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Aktion:
Ich schenke meine Stimme der Jugend!


Anläßlich der Bundestagswahl und der Wahl der Abgeordneten des Berliner Landesparlamentes im September 2021 habe ich mich entschlossen meine Stimme der Jugend zu schenken.

Eigentlich ist das ganz einfach.

Ich habe meine Nichten und Neffen und auch meine Tochter darüber informiert, dass ich persönlich die Menschen meines Alters inzwischen politisch in den Parlamenten aber auch als wählende Bürger für überrepräsentiert halte. Hinzu kommt dass wir Alten uns häufig viel zu sehr auf die Einstellungen und Neigungen konzentrieren, die wir im jeweils unterschiedlich langen Leben erworben und damit zugleich auch in uns "verfestigt" haben.

Der Vorteil des Alters ist eine gewisse Unabhängigkeit bei Entscheidungen, denn mancher Ehrgeiz der Jugend kann auch sehr schädlich für die vernünftige Abwägung von Argumenten sein. Schon deshalb spielten die Alten in der Griechischen Demokratie so eine besondere Rolle. Inzwischen haben sich die Lebensverhältnisse aber deutlich geändert. Während früher ein langes und erfülltes Leben, so wie heute, eher die Ausnahme war, hat sich die Alterspyramide deutlich zu Ungunsten der Jugend entwickelt. Die Weisheit des Alters ist zudem eine Chimäre, der die Gier vor allem unserer weißen alten Männer in wichtigen wirtschaftlichen, politischen oder religiösen Ämtern bis in das hohe Alter hinein eher Hohn spricht.

Zur Lösung zukünftiger Probleme ist aber Flexibilität und Kreativität angesagt, die wir Älteren, mit Verlaub, häufig verloren haben.

Auch für die Teilnahme im Straßenverkehr beispielsweise sollte irgendwann "Schluß" sein, vor allem dann wenn uns die angemessenen Reaktionen fehlen, und wir insofern sogar zu einer Gefahr für die Menschheit werden. Meine Mutter ist mir insofern ein großes Vorbild, denn sie hat - genau im richtigen Moment - "den Lappen" abgegeben. Dann, wenn wir uns bereits unsicher als Führerin oder Führer eines Fahrzeuges im Straßenverkehr fühlen, sollten wir ebenfalls "freiwillig" einfach den Führerschein abgeben. Ähnlich sehe ich dies auch mit dem individuellen Wahlrecht.

Nun sollte es aber natürlich keine gesetzlichen Schranken geben, ab welchem Alter man nicht mehr wählen sollte, oder gar wählen darf, selbst dann wenn wir Alten zudem auch bekanntermaßen häufig noch infantiler, ein wenig kauziger oder gar unreifer werden.

So wie wir auch eine gewisse Reife für Entscheidungen von Kindern fordern, bevor sie ein Wahlrecht erhalten, so sollten wir uns selbst prüfen, ob wir noch reif genug sind die Zukunft mit den nötigen mutigen und notwendig kritischen Entscheidungen zu meistern, die unter Umständen auch Einschränkungen von uns verlangen, um die Jugend nicht mit zu hohen Ansprüchen an Renten und Pensionen zu belasten. Alter geht häufig auch mit Ideologie einher. Ja, auch ich habe meine festen Überzeugungen und Standpunkte, aber kann an diesen auch selbst wieder rütteln oder gar zweifeln, indem ich der Jugend einfach das Recht einräumen möchte eigene Wege zu gehen, selbst dann wenn sie aus dem eigenen Blickwinkel vielleicht sogar eher unvernünftig erscheinen.

Eine Frau Baerbock ist beispielsweise für mich persönlich als Kanzlerin eigentlich unwählbar, was ich an anderer Stelle bereits detailliert beschrieben habe, aber darf ich aufgrund der eigenen Sympathie oder Antipathie durch eine damit verknüpfte Wahlentscheidung den jungen Menschen gegebenenfalls, wenn diese anders als ich einen Aufbruch mit den Grünen trotz einer Baerbock eher wünschen oder notwendig halten, das politische Wasser abgraben? Wenn der Finanz- und nach meiner Meinung auch sonstige Spießer Scholz trotz meiner Gegenmeinung Vertrauen bei einzelnen jüngeren Menschen finden sollte, und diese es selbst anders als ich persönlich vorziehen durchaus auch selbst ein wenig ängstlich und spießig zu sein, soll ich dann darüber granteln? Der Karnevalsprinz Laschet kommt mir politisch durchaus offener aber in den Entscheidungen ebenso "lasch" wie Frau Merkel daher. Es spielt doch bei der Wahl der neuen Regierung viel weniger eine Rolle, ob ich mich aus eigenen Meinungen und Vorurteilen bei einer solchen Wahl leiten lasse, oder ob nicht die Jugend das Recht auf klarere und vielleicht auch radikalere Entscheidungen zu Gunsten einer vielleicht anderen "mobileren" Gesellschaft hat. Sozialisten mit einer rein kommunistischen Perspektive traue ich persönlich nicht über den Weg, aber vielleicht haben junge linke Wähler recht, wenn sie ihre Wahlentscheidungen nur von einem antimilitaristischen und starken sozialpolitischen Programm solch einer Partei abhängig machen wollen? Haben nicht auch eher wirtschaftsliberal gesonnene junge Leute, denen die Freiheit, wem immer sie auch nützt, wichtiger ist als meine private Sozialromantik, das Recht und die Pflicht mich "bequemen" saturierten Alten durch einen Wahlkampf für ihre Stimme zu überbieten?

Natürlich sollten wir Alten nicht stimmlos sein und vor allem sollten diejenigen, die im Alter einen gewissen Wohlstand mit entsprechender sozialer Sicherheit erworben haben, gerade auch zusammen mit der Jugend an eine Umverteilung von Renten und Pensionen gehen, und über etwaige Rentenerhöhungen für das untere Drittel zur Vermeidung von Altersarmut entsprechend nachdenken. Ja, vielleicht muss die Jugend auf Dauer noch mehr für die wachsende Zahl alter Menschen leisten? Auf diese Reise kann man aber nur eine Jugend mitnehmen, die sich genügend ernst genommen und nicht durch uns Alte sozial, politisch und ökonomisch nur einfach majorisiert und infolgedessen abgehängt fühlt. Eine Rentnerrepublik wäre kein lebenswerter Ort für die nachwachsenden jungen Menschen.

Deshalb habe ich meinen zahlreichen Neffen und Nichten das schriftliche Angebot unterbreitet, mir bis zum Ende des August 2021 einen Vorschlag zu machen, wen, bzw. welche Partei sie an meiner Stelle wählen würden. Sie werden mir dies hoffentlich alle rechtzeitig mitteilen, und an die daraus resultierende Mehrheit bei den jeweiligen Voten der jungen Leute werde ich mich freiwillig imperativ gebunden fühlen. Einzige Einschränkung: Wenn bei den Voten unserer Familiennachkommen unerwartet doch noch eine Mehrheit zugunsten politisch radikal Handelnder zustande käme, die andere Menschen und insbesondere Minderheiten verachten, was zumindest für meine jugendliche Familie eher unwahrscheinlich ist, bedeutete dies das Ende meines imperativen Mandates. Eine solche Gewissensprüfung der Entscheidung der Jugend behalte ich mir folglich doch vor; denn nach Hannah Arendt hat ja bekanntermaßen niemand zwecks der feigen Delegation von Schuld und Verantwortung das "Recht auf unbedachten Gehorsam", auch nicht der Jugend gegenüber.

Wir, die durch die „Gnade der späten Geburt“ von der deutschen Kriegsmitschuld oder gar von den deutschen Völkermordverbrechen als Mittäter oder gar Täter entlasteten „neuen Alten“ konzedieren uns gerne unsere prinzipielle Modernität und Demokratietauglichkeit bis ins hohe Alter hinein. Dabei wäre der Lackmustest unserer Vernunft auch in erlebten Krisenzeiten durchaus erst noch zu erbringen. Wahrscheinlich haben wir unter Umständen nur weniger Gelegenheiten gehabt Böses zu tun oder durch blinden Gehorsam zu meinen es weniger „tun zu müssen“ als die Generation vor uns. Auf jeden Fall unterliegen viele der „neuen Alten“ der Illusion als ob wir die „ewige Jugend“ gepachtet hätten und halten uns für kulturell, wie wir meinen, offener und beweglicher als alle Altengenerationen vor uns. Von der Ökonomie und der Politik glücklich durch die Nachkriegswirklichkeit und das Deutsche Wirtschaftswunder sowie die friedliche Europäische Einigung gepampert, glauben wir uns dem Zyklus des älter und bornierter Werdens entziehen zu können. Dabei merken wir oft gar nicht mehr, wie selbstgefällig eine solche Sicht eigentlich ist, denn vor dem biologischen Altern kann sich letztendlich keiner drücken oder schützen.

Fast schon peinlich sind zudem die Versuche der Selbstoptimierung im Alter, um die tatsächlichen Fakten des Alterns zu verbergen. Wir halten uns durch die psychologische Täuschung des „inneren Kindes“ bis zu den letzten Minuten für quasi unverwundbar, vielleicht sogar genauso äußerlich reizvoll wie früher, und lernen durch diese Ignoranz gegenüber den wachsenden Minderleistungen anders als manche Generationen zuvor dadurch umso weniger in Würde zu Altern. Ja, ein lebenswertes, interessantes und nicht spießiges Leben ist auch im Alter möglich, aber eben mit den ebenso deutlichen altersrelevanten Defiziten und Einschränkungen. Selbstliebe ist zwar eine wichtige Voraussetzung für einen angemessenen Lebensabend, aber die Verlängerung oder gar Steigerung von Selbstsucht in das Alter hinein eher schädlich. Altern heißt umso mehr teilen zu können und damit auch dazu berechtigt zu sein, die am Ende notwendige Hilfe jüngerer Menschen in Anspruch nehmen zu können.

Kleine Kinder betrachten die Welt eigentlich auch eher auf „quasi natürliche Weise“ aus einem gewissen egoistischen und interessenbezogenen Standpunkt zur unmittelbaren Befriedigung ihrer Begierden in einem ebenfalls sehr engen Lebenszirkel. Nur im Spiel und durch den Zufall ihrer jeweiligen akuten Lebensereignisse sind sie so wandelbar und uns insofern sogar in gewisser Weise offen und kreativ überlegen, was die eigene Kindheit für uns Ältere oder Alte im Rückblick oft so „wunderbar“ und „lebendig“ dastehen lässt. Erwachsenwerden über die Jugend in das mittlere Lebensalter hinein bedeutet den Zirkel der Wahrnehmung von Bedeutsamkeit kontinuierlich zu erweitern, Bezüge zwischen allem und jedem neu zu erkennen, und dabei auf Dauer auch durchaus „neugierig“ soziale und politische Verantwortung zu übernehmen. Die Ausweitung von Kompetenzen und Handlungsmöglichkeiten als das Begleitgepäck des Älterwerdens kehrt sich aber eben auch leider irgendwann wieder um. Der Lebens- und Wahrnehmungszirkel wird am Ende oft immer enger und dreht sich im Alter wieder stärker um die eigenen stabileren Vorlieben und dann auch um Wehwehchen bis hin zu gravierenden Krankheiten oder gar senilem Siechtum.

Günstigstenfalls erlebt man, wie mir das gerade persönlich so positiv widerfährt, die gewisse Altersgnade und damit verbundene Alterszufriedenheit in relativ politisch, sozial und ökonomisch abgesicherten Verhältnissen. Dies lässt uns Alte dann gerne davon schwafeln, dass wir unsere historischen Lektionen gelernt hätten, und auch kulturell ganz anders, nämlich neugieriger, wandelbarer und menschlich angenehmer und friedlicher geworden seien.

Eine übertriebene Zufriedenheit im Alter macht aber eben auch blind, unsensibel für das soziale Elend um uns herum, das für eine inzwischen wieder wachsende deutliche Minderheit erheblich anzuwachsen scheint. Die oftmals behauptete Vernunft des Alters bezieht sich dann wohl eher darauf, dass man den eigenen Zirkel des erlebten Glückes eben wieder enger zieht, und das dort vorfindbare mangelnde Involviertsein in die Dinge der globalen Welt wieder selbstsüchtiger und egozentrischer genießt, was ich persönlich gerne als die Toskanafraktion des Lebens bezeichne.

Nicht nur die jungen Leute an den Stränden ihrer exorbitant jugendlichen Feten und ausufernden Orgien - sogar in Coronazeiten - gefährden durch ihre globale Reisefreude den Kontinent. Meine eigenen älteren Altersgenoss(inn)en und ich reisen touristisch leidenschaftlich - und so oft wie möglich organisier- und auch finanzierbar - rund um die Welt, um unseren „Altersvorsprung“ zu genießen, und merken dabei nicht einmal welch eigenartig historische Sonderstellung wir dabei erleben dürfen. Diese Art von Altenparty für die überwiegende Mehrheit der westlichen Alten findet bei uns statt neben der dümpelnden Bedürftigkeit wachsend starker neuer Minderheiten, die all diese Vorzüge nur allzu selten genießen können und dürfen.

Seien wir also bescheidener und dankbarer für dieses kaum individuell zu rechtfertigende „Glück“ und versuchen wir doch dieses mehr mit benachteiligteren Menschen zu teilen. Wenn finanziell akzeptabel oder gar gut vesorgt, so hat man bereits im Alter das von der Jugend mit gutem Grund angestrebte "bedingungslose Grundeinkommen", mit der einzigen negativen Einschränkung und Annahme, dass man dabei so langsam auch biologisch verfällt.

Sicherheit lockert das Gemüt, Unsicherheit schürt bekanntlich Ängste. Junge Menschen haben aber weitaus mehr Kraft mit Unsicherheit zu leben und suchen sie als ein herausforderndes Risiko zur Steigerung ihres Lebensgefühls sogar. Sie sind für uns alte Risikovermeider inzwischen die Risikoträger geworden. Gerade auch deshalb, weil sie dies - nicht zuletzt auch für uns - in unserem wohlgemeinten Interesse tun, sollten wir sie auf eine besondere Weise unterstützen und mehr Verständnis für die in diesem Kontext durchaus möglichen Fehleinschätzungen und Fehlleistungen von Jugendlichen haben. Indem wir ihnen auch notwendigerweise aktuelle und zukünftige Fehler verzeihen, können wir uns unsere eigenen Fehler in der Vergangenheit selbst auch besser verzeihen.

Schenken wir also unseren Nachgeborenen ein wenig von den Chancen, die uns zu einem solch wohlständigen Leben auch politisch geschenkt wurden, und geben wir dieses Geschenk und den Staffelstab für eine gerechtere soziale Entwicklung an die jüngere Generation weiter! Bereitwillig sollten wir die verantwortungsvoll zu bewältigenden mehr als schwierigen Probleme und die dafür notwendigen kreativen Lösungen und Entscheidungen für die weitere politische soziale und ökonomische Entwicklung jetzt so schnell wie möglich in die Hände jüngerer Menschen legen. Es ist kein Allgemeinplatz, dass die Jugend unseren Wohlstand weiter mittragen muss, denn auch die sich gravierende Krise der Renten- und Pensionsversicherungen ist durchaus absehbar. Und was wäre das für ein Skandal, wenn durch unser Leben zum Abschluss - in Saus und Braus - für die Jüngeren am Ende nichts mehr oder nur einfach zu wenig für das angemessene Altwerden zur Verfügung stünde, weil nach der tollen Party für die wohlhabenden Alten die Hausbar für die Jungen leergetrunken übrig bliebe?

Nur „Not mache erfinderisch“ und gar der „Krieg sei Mutter oder gar Vater aller Erfindungen“ begleitet uns als falsche Ideologie der Legitimation kriegerischer militärischer Interventionen bis hin zur Wahrnehmung „unserer Kriege“ für unseren Wohlstand als „gerechte“ Kriege. Dabei ernten wir relativ wohlhabenden und imaginiert wohlanständigen neuen Alten zeitgleich mit den neuen armen Alten die Früchte des westlichen Binnenfriedens neben den damit verknüpften zahlreichen externen kriegerischen Katastrophen bis hin zum Völkermord um uns herum. Die jeweiligen Phasen der Nachkriegszeiten nach fast allen Kriegen beweisen indes, dass vor allem ein langwährender Frieden die wichtigste Quelle für sozialen und ökonomischen Wohlstand und die daran geknüpfte politische Demokratie ist.

Inzwischen ist eine gebildete leider aber auch sehr privilegierte Elite junger Leute dabei den Globus quasi revolutionär nachhaltig neu zu gestalten. Ob sie dabei erfolgreich sein wird, werden wir Alten wohl eher nicht mehr miterleben. Auch dies ist allerdings ein weiteres Argument für die stärkere Einbeziehung von Jugend in Verantwortung, denn deren Betroffenheit ist nun einmal direkter, umfassender und langfristiger.

Wenn Sie also meinem Beispiel folgen wollen, dann brauchen Sie auch keine große Familie, wie ich sie glücklicherweise habe. Reden Sie mit einem jungen Menschen, den Sie vielleicht aus unterschiedlichen Gründen besonders mögen oder wertschätzen, und machen Sie ihm ein ähnliches Angebot. Wichtig ist dabei, dass dieser Mensch Ihnen nicht verraten soll, wen sie oder er persönlich wählen wird, denn das nur in der verdeckten Wahlkabine wahrzunehmende individuelle Wahlgeheimnis sollte auch weiterhin rechtsstaatlich geschützt bleiben. Aber: Wenn sie oder er Ihnen einen Rat in Form eines Wahlvorschages gibt, selbst dann, wenn dieser vielleicht auch "nur" im eher "egoistischen" Interesse der Nachgeborenen und in einem gewissen Konflikt mit den Meinungen oder gar Interessen von uns Alten gefasst sein sollte, dann könnten Sie einen solchen Wahlvorschlag dennoch - auch ohne das individuelle und geheime Wahlrecht prinzipiell zu brechen - durchaus "freiwillig" annehmen, und für diesen jungen Menschen auf Ihrem Stimmzettel seinen Vorschlag als Ihre Wahl mit einem Kreuz entsprechend umsetzen.

Auf diese Weise kommt man erstens mit der Jugend noch einmal ins Gespräch über wichtige Fragen, und sie behalten vor allem persönlich nach wie vor das Konzept in der Hand, ob sie der Jugend mit ihren Fragen, Problemen, Interessen und Lösungen dann auch wirklich - vielleicht sogar "gegen" Ihre eigene persönliche Überzeugung - politisch den Vortritt lassen wollen.

Versöhnung und gegenseitige Unterstützung zwischen den Generationen sind für die nächsten Jahrzehnte für das Überleben der Menschheit angesichts besonders schwieriger Krisen und sicher wachsender auch internationaler Verteilungskämpfe eine "conditio sine qua non".

Haben Sie den Mut sich sowohl auf die Klugheit wie auch auf die Widersprüchlichkeit der nachfolgenden Generationen einzulassen! Dies macht selbst auf die Unvernünftigen unter den jungen Menschen einen gewissen positiven Eindruck, um ihnen insofern noch einmal ein mutiges Lehrstück der Akzeptanz von jugendlicher Wildheit und Ungestümität, der Vernunft kluger Wahlen und der Toleranz auch gegenüber Andersdenkenden durch diese reife Entscheidung zum Verschenken Ihrer Stimme vorzuleben und zum Ausdruck zu bringen. Die jungen Leute sind nun einmal von der Zukunft deutlich mehr berührt als wir Alten. Sie sind insofern die wirklichen "stakeholder", wie man das Neudeutsch so sagt.


Wandmalerei am Strand von Tel Aviv


Letztendlich wird man es uns zudem sicher sogar danken, wenn wir Älteren/Alten ein Stück des Weges für die Jugend frei gemacht haben, den wir selbst durch die wachsende Alterskohorte oftmals blockieren.

Und, zu aller guter Letzt, beim Schenken ist zumeist die oder der Schenkende immer mehr beschenkt als die oder der Beschenkte.

Es ist nach wie vor ein Glück und ein gewisses Privileg freiwillig und uneigennützig schenken zu dürfen; denn wer schenkt der hat, und selbst wenn es sich dabei nur um das persönliche und individuelle eigene Wahlrecht handelt.