir uns in Vertrauen auf unsere wirtschaftliche Stärke die „Unter“menschen aus den anderen Ländern und Kontinenten vom Leibe halten können.

Veränderung braucht stattdessen radikale Einsicht und den innovativen Mut, und beide dieser nützlichen Phänomene sind eben nicht banal. Die Vorsicht und Nachsicht hingegen, die eher konservative Menschen einfordern, werden durch diese Wahrheit in keiner Weise denunziert. Nur Überzeugungskraft gepaart mit der nötigen Demut schafft Veränderung, weil sie auf die Attitude des Siegers verzichtet. Wer den Mut zur Veränderung nur heroisiert und die alltägliche Angst und die normale menschliche Sorge nur stigmatisiert, der hat eben die Dialektik der Aufklärung nicht begriffen.

Fortschritt ist ein Prozess des stetigen Austarierens von Positionen, und da können die explizit Rückschrittlichen manchmal sogar die Fortschrittlicheren sein, dies zeigt sich nicht zuletzt in der „Heimat bewahrenden“ Dimension der Umweltdebatte.

Also liebe Mitbürger(innen), Freund(inn)e(n) und Kolleg(inn)en, lasst ruhig einmal die innere Sau raus, gebt dem Affen Zucker, aber lasst euch eben nicht nur von Euren Emotionen und Ambitionen bis zur Unkenntlichkeit und Boshaftigkeit ohne Respekt füreinander versklaven.

Wenn Euer Handeln sich nach Kant von der Richtschnur leiten lässt, dass wir uns so verhalten sollten, dass aus dem jeweiligen Wirken ein sozial akzeptiertes Gesetz werden kann, dann liegt Ihr, dann liegen wir richtig, weil wir dann eben nicht mehr nur fest liegen und uns fest legen, sondern weil wir dann vor Lebendigkeit sprühen und uns lebhaft – wohin auch immer - bewegen. Und nicht alles, was uns Spaß und Vergnügen bereitet kann zum „Gesetz“ werden. Wer die Ideale und Ziele so hoch schraubt, dass wir kein Recht mehr haben privat zu sündigen, der hat die Natur von uns Halbaffen nur wenig begriffen.

Der "Mythos des Sisyphos" bei Camus, als eine Philosophie des Absurden, fordert uns wie auch Hannah Arendt mit ihrer "Vita Activa" immer wieder zur "Arbeit" auf, Arbeit aber vor allem an uns, und dann auch zusammen mit anderen. Um diese Arbeit wollen sich sowohl die bitteren alten Besserwisser und Nörgler der AfD als auch die modernen mitmachenden und vorteilnehmenden Gutmenschen einer pantheistischen und nicht qualifizierten Ökologie herumdrücken. Beide Lager wollen partout nicht glücklich sein und möglichst auch nicht glücklich werden, denn Glück und Zufriedenheit würden beiden ihre jeweilige ideologische Substanz entziehen, und machen sie so - als nur lästernde "Beifahrer" der Gesellschaft - mehr oder weniger obsolet. Und genau davor fürchten sie sich natürlich. Niemand möchte schon vor seinem eigenen Tod gestorben sein. Nur deshalb sprechen sie sich, häufig ohne es zu wissen oder ohne sich dessen bewußt zu sein, gegenseitig das jeweilige Existenzrecht ab. Dabei kann man sich doch nach Camus den Sisyphos, der den Berg und den Gipfel nie bezwingen wird, dennoch als einen glücklichen Menschen vorstellen. Nicht als "Homo Deus" (Yuval Noah Harari) sollten wir uns gegenseitig kennen, wertschätzen und in Einzelfällen sogar lieben lernen, sondern als "Homo defectus" sind wir geboren und in die Welt gestellt. Defectus heißt in diesem Zusammenhang eben nicht nur "verlassen" und "einer Sache beraubt", sondern vielmehr sind wir, wenn auch "geschwächt, schwach und entkräftet", so doch immer auch Sieger über uns selbst und können entsprechend stolz darauf sein.

Nicht im Absoluten, sondern im Relativen liegt unsere Chance. Die Wut macht blind. AfD und Gutmenschen ersticken sich selbst in ihrem blinden Hass aufeinander. Wenn ich aber, als mitdenkende und mitfühlende "persona", erkenne, dass die Sehnsucht nach Heimat eines AfD-Wählers "relativ" menschlich verständlich sein kann, und sich die Harmoniesucht des Gutmenschen als eine übersteigerte Geste der Forderung nach einem humanen Miteinander ebenso "relativ" wohlwollend interpretieren läßt, dann verlieren beide für den Beobachter ihren abschreckenden Grundsätzlichkeitscharakter. Und erst vor diesem Hintergrund sind "gemeine" und "gemeinsame" Gespräche möglich (Ivan Illich). Wolfgang Schmidbauer "Die Angst vor Nähe", Erich Fromm "Die Kunst des Liebens" oder Hans-Joachim Maaz "Der Gefühlsstau", sie alle thematisieren die seelische Verkarstung, die uns als Schattenseite des menschlichen Strebens durch die gesamte Menschheitsgeschichte begleitet. Max Stirner hat uns darüber hinaus gezeigt, dass der Einzige vor allem sich selbst als sein Eigentum besitzen kann und über sich selbst so verfügen sollte, und dass der kluge Mensch dieses Eigentum nicht durch mehr Geld und "Besitz" sondern vor allem dadurch zu mehren versteht, indem er sich dem absurden Zwiespalt stellt, ein Einziges zu sein, aber von des Anderen Gnaden, wobei wir schon wieder bei Martin Buber sind.

Schuldanerkenntnis ist die Voraussetzung für Schuldentilgung. Nicht die Beschwörung der Schuld der Anderen sondern die Tilgung der eigenen Schuld macht glücklich und zufrieden. Dies bedeutet Verantwortung für sich und erst dadurch Verantwortung für andere zu übernehmen. Dieser ethische wie moralische Diskurs ist die Voraussetzung für die Anerkennung politischer Differenzen in der Öffentlichkeit. Nicht die Differenz ist das, was Schuld in die Welt setzt, sondern die falsche und unangemessene Art wie wir mit Differenz und Unterscheidung untereinander umgehen.


Solch eine offene Begegnung und Bewegung, diese Kreativität und Veränderungsbereitschaft, die braucht es doch für die Lösung von gravierenden Problemen in Wirtschaft, Technik, Umwelt, Wissenschaft und Kultur: Qualitatives Wachstum aus der Position einer inneren Stärke heraus. Selbst wenn man von den eigenen Ideen und Lösungsvorschlägen überzeugt ist, müssen deren Widersacher doch das unbedingte Recht haben, die Nützlichkeit, die Sinnhaftigkeit von Ideen, Konzepten und Technologien zu hinterfragen. Dazu gehört eben auch die Frage danach, ob unsere Gesellschaft durch die Konfrontation mit einwandernden Menschen und deren Kulturen für einen wichtigen Teil unserer „geliebten“ Kernbestände an Bedeutung verliert. Da werden plötzlich eingefleischte Patriarchen rhetorisch zu den Verfechtern von „women’s lib“ und bornierte Kleriker westlicher Religionen beklagen den Fundamentalismus des arabischen Ostens. „Wie albern ist das denn!“, würde man in Newspeak sagen.

Die AfD gehört zu uns, weil sie ein Teil unseres Gemeinwesens ist, und weil Menschen, die AfD gewählt haben, auch wenn mir dieser Verein persönlich eher dümmlich erscheint, eben nicht dumm sind; und zwar deshalb, weil prinzipiell kein Mensch dumm ist sondern höchstens wenig gefördert und in seinen Perspektiven begrenzt. Wer aber ist schuld an diesen „Begrenzungen“? Vor allem diejenigen, die das grenzenlose Recht der „Entgrenzung“ ihres Handelns für sich in Anspruch nehmen: wir finanziell, bildungsmäßig und kulturell Privilegierten also, die nach der Inanspruchnahme unserer Vorteile, die Nase über die „Zurückgebliebenen“ rümpfen und unsere "Vorsprünge" im Alltag schonungslos ausnützen. Die AfD gehört schon deshalb zu uns, weil viele unter uns, das in ihnen selbst Zurückgebliebene - höchst selbstgefällig und ignorant - möglichst weder zulassen noch zur Kenntnis nehmen wollen. Sonst würden wir nämlich vor genau dem erschrecken, wie sehr die AfD eben doch auch zu uns gehört, in uns versteckt ist, und zudem in uns so erhabenen Demokraten vielleicht nur subtil wirksam sein könnte, wenn wir die Anderen zu Affen machen, anstatt uns selber als solche zu begreifen

Ein wenig Psychoanalyse könnte da weiter helfen.

Sehenswert dazu (inzwischen auch in der ARD):
Gewalt & Bedrohung gegen AFD-Politiker

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