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Stellungnahme vorab:

Ich distanziere mich ausdrücklich von der in der "neuen" Rechten gepflegten Verunglimpfung der Person "Baerbock" und der Verbreitung von falschen Tatsachen über deren beruflichen Werde- und Ausbildungsgang.
Es geht mir um eine Stellungnahme zu einer meiner Meinung nach
Fehlentscheidung der Grünen bei der Auswahl der Kanzlerkanditatin
bzw. des Kanzlerkandidaten.

https://www.tagesspiegel.de/politik/reaktion-auf-
falschmeldungen-im-netz-annalena-baerbock-legt-
akademische-zeugnisse-vor/27180342.html

Verwirrung haben insbesondere Falschmeldungen und dann entsprechend notwendige Richtigstellungen durch den Tagesspiegel geliefert, die den Abschluss mit einer Vorprüfung verwechselt haben: "In einer früheren Version des Textes hieß es, Baerbock habe an der Universität Hamburg 'abgeschlossen'. Dies haben
wir inzwischen präzisiert. Sie hat eine Diplom-Vorprüfung mit der Note 1,3 abgelegt." (Tagesspiegel 12.5.2021)

Hinzugefügt sei: Seit wann muss ein Bundeskanzler einen akademischen Titel nachweisen? Jeder Bürger mit einem aktiven wie passiven Wahlrecht hat das prinzipielle Recht Bundeskanzler zu werden, auch ohne alle akademischen Weihen. Das dumme Vorurteil, dass ein intelligenter oder formal gebildeter Mensch selbstverständlich "klüger" sei als sonstige "normale" Menschen wird dadurch weiter gepflegt. Frau Baerbock hat dieses Vorurteil selbst verwendet und sich darin gesonnt, weil sie es als primär akademische Aufsteigerin scheinbar als eine notwendige Eigenschaft für eine Führungsrolle zu betrachten scheint.

Für solche Verwirrungen sorgen gerade auch die feministisch nachgereichten Erklärungen, dass eine weibliche Politikerin eben "automatisch" klüger, intellektueller oder gebildeter als die Mitbewerber sein müssten, weil sie ja sonst keine Chance erhalten hätten. Gerade weil Frau Baerbock für einen schnellen sozialen Aufstieg, und nicht primär für eine überzeugende Haltung und Einstellung steht, wird sie für den "normalen" Wähler so verdächtig. Dem rechten Mob darf sie deshalb aber nicht zum Fraße vorgeworfen werden. Politisch besser als Merkel, Merz, Scholz oder Söder würde sie als Kanzlerin hoffentlich allemal werden.

 

"alea iacta est" -

Mit Söder, Baerbock
oder Scholz wird Deutschland
weiter von einer nur
machtgeilen Person
regiert werden

( ... kleiner aktueller Zusatz:
ob sich das nun mit dem Pyrrhus-Sieg
von Herrn Laschet ändert, mag ich
sehr zu bezweifeln.)

Schade! Ich hatte so auf die notwendige Wende gehofft.


Das Problem dieser Welt ist, dass die intelligenten Menschen so voller Selbstzweifel und die Dummen so voller Selbstvertrauen sind. (Charles Bukowski)

(Aktueller überarbeiteter Zusatz, zu diesem bereits vor der CDU-Entscheidung in seinen wesentlichen Inhalten publizierten Blog:
Habe ich mich verrechnet? Ich hatte wie fast alle Beobachter inzwischen ganz deutlich mit einer Kanzlerkandidatur von Herrn Söder gerechnet. Ist Söder ganz aus dem Rennen? Wohl eher nicht. Ein Terrier bleibt ein Terrier, ganz egal ob er männlich oder weiblich ist. Söder ist vorerst zwar verhindert! Wahrscheinlich setzt er aber dennoch auf seine Kanzlerschaft nach einer etwaig verlorenen Wahl durch die CDU; denn dann mit erheblichen Verlusten trotz eines Vorsprungs vielleicht vor Grünen und SPD könnte Laschet nicht mehr Kanzler werden. Laschet also der neue Terrier der CDU? Mir war er früher eher als ein offenerer, liberalerer und versöhnlicher CDU Mann im Vergleich zu den stahlhart konservativen Merz oder Söder in Erinnerung, jetzt hat er sich als allzu mächtig und durchsetzungsfähig gezeigt, hoffentlich kehrt er dennoch zu seiner älteren Offenheit zurück.)


Eigentlich hätte ich der Überschrift gar keine weitere Stellungnahme hinzufügen wollen. Zu enttäuscht war ich von der Mitteilung, dass nun anstelle von Robert Habeck Frau Baerbock zur Obergärtnerin im Grünenpark geworden ist. Dabei war diese Entscheidung natürlich absehbar. Aber die Reaktion meiner beiden Schwestern und auch meiner eigenen Tochter in dieser Sache hat mich noch einmal intensiver nachdenken lassen, ob ich denn wieder einer "maskulinen" Geschlechtsfalle aufgesessen bin, oder ob meine Ablehnung von Frau Baerbock sich nicht doch aus anderen Quellen speist.

Erst einmal lehne ich prinzipielle Positionen der Frau Baerbock, wie an anderer Stelle meines Blogs beschrieben grundsätzlich ab: "Gezielt positioniert hat sich Baerbock im Bereich Außen- und Sicherheitspolitik, mit den Bereichen Auslandseinsätze, Rüstungsfragen und dem grundsätzlichen Verhältnis zur Bundeswehr – kein einfaches Thema für die Grünen. Baerbock fordert etwa mehr Investitionen in die Ausrüstung der Bundeswehr – bei gleichzeitiger effektiverer Verwendung der Mittel." (https://www.rnd.de/politik/grunen-kanzlerkandidat-was-fur-baerbock-und-was-fur-habeck-spricht-EZHODP5V25GVTGM3JVOHWZ2MGM.html)

Frau Baerbock stellte damals diese Forderung auf, mehr um sich damit über den Ausschuss hinaus einen Namen zu machen, was ihr ja auch gelungen ist. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob sie diese Position so undifffenziert nach wie vor noch heute vertritt. Effektive Armeen sind und bleiben für mich aber professionelle Tötungsmaschinen. Viele der ansonsten vor allem in der Klimapolitik von Frau Baerbock vetretenen Positionen teile ich dennoch, vor allem dann, wenn sie mehr oder weniger als Grundsätze für ein "grün-linkes-liberales" Lager gelten können, und von vielen anderen Menschen dort auch vertreten werden. Es ist eher die Vereinnahmung dieses Lagers durch diese vorwitzige und aberwitzig selbstgefällige Person, die mich in Hinsicht auf die Rollenbesetzung "Kanzlerkandidatin" durch sie so skeptisch macht.


Die menschliche Körpersprache ist zu einem gewissen Teil nicht hintergehbar, wenn man nicht über außergewöhnliche professionelle und länger eingeübte Fähigkeiten der Schauspielkunst verfügt, um diese entsprechend zu verbergen. Ich bin davon überzeugt, dass Frau Baerbock eine schlechte Schauspielerin ist, was sie als Politikerin für mich eigentlich fast schon wieder sympathisch machen würde. Sie zeigt sich so, wie sie ist, sehr impulsiv und auf ihre machtpolitische Durchsetzung bedacht. Nur das ständige Grinsen nehme ich ihr nicht als eine stete positive optimistische Weltsicht ab, dafür verlässt sie diese "gewählte" Ausstrahlung, sobald die Kameras von ihr abweichen, und sie sich aus welchen Gründen auch immer im Hintergrund aufhalten muss. Erhascht man dann einen Seitenblick auf diese "öffentliche" Person, dann wirkt sie eher immer ein wenig verstört.

Immer wenn Frau Baerbock zusammen mit Herrn Habeck auftrat, und leider kenne ich dies nur aus den Medien, dann warf sie oft (in eher nur als "versteckter Zuschauer" einsehbaren Situationen) einen gewissen scheelen Blick auf ihren politischen Partner. Dann war sie auch nicht so lächelnd offen, sondern wirkte eher mit neidvollen, fast schon heimlich feindlichen Blicken auf den eher bedachtsamen Habeck ein wenig bitter. Ich meinte dann immer ihr so einen eher fast schon intriganten und verräterischen Blick anzusehen, mit dem versteckten Dolch im Gewande.

Habeck kommt und kam für mich hingegen immer wahrhaftiger rüber. Er schien aufgeschlossener, und eben auch deutlich ehrlicher zu sein. Ja, er hat so eine eigene romantisch welterklärerische visionäre und fast schon verklärte Art, die mir persönlich sehr nahekommt, wenngleich wir "Welterklärer" uns ja immer auch gerne unverkannt als meist ein wenig peinliche Besserwisser gerieren. Aber wenn man nicht davon überzeugt ist, dass man tatsächlich manchmal etwas besser zu wissen meint, warum sollte man dann überhaupt noch versuchen andere Menschen zu überzeugen?

Frau Baerbock tritt immer sehr forsch auf. Sie erinnert mich dabei an die ehemals grüne Ikone Jutta Dittfurth, die auf mich einen ebenso unangenehmen fast schon aufdringlichen Eindruck machte.

"Ich verlange von Leuten nicht, daß sie mir angenehm sind, weil es mich vor dem Problem bewahrt, sie zu mögen." (JANE AUSTEN*)

Durch einen Zufall fuhr ich als Anhalter, als in Berlin bei den öffentlichen Bussen nichts mehr ging, da die Landwirte vor ca. einem Jahr mit einem Marsch auf Berlin die ganzen Zufahrtstrassen blockiert hatten, mit der Literaturmanagerin von Herrn Habeck zusammen, die mich in meiner Notlage zusammen mit einem Auszubildenden im Auto mitnahm. Wir kamen sehr schnell ins Gespräch miteinander und sie gab sich, wie gesagt, als mit den Büchern des Herrn Habeck befasst zu erkennen. Zu meiner eigenen Schande begann ich auch gleich ein Loblied auf Herrn Habeck zu singen, den ich für seine Art politisch zu kommunizieren sehr bewundere, denn diese Art ist durchaus nicht nur gewinnend sondern insofern manchmal sogar revolutionär neu in der Politik und insofern in gewisser Weise auch machtpolitisch riskant. Ich grenzte ihn dann - meine eigenen bisherigen Wahrnehmungen beschreibend - in diesem Gespräch auch ganz schnell positiv im oben beschriebenen Sinne von Frau Baerbock ab, die ich als eher sehr egozentrisch und eher als ein wenig "herrisch" beschrieb. Nun kannte meine Fahrerin wohl beide Personen ganz gut, und gab mir zu bedenken, dass Frau Baerbock in Wirklichkeit eher eine bescheidene, zurückhaltende Person und zudem auch noch eine gute Mutter sei. Ich fragte sie dann, warum Frau Baerbock denn diese doch an sich so positive aber für den Medienkonsumenten eher unsichtbare Seite so gut zu verbergen vermöge, worauf sie eher schmunzelte und mir keine hinreichende Antwort geben konnte, bevor wir dann auch schon aufgrund der Kürze der Strecke wieder ausstiegen. Sie parkte Ihr Auto an einer S-Bahn-Station, von der aus man weiter reisen konnte, und unsere Wege trennten sich. Ich habe diese Frau nie wieder gesehen, was ja an sich auch weiter nicht wichtig ist.

Ich war aber insofern mit mir nach diesem an sich erhellenden Gespräch nun wieder allein gelassen in der Beurteilung dieser Politikerin, im Zweifel, ob ich nicht doch einen anderen Menschen auch ohne ihn wirklich als Person aus gemeinsamem Alltag heraus zu "kennen" durch flüchtige Wahrnehmungen, wie so häufig in meinem Leben mal wieder falsch beurteilt hätte. Ich habe aus einem genuin positiven Menschenbild heraus eine sprichwörtlich "schlechte Menschenkenntnis", weil ich Menschen sehr schnell glaube, was sie mir mitteilen, was mir sowohl Partnerinnen, Familienmitglieder wie auch meine Tochter immer wieder kommuniziert haben. Dies zeigte sich, um Beispiele hierfür zu nennen, auch bei der Wahl meiner Geschäftspartner, Lieferanten oder Kunden als Unternehmer, zudem bin ich nicht wirklich teamfähig, da es mir an der notwendigen Fähigkeit mangelt, auch "ungeliebte" Personen in ein Team zu integrieren, was im "wirklichen" Leben eigentlich so wichtig ist.

Dieses Erlebnis machte Frau Baerbock plötzlich für mich zu einem Fall, zumal mich Frau Baerbock schon weitaus früher zu meinen "Einsichten" und Kritiken an den von mir diagnostizierten "Thementussis" brachte, allerdings nur als ein beliebiges Beispiel dafür, indem ich mich ebenso eher zufällig auf ihrem persönlichen Blog umsah, um dabei über die Grünen und über die für mich damals weitaus interessantere Person Habeck indirekt mehr zu erfahren. Nun die intensive Beobachtung der öffentlichen Politikerin Baerbock und ihrer späteren Auftritte in den Medien hat mich über meine Beurteilung ihrer Person nicht deutlich verändert.

Manche mögen ihre Art als burschikos (also eher männlich) bezeichnen, andere, so wie meine Tochter oder meine jüngere Schwester, als eher positiv "durchsetzungsfähig". Auf jeden Fall kam es nach der "Kanzlerankündigung " von Frau Baerbock zu einer kurzen intensiven familiären WhatsApp-Debatte darüber, und zu einem kleinen eher geschlechterbezogenen Streit über die Richtigkeit dieser Entscheidung.

In der Tat hat die Richtigkeit von Entscheidungen der Auswahl von Führungspositionen in der Demokratie "etwas" - aber eben "nicht nur und vor allem" mit der Programmatik von Kandidaten zu tun, denn dafür stehen in der Regel vor allem ihre jeweiligen poltischen Parteien, die sie tragen, sondern auch mit dem was man so landläufig Haltung nennen könnte. Und dabei ist die Glaubwürdigket der Haltung gerade auch in Hinsicht auf die zu vertretenden Positionen als Repräsentanten der sie entsendenden Parteien von besonderer Bedeutung. Noch mehr darüber hinaus erwarte ich auch eine "freie" Haltung in einem gewissen Rahmen, der sich eher humanen Werten als den jeweiligen Parteien und ihren Ideologien verpflichtet fühlt.

Von Spezialisten für "Körpersprache", wie Dr. Hagemann, was immer man von solchen Typen auch halten mag, die Menschen primär auf ihre rhetorische Wirkung denn auf die Qualität ihrer Überzeugungen und Denkweisen trainieren wollen, wird Frau Baerbock scheinbar ganz überschwenglich gelobt. Dazu sehr lesenswert ist die "tiefergehende" Analyse, die in Menschen wie mir, die auf die Authentizität von politisch aktiven Menschen ohne ein entsprechendes professionelles Training hoffen, fast schon einen gewissen "Ekel" auslösen, und in beklemmender Weise indirekt das beschreiben, worauf politisch Wert gelegt wird, wenn Werte zur Nebensache und Reden zum "Gold der Macht" werden: Reden-wie-Annalena Baerbock (Kann als docx mit eingehender "Tiefenanalyse von Dr. Hagemann im Netzt herungergeladen werden). Nach Aussagen des Autors ist Frau Baerbock insofern ein "Naturtalent". Solange ich nicht weiß, ob da u.U. nicht wirklich vorher ein entsprechend professionelles "Training" stattgefunden hat, nehme ich ihm dies jetzt einfach mal so ab. Aber wollen wir wirklich Politikerinnen und Politiker die alle rhetorischen Mittel einsetzen und entsprechende Tricks beherrschen um uns das öffentlich gewünschte Gesicht zu zeigen und uns damit "manipulieren" statt unter Umständen auch unsicher und zweifelnd dennoch zu den besseren Zielen, Inhalten und Strategien zu stehen?

"Sprache ist wichtig für Spitzenpolitiker: Es geht unter anderem um Präzision, Einprägsamkeit und Glaubwürdigkeit. Bei Baerbock stellt der Berliner Kommunikationstrainer Karsten Noack eine Entwicklung fest: Sie wirke „deutlich überlegter“ als noch vor ein paar Jahren. Auch die Schlagfertigkeit habe zugenommen. Baerbock nutze viele Bilder. Mit Analogien, Metaphern oder anderen visuellen Sprachbilder spreche sie die Sinne der Zuhörer an. Manchmal wirke das dann aber auch inszeniert: Beim letzten Parteitag etwa habe Baerbock 'regelrecht übervorbereitet' gewirkt. Sie habe Worte betont, die sie vorher nie betont habe und Pausen an seltsamen Stellen gemacht. Einen Nachteil könnte es bei der Stimme geben, findet Noack. „Eine Stimme, die gequält klingt, am Ende eines Satzes häufig nach oben geht oder wackelt, kann negative Gefühle übertragen und unsicher wirken“, sagt er. Parteimitglieder und Fans würden sich davon weniger abschrecken lassen als Menschen, die noch unentschlossen seien. "https://www.rnd.de/politik/grunen-kanzlerkandidat-was-fur-baerbock-und-was-fur-habeck-spricht-EZHODP5V25GVTGM3JVOHWZ2MGM.html

Genau das aber ist es. Ich kann Frau Baerbock schon nicht hören. Ich mag Ihre Stimme nicht. Aber das ist das unfairste Argument gegen diese Person, denn für ihre laut krähende Stimmlage kann sie nichts, und mancher "Hahn" wäre glücklich darüber. Es ist eben vielmehr die "Inszenierung" von Politik, für die sie steht, und die beherrschen eben nur versierte machtgeile Personen bis hin zur "Perfektion". "Perfekte" Menschen will ich aber an führender Stelle gar nicht wissen, weil es eben perfekte Menschen nicht geben kann, nur "pseudoperfekte", und Habeck hat diesen "Perfektionisten" genau dies in das politische Stammbuch geschrieben. Er hat trotz klarer Positionen die Fähigkeit der Selbstreflektion, ob denn diese seine Positionen tatsächlich auch auf Dauer so sicher bzw. richtig sind, und ob die daran geknüpften Begründungen sich historisch nicht durchaus auch ändern können. Er verweist auf die schwierigen Zeiten, in denen wir alle leben, und in denen wir alle nicht mehr auf alte Wahrheiten und Sicherheiten setzen können. Gerade deshalb bedarf es für die Zukunft eines guten Moderators statt einer deutlich enger denkenden Voluntaristin.

Herr Habeck verkörpert mit öffentlich artikulierten Selbstzweifeln neben den klaren Positionen eben genau diese andere Weltsicht. Und die ist alles andere als wie immer wieder fast schon beschwörend vorgetragen, eben nicht harmonisch zu der der Frau Baerbock.

"Das Lob auf Habeck hat aber auch mit Habeck selbst zu tun. Kaum ein Politiker trat in den Talkshows der zweiten Jahreshälfte schlagfertiger, präziser und dennoch nachdenklicher auf als er. Politikerinnen und Politiker versuchen ja stets das zu sagen, "was ist". Leider kann man ihnen dabei oft nicht zuhören, denn nichts klingt kalkulierter und abgegriffener als der sogenannte politische Klartext. Habeck hingegen scheint beim Sprechen zumindest ab und an einen Gedanken zu entwickeln, den er nicht schon vorher kannte. Es gibt bei Anne Will plötzlich wieder jemanden, dessen ganze Konzentration und Beherrschung nicht schon dafür draufgeht, die sorgsam optimierte Rolle einzuhalten." (https://www.zeit.de/kultur/2018-12/robert-habeck-gruene-politik-literatur-krise)

Habeck gibt uns Mut uns gegenseitig darüber zu verständigen, wer wir sein können. Frau Baerbock will uns erklären wer wir sind, und wer wir nach ihren Vorstellungen sein werden. Das macht einen erheblichen Unterschied:

"Nach einer langen Zeit, die eher von politischer Sprachlosigkeit geprägt war, ist nun eine Zeit des politischen Brüllens und Niedermachens angebrochen. Doch wo verläuft die Grenze zwischen konstruktivem demokratischen Streit und einer Sprache, die das Gespräch zerstört, die ausgrenzt, entmenschlicht? Mit viel Leidenschaft erinnert Robert Habeck in »Wer wir sein könnten« daran, dass die Frage, wie wir sprechen, entscheidend ist für die Gestaltungskraft unserer Demokratie. Dass Sprache – nicht nur in der Politik – den Unterschied macht. Und er entwirft die Skizze eines politischen Sprechens, das offen und vielfältig genug ist, um Menschen in all ihrer Verschiedenheit zusammenzubringen und in ein Gespräch darüber zu verwickeln, wer wir sein könnten, wer wir sein wollen. Dieses kluge Buch ist Teil dieses Gesprächs." https://www.kiwi-verlag.de/buch/robert-habeck-wer-wir-sein-koennten-9783462054262

Nun sollte man den Selbstvermarktungsstrategien eines Autors und seines Verlages nicht automatisch glauben, aber auch kritische Rezensenten sehen diese besondere Fähigkeit von Habeck. Dies ist besonders erstaunlich, wenn sie gerade auch eher aus dem konträren politisch konservativen Lager stammen, wo Habeck sogar auch auf explizite Freunde zu zählen scheinen darf.

„Von hier an anders“ heißt das gerade erschienene Buch des Schriftstellers und Politikers Robert Habeck, ... Und tatsächlich ist das Buch selbst schon mal anders und will auch anders sein: Wo die meisten Politiker in ihren Büchern kurz vor der Wahl gerne für sich in Anspruch nehmen, „Klartext“ zu reden, und die Gelegenheit ergreifen, sich noch mal deutlich vom politischen Gegner abzugrenzen, geht es Habeck um „Widersprüche“. Wie findet eine Gesellschaft unter den Bedingungen von Freiheit und Demokratie zu einer Gemeinsamkeit, die es ihr ermöglicht, die notwendigen Schritte zu gehen?, fragt er. Welches sind die Kräfte und Dynamiken, die Lösungen und gemeinsamen Fortschritt blockieren? Und er stellt fest, dass er jetzt „natürlich leicht auf politische Feindbilder ausweichen“, also auf einzelne Politiker und Politikerinnen zeigen könne, „die ich irgendwie doof finde. Aber so einfach will ich es mir nicht machen.“" (https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/robert-habecks-buch-von-nun-an-anders-17147533.html)

Habeck öffnet sich gerade auch für die Verlierer der Modernisierung, etwas, was sich Baerbock inzwischen zum Teil durchaus auch von ihm abgeguckt hat, aber sie redet nach wie vor wie ein besserwisserischer Hipster, vegan und biotisch, aber dennoch im Alltag all seine Privilegien weiter lebend und möglichst im System machtvoll und erfolgreich sein wollend. Die globale Elite gibt sich mal global und dann eben auch wieder antiglobal, das ist die absurde Zwickmühle, die es zur Kenntnis zu nehmen gilt.

"Die Corona-Krise sei dafür das beste Beispiel: „Gerade das, was in den letzten Jahrzehnten erfolgreich war, was die moderne Gesellschaft stark und reich gemacht hat – globale Märkte, ein hoher Grad an Individualität, Mobilität, Freiheitssinn und Selbstverwirklichung –, macht die Gesellschaft auch verwundbar, angreifbar und verletzlich“, schreibt Habeck. Er verwendet den Begriff des „politischen Paradoxons“, um jene Struktur zu beschreiben, in der eine politische Handlung zum Gegenteil von dem führt, was sie eigentlich beabsichtigte. Etwa wenn demokratische Wahlen zur Abschaffung der Demokratie führen. Wenn man erkennt, dass globale Institutionen nötig sind, um global agierende Firmen zu kontrollieren, am Ende aber faktisch weniger Kontrolle ausgeübt wird. Wenn die EU zu einem gemeinsamen Arbeitsmarkt geführt hat, der mehr Menschen mehr Möglichkeiten verschafft, aber auch zu neuen Ausbeutungsverhältnissen. Das politische Problem bestehe darin, dass die Vorteile für die einen Nachteile für andere bedeuteten und es immer weniger Win-win-Situationen gebe. Erst wenn man das als Problembeschreibung zulasse, komme man „der Größe der politischen Aufgabe unserer Zeit näher." (https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/robert-habecks-buch-von-nun-an-anders-17147533.html)

Habeck sieht eher die Widersprüche und fordert uns alle insofern dazu auf, von "Ideallösungen" in der Zukunft eher abzusehen und stattdesen auf dem Weg der Überzeugung und des Konsenses auf vernünftigere Ziele zuzusteuern.

Politik ist gefordert im "Widerspruch der Moderne, dass der Fortschritt der einen fast immer einen Rückschritt für andere bedeutet, dass Aufstieg auch Abstieg hervorbringt, das Leistungsprinzip neben Gewinnern zwangsläufig auch Verlierer (mit sich bringt, der Verf.). Diesen Widerspruch könne niemand einfach so auflösen." (https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/robert-habecks-buch-von-nun-an-anders-17147533.html)

"Niemand so einfach", genau das ist die Botschaft, während Frau Baerbock kommuniziert: "Wir haben die richtigen Lösungen, Ihr braucht sie nur noch anzunehmen!".

Habeck macht Fehler, ist allzu menschlich also.

"Die geplante Erhöhung der Pendlerpauschale gehört zu den am schärfsten kritisierten Punkten des Klimapakets – aber Grünen-Chef Robert Habeck hat sein Protest gegen diese Maßnahme viel Spott eingebracht. Im ARD-„Bericht aus Berlin“ am Sonntag zeigte sich der 50-Jährige nicht sattelfest, was Wirkung und Ausgestaltung der Entfernungspauschale angeht, über die Berufspendler Steuern sparen können. Habeck hatte die geplante Erhöhung einen „Anreiz“ genannt, „möglichst weite Strecken zu fahren“. „Wenn man den Benzinpreis um 3 Cent erhöht, die Pendlerpauschale aber um 5 Cent erhöht, dann lohnt es sich eher, mit dem Auto zu fahren, als mit der Bahn“. Darauf angesprochen, dass die Pendlerpauschale für alle Verkehrsmittel gelte, kam der Grünen-Chef ins Stottern: „Dann ist es ja nur die Erstattung des Bahntickets, und die… oder wird die dann… das weiß ich gar nicht.“ (https://taz.de/Robert-Habeck-und-die-Pendlerpauschale/!5629309)

"Grünen-Chef Robert Habeck muss sich fehlende Sachkompetenz vorwerfen lassen. In einem Interview mit „t-online“ sprach Habeck über den Betrug beim Dax-Unternehmen Wirecard. Er kritisierte, dass die Bundesanstalt für Finanzaufsicht (BaFin) bereits vorherige Wirtschaftsskandale wie die Cum-Ex-Geschäfte nicht aufgedeckt habe: 'Die BaFin ist vielleicht gut darin, mittelständischen Unternehmen nachzuweisen, dass Handwerkerrechnungen falsch eingebucht wurden. Aber sie ist schlecht darin, internationale Finanzakteure zu kontrollieren. Das muss sich schleunigst ändern', sagte Habeck. Tatsächlich ist die BaFin aber gar nicht dafür zuständig, Handwerkerrechnungen zu überprüfen. Dies übernimmt in der Regel das Finanzamt." https://www.welt.de/politik/deutschland/article212729921/Robert-Habeck-Gruenen-Chef-leistet-sich-Fauxpas-zur-BaFin.html

Genüsslich werden solche vermeintlichen Fehler nun nachgereicht, um die "gute" Auswahl der Sachkennerin Baerbock, obwohl die auch nur eine mediokre Juristin ist, zu begründen. Dabei fragt beispielsweise niemand, ob der vermeintliche Fehler bezüglich der BAFIN bei Habeck nur dadurch entstanden ist, weil Habeck eine Metapher verwendete, und gar keine Sachaussage insofern machen wollte. Und selbst wenn, der werfe den ersten Stein, als ob wir jeweils einzeln auf jede Frage sofort die richtige Antwort haben, und sich auch für uns vermeintlich richtige Antworten danach nicht oft doch als Fehler erweisen. Niemand kann in der komplexen und komplizierten Welt alles wissen und alle Fragen - gerade auch als Politiker, der ja jeweils "aus dem Volk kommen" sollte - fehlerfrei beantworten.

Meine Schwester oder meine Tochter hätten dann u.U. gesagt, weil das für eine ausgewählte Frau ja prinzipiell gilt, dass Frau Baerbock anders als Habeck eben besonders "klug" und fehlerfrei, erstklassig ausgebildet und hervorragend vernetzt sei. Diesem Mythos sind schon die feministischen Fans von Angela Merkel erlegen, die Naturwissenschaftlerin, die als solche gar nichts besonderes geleistet hat. Aber wer als Frau so weit nach oben gekommen ist, der muss ja einfach nur klug sein. Nach Meinung der Frau Baerbock tragenden Feministinnen läge sie mit ihren Sachaussagen natürlich auch immer richtig. Nun, warum beklagt sich dann Frau Baerbock eigentlich über die Ära Merkel, wenn Frauen doch immer die Besseren sind. Vielmehr ist wohl eher das Peter-Prinzip wirksam, dass Menschen am liebsten bis zur eigenen Stufe der Unfähigkeit aufsteigen, und auf dem Weg zu dieser Mediokratie die "Durchschnittlicheit" besonders erfolgreich zu sein scheint.

"Die Beispiele zeigen: Oft regiert das Mittelmaß – angelsächische Forscher haben dafür den Begriff „mediocracy“ geprägt. Dahinter steckt System, lautet die These des Bonner Betriebswirts Matthias Kräkel. Der Forscher hat das Phänomen in einem theoretischen Modell analysiert und kommt zu dem Schluss: In Bewerbungsrunden für Spitzenpositionen gewinnen oft die unqualifiziertesten Kandidaten. Denn schwächere Bewerber, so stellt Kräkel fest, strengen sich in Auswahlverfahren oft besonders an – und können so ihre fachlichen Defizite überspielen und geeignetere Konkurrenten ausstechen. Was ihnen Beine macht, ist die Angst vor dem Absturz. Hochqualifizierte können damit rechnen, einen guten Alternativ-Job zu finden, falls ihre Bewerbung scheitert. Schwache Bewerber dagegen müssen fürchten, am Ende mit leeren Händen dazustehen. Die Bewerbung um die Spitzenposition ist ihre einzige Chance, und dementsprechend engagiert sind sie. (https://www.handelsblatt.com/politik/konjunktur/oekonomie/wissenswert/studie-mittelmass-kommt-oft-an-die-spitze/3586448.html?ticket=ST-3777899-5flh5uubsdfU6ReysoeG-ap4)


Und schon wieder hätte ich eine weitere Sympathie für Frau Baerbock - neben der ungerechtfertigten Kritik an ihrer Stimme - denn in Wirklichkeit ist die sogannte "Mittelmäßigkeit" uns Menschen fast allen eigen, und sorgt insofern gar für eine gute Bodenhaftung. Sie ist für Politiker(innen) in gewisser Weise sogar ein Indiz, dass sie sich nicht in der Ideosynkrasie der Hochbegabten und Hyperintelligenten vom "Volk" absonderten, und vor allem dann etwa nur noch ihre Ticks pflegten. Frau Baerbock kokettiert auch nicht wie etwa Frau Wagenknecht mit modelartigen Bodymaßen und ihren Reizen als Frau, sondern sie legt im Gegensatz dazu keinen besonderen Wert darauf ganz deutlich als hervorstechend erotisch attraktive Frau zu überzeugen. Ein wichtiges Plus übrigens, was auch Frau Merkel eher sympathischer machte, neben der Tatsache, dass sie wohl offensichtlich nicht korrupt zu sein scheint. Auch Baerbocks Aufstiegswillen halte ich nicht für korrupt, aber für verdächtig, weil jemand die als Mächtige am Ende "everybodies"-Darling sein will, eher unfähig ist, auch unbequeme Entscheidungen zu treffen. Und bei allem politischen Dissens zu Merkel, hat diese am Ende ihrer Karriere - anders als zu Beginn - immer weniger Wert auf populistische Forderungen gelegt, sondern durchaus selbstbewußt zu ihren Meinungen und Entscheidungen gestanden. Schlimm war, dass Merkel niemand erfolgreich neben ihr hochkommen lassen wollte, und Ähnliches befürchte ich auch von Frau Baerbock.

Noch schlimmer ist die von vielen geteilte Aussage, Frau Baerbock sei besser "vernetzt" als Habeck, auch wenn ich letzteren nicht für schlecht vernetzt halte. "Gut vernetzt" ist heute die charmante Umschreibung für einen Begriff, mit dem man früher oft politische Gegner denunzierte, der aber dennoch in der Politik in der Beurteilung von handelnden Parteigänger(inn)en als zutreffend betrachtet werden darf: Ein "Apparatschik" ist ein Mensch für den die Partei so wichtig ist, dass er sich selbst, seine eigene Einstellung und sein eigenes Wesen dieser seiner so wichtigen Heimat und Herkunft unterordnet. Auch hier bin ich mir nicht sicher, ob Frau Baerbock wirklich die kritische Fähigkeit auch zur zeitweilig notwendigen Distanz zur eigenen Partei mitbringt, die eine unabhängige Regierungsführerin eigentlich besitzen und auch zeigen sollte.

Frau Baerbock bemüht sich sehr stark um politische Macht und die entsprechende Durchsetzungsfähigkeit, was eigentlich als ein positiv rebellisches Zeichen zu bewerten wäre, angesichts der Tatsache, dass Frauen früher schon kulturell prinzipiell gegenüber ihren männlichen Geschwistern durch ihre Väter, aber auch von ihren eigenen Müttern zur Aufrechterhaltung der Rollenklischees eher zur Zurückhaltung aufgefordert oder gar gezwungen wurden.

Frau Wagenknecht wirkt beispielsweise im Vergleich zu Frau Baerbock mit den als ihr Markenzeichen in die Landschaft gestreckten langen Beinen für uns Männer eher ein wenig sexy und insofern als ein "Objekt" der Begierde, aber dann auch wieder ganz abgehoben und insofern eher nur arrogant, während Frau Baerbock einen eher polternden Eindruck hinterlässt, den ich mir leider oft selbst auch - zum Leidwesen meiner Mitmenschen - bei der Wahrnehmung von antizipierten und erkannten "Ungerechtigkeiten" als selbsternannter Rebell und Weltverbesserer über viele Jahre angewöhnt hatte, und den ich mir jetzt, belehrt z.B. durch Menschen wie Herrn Habeck aber natürlich noch viel mehr inspiriert durch wirklich bedeutsame Philosophen wieder ein wenig abzugewöhnen versuche. Was ich in Frau Baerbock ablehne sind also u.U., wie dies der Psychologe Alfred Adler beschreibt, weniger deren als vielmehr meine eigenen Fehler, die ich selbst immer wieder mache, und auf die ich alles andere als stolz bin. Aber ich bewerbe mich ja auch nicht um ein politisches Führungsamt, und störe mit diesen Fehlern den Lauf der Welt eben nicht.

Man stelle sich aber vor, eine Frau wie Frau Baerbock, der es für mich scheinbar so offensichtlich eher an Gelassenheit und innerer Stärke in Konflikt- und Krisensituationen zu mangeln scheint (ähnlich übrigens wie dem"starken" Söder, der doch in Wirklichkeit oft nur ein polternder Choleriker zu sein scheint) würde nun an vorderster Stelle unsere Republik als Moderatorin zwischen Bürgern, Wirtschaft, Bund und Ländern durch die nächste Pandemie führen. Die aussitzenden Fähigkeiten der von mir politisch ansonsten eher ungeliebten Frau Merkel haben sich doch sehr positiv auf die notwendige Vermeidung von Hysterie in schwierigen Zeiten ausgewirkt.

Herr Habeck, der neben dieser ausgleichenden Art auch noch wirklich Visionen und politische Ziele in die richtige Richtung besitzt, den könnte ich mir in einer solchen Rolle schon deutlich besser vorstellen. Selbst Herr Scholz, der mir als ansonsten eher inhaltsleerer Pragmatiker ebenso politisch ungeliebt ist, hat diese Fähigkeit zur Krisentoleranz. Nach wie vor bin ich zudem der Meinung, entgegen der Mehrheit meiner Mitbürger, dass wir Bundesbürger bisher international vergleichsweise gut durch die Pandemie gekommen sind, und das ist, mir fällt es schwer dies zuzugeben, zu einem erheblichen Maß neben der hervorragenden demokratischen Grundordnung unseres Landes ausgleichenden Politikerinnen und Politikern wie gerade auch Frau Merkel zu verdanken, selbst dann wenn sie heute unmittelbar samt Impfdebakel und angesichts der widersprüchlichen Debatte um die Ausgangssperre am Tiefpunkt ihrer Karriere angelangt zu sein scheint. Frau Baerbock könnte ich mir in einer solchen Rolle überhaupt nicht vorstellen, aber wer weiß, vielleicht wächst sie ja doch noch an ihren Aufgaben. Menschen sollen sich ja, wenn auch nur in gewissen Nuancen, im Leben sogar ändern können.

Es gibt aber noch etwas anderes was mich ganz grundsätzlich an dem Prozedere bezüglich dieser "Entscheidung" von Herrn Habeck stört. Für Frau Baerbock scheint mir das keine wirkliche Entscheidung gewesen zu sein, denn die will ja nach meiner Meinung unbedingt dezidiert "nach oben". Mich irritiert die unter längst aufgeklärten Menschen bezüglich der Gleichberechtigung der Geschlechter jetzt wieder aufkeimende Debatte darüber, ob wegen der jahrhundertelangen offensichtlichen Unterdrückung der Frauen, uns Männern generell und auf Dauer durch nachwachsende Frauengenerationen die Macht im Staate eher ganz abgenommen werden sollte.

Sieht man sich in Wirtschaft und Politik um, die nach wie vor zu einem überwiegenden und erheblichen Teil in den Händen von machtgeilen Männern liegen, so sieht dieses Problem von uns relativ immer noch zu wenigen Männern, die sich Frauen in verantwortungsvolle Ämter und Aufgaben wünschen, wie ein "Luxusproblem" aus. Warten wir doch erst einmal darauf, dass Frauen wirklich gleichberechtigt sind, bis wir dann solche Fragen nach der "Unterdrückung des Mannes" stellen.

Nun eigentlich kann kaum jemand ein schlechteres Männerbild haben als ich selbst. Nicht nur, könnte man sarkastisch hinzufügen, weil ich mich selbst kenne, sondern gerade auch weil ich in eine sehr konservative Familie hinein geboren wurde, in der sich die männlichen Patriarchen vor allem autoritär bis hin zu extrem ungerecht und zum Teil sogar menschenverachtend und arrogant verhalten haben. Zu meinen bedeutsamsten Kindheitserfahrungen gehört, dass die Haushälterin und "Putzfrau" erst meiner Eltern und dann auch meiner Mutter für mich zu einer zweiten Mutter wurde, die ich sehr mochte und sogar liebte. Ich konnte und wollte es nicht ertragen, dass sie nicht mit uns am "Herrentisch" im Esszimmer aß, sondern ihre Mahlzeiten in der Regel allein für sich in der Küche zu sich nahm. Sie aber, meine "Maria", denn so hieß sie, sagte mir, Uli, Du musst lernen, dass es im Leben eine Ordnung gibt, und dazu gehört auch die Unterordnung. Gut, ich habe das bis heute nicht begriffen, und ich wollte auch nicht einer dieser Männer sein, der für sich Privilegien in Anspruch nahm, ohne diese durch eigenes Wohl- und Gemeinschaftsverhalten auch tatsächlich erworben zu haben. Hinzu kam die indirekte Forderung, durch meine Großmutter, ich möge doch zu den "Eisenbahnerkindern", die auf der gleichen Straße in Mietwohnungen wohnten, doch möglichst wenig Kontakt halten, denn die wären kein geeigneter Umgang für uns. Kurzum männliche und soziale Ungerechtigkeiten und der damit verbundene Dünkel sind mir bis heute ein Gräuel. Aber sie nicht ständig zur Kenntnis zu nehmen, obwohl sie überall vorhanden sind, gehört irgendwie auch zur Kunst des Überlebens, doch das meine ich nicht in diesem Zusammhang, damit möchte ich die Probleme nicht klein reden.

Politisch hat mich die Entscheidung von Herrn Habeck gegen sich selbst und für Frau Baerbock tief enttäuscht, denn nach Willy Brandt dachte ich mich mit Habeck wieder endlich mal über den eher zurückhaltenden, demütigen und dennoch festen Charakter eines Kanzlerkandidaten freuen zu dürfen und ihn - wenn auch nur auf dem Stimmzettel - entsprechend unterstützen zu können. Für Willy Brandt und insbesondere seine Ostpolitik und Demokratievorstellungen bin ich damals politisch sehr aktiv eingetreten und auch Willy Brandt hatte natürlich menschlich bekanntermaßen seine Macken, aber er wurde für mich zum Idol. Ob wir heute noch Idole brauchen, weiß ich nicht. Ich brauchte damals welche. Er war eins, und Frau Baerbock wäre das sicher nicht für mich, wenn dann schon lieber Greta, aber die steht bei uns im Herbst nun einmal nicht auf dem Wahlzettel, und als Kanzlerin könnte und wollte ich sie mir auch nicht vorstellen.

Ja, es ist also nach Merkel mal wieder eine Frau geworden, die zumindest begrenzte Chancen auf dieses wichtige Amt hat, und alle "Feministinnen" schreien schon deshalb ungeprüft "Hurrah!" bzw. trillern mit ihren Pfeifen. Und dass es eine Frau ist, finde ich als historischer "Anti"-Mann eigentlich auch gut, aber Frau Merkel und Frau Baerbock verkörpern nach meiner Meinung genau das, was ich bei uns Männern ein Leben lang gehasst habe, die Rigidität im Umgang mit anderen Menschen und die Unfähigkeit leidenschaftlich auch zu "träumen". So wie selbst eine machtgeile Frau Merkel auch zu guten Entscheidungen fähig war, so wird dies auch Frau Baerbock sein, indem sie durch die Verhältnisse der Zeit, die grundsätzliche Qualität unserer politischen demokratischen Institutionen und zudem durch wirklich kritische Leute dazu gezwungen wird. Ansonsten muss ich leider nach wie vor eher bitter sagen, ein Habeck wäre für mich authentischer, glaubwürdiger und insofern besser gewesen und hätte eine positive Aura gegenüber Söder (inzwischen Laschet) und Scholz in den Wahlkampf genommen, die die mit Klamauk auftretende Baerbock nach meiner Meinung nicht gewinnen kann.

Meine Schwester schrieb mir dazu, dass ich völlig falsch liege und meine geschlechtsspezifischen Zuschreibungen nicht nur nicht mehr zeitgemäß seien, sondern einfach falsch und zu kurz gedacht. Das ganze Thema an „Mann“ und „Frau“ aufzumachen ist für sie deshalb vom Ansatz her total unpassend. Aber wenn dies so unpassend wäre, warum ist es denn Habeck nicht geworden? Nicht Frau vs. Mann? Genau das war doch leider der Grund für den Rücktritt von Habeck, was ich sehr bedauere. Da beißen sich "die" Katzen doch argumentativ in den eigenen Schwanz.

Wovon reden wir? Doch davon, dass Frauen die Chancen nicht genommen werden dürfen auch leitende und vor allem verantwortliche Aufgaben zu übernehmen. Und wenn sie sich dabei qualifizierter als Männer herausstellen, dann hätte ich auch nichts gegen Gremien mit einer deutlichen Frauenmehrheit und eben nicht nur (sic!) "Gleichheit". Und Quoten sind auf dem Weg dorthin sicher sogar für einen gewissen Übergang richtig und wichtig. Aber gerade die Grünen hätten beweisen können, weil dies auch deren Wirklichkeit entspricht, dass sie keine Quotenfrauen aufstellen müssen, deren Politikerinnen sind häufig sehr kompetent und kenntnisreich. Genau die Quote war aber albernerweise wieder der öffentlich vorgetragene Grund, warum der für mich politisch viel weitblickendere Habeck Frau Machtgeil den Vortritt lassen musste, und genau das zeugt von mangelnder Souveränität mit dem Thema.

Die offizielle Begründung vorab war, Baerbock habe als Frau das Erstentscheidungsrecht, und so etwas ist dumm und rassistisch.

Sorry, aber in Deutschland wurde Habeck in den entscheidenden 3 unterschiedlichen Talk-Shows bzw. Interviews im Vorfeld dazu, jeweils geführt von einer Frau als Moderatorin oder Fragende übrigens, schon vor Wochen deshalb in Bedrängnis gebracht, ob er als Grüner nicht der Frau den Vortritt zu lassen habe, und das dann auch, was ich für einen politischen Fehler hielt, aufgrund der auch feministischen Programmatik der Grünen dann leider selbst sogar bejahte. Jetzt wird ihm auch noch nachgesagt, dass er die falsche Begründung gegeben habe, und dass Frau Baerbock ja nur "aufgrund der größeren Kompetenz in Sachfragen" von ihm vorgelassen worden sei. Fairerweise hat er dabei tatsächlich jedoch stets Frau Baerbock als sehr kompetent dargestellt und auch die Zusammenarbeit mit ihr als sehr harmonisch beschrieben.

"Das echte Talent erkennt man weniger an seinen erstaunlichen Anlagen als in der selbstlosen Fähigkeit, die überlegene Leistung eines anderen glühend zu verehren. Das ist die Noblesse der Ebenbürtigkeit." (FRANZ WERFEL*)

Anders als Söder, der seinen Mitbewerber nur taktisch gelobt hat, konnte Habeck auf seine wirklich gleichberechtigte und erfolgreiche Zusammenarbeit ehrlich verweisen.

"Ständiges Zusammensein ist großartig – aber nur für siamesische Zwillinge."
(VICTORIA BILLINGS*)

Aber am Ende ist er dann eben doch über diese "Frauenideologie" gestürzt, obwohl Habeck der eigentliche Autor der neuen erfolgreichen Grünenpolitik des "Zuhörens auch beim politischen Gegner" war, und Frau Baerbock für die grüne Basis immer den parteizentrierten Beißhund gespielt hat. Man betrachte bei den öffentlichen Auftritten immer genau den heimlich "neidischen" Blick dieser Frau mit dem visuellen Dolch im Rücken. Politisch ist dieser Rücktritt sicher die Bestätigung einer gewissen Kontinuität, aber es geht auch darum uns Männern das Selbstbewusstsein angesichts guter Leistungen zu bewahren und vor allem die Notwendigkeit zu begründen, dass jetzt ideologische Gräben überwunden werden müssen.

Ja, auch ich fand diesen feminin geforderten und dann "freiwillig" (Wer's glaubt wird selig!) "Verzicht" von Habeck politisch blöd. Man könnte jetzt daraus sogar, wenn man Politik als das reine Spiel von Macht und Durchsetzungskraft betrachtet, den Schluss ziehen, dass Herr Habeck unter Umständen deshalb der schlechtere Politiker im Vergleich zu Baerbock sei. Jetzt heißt es sogar umgekehrt: "Ja die grünen Männer sind Weicheier, die sich von ihren Frauen die Welt diktieren lassen, anstatt zu begreifen dass eine neue Männlichkeit eben nicht antifeminin sein muss wie auch ein moderner Feminismus nicht antimaskulin ist."

Die kluge und von mir bewunderte starke Frau Lea Fitz hat die Absurdität, die all solchen "Auswahlen" zugrunde liegt, mit der folgenden "Tragödie" beschrieben: "Frauen sind stark und sollen schwach tun. Männer sind schwach und müssen stark tun." (LISA FITZ*)

Gesiegt haben auf beiden Seiten mal wieder die Geschlechtshardliner, wobei gerade Habeck ein so wunderbarer Mediator der Notwendigkeit des gegenseitigen Verständnisses füreinander und der Notwendigkeit der Kooperation in den vor uns liegenden schweren Zeiten ist.

Nein, keine Angst, im Ranking der drei Machtgeilen ist Söder und nicht Baerbock als Person auch für mich ganz unten, und zwischen den beiden liegt dabei dann auch eher noch Scholz. Aber mir geht es immer mehr sehr auf den Senkel, gerade weil ich die wirklich weiblichen "Tugenden" des Suchens von Gesprächen, statt des Erschlagens des Gegners mit Waffen, und die Priorisierung des pragmatischen Lebens als "Mütter" gegenüber der Todessehnsucht der militaristischen, nationalistischen und fundamentalistischen Männer sehr schätze, dass sich ein Mann inzwischen dennoch vor allem nur für sein Geschlecht und nicht ausschließlich für sein Verhalten zu rechtfertigen hat. Zudem sollte man bedenken, dass auch Frauen geistig festgefahren und ideologisch fundamentalistisch sein können. Das beweisen die bitteren alten streng religiösen Frauen in schwarzem Gewand aber auch meine Großmutter zählte zu diesen eher verbiestert und lieblos durchs Leben schreitenden Personen.

Baerbock hat, obwohl parteilich ausgewiesene "Realo", solch eine Neigung zum andere negierenden "Fundiismus". Habeck wäre eben definitiv auch als Kanzler der weniger von sich selbst voreingenommene Mensch gewesen, und das hat ihn bei mir und bei vielen gerade auch neuen Wählern der Grünen so sympathisch gemacht.

Und hier mein Aufruf und gleichzeitiges Fragezeichen an die hoffentlich richtige Adresse: Ihr modernen Frauen wollt immer zu recht nicht nur als Frau gesehen werden, und dann soll es bei den Entscheidungen in einer Partei der "Gleichberechtigung" darüber, wer denn politisch wie und über was entscheiden soll, doch plötzlich wieder umgekehrt wichtig sein, dass die beste Wahl nur eine Frau, und somit das Geschlecht sein kann? Habeck verkörpert genau das, was ich an so vielen weiblichen Geschlechtsgenossinnen von Baerbock mit Rosa Luxemburg und Hannah Arendt so geschätzt habe, die Menschlichkeit und Würde eines August Bebel, und die ist eben ganz und gar geschlechtsunspezifisch. Diese Erkenntnis wünsche ich auch meinem Enkel. Ich hoffe, dass er als erwachsener Mensch nicht nur deshalb vor einer Frau zurücktritt, wenn er sich für eine Aufgabe besser geeignet hält und diesen Dienst verantwortungsvoll ausfüllen möchte, weil seine Mitbewerberin eine Frau ist, vor allem dann, wenn diese sogar auch noch weniger kompetent für die jeweilige Aufgabe zu sein scheint.

Frau Baerbock ist in ihrem Auftritt deutlich "stärker" und "bestimmter" als der oft zweifelnde Habeck. Für die Grünen und einen denkbaren Wahlerfolg wäre dieses Führergehabe jedoch völlig unnötig, vor dem Hintergrund der guten Sachargumente für die neue Ökologie- und Klimapolitik. Anders als Habeck ist Baerbock gegenüber den zahlreichen Andersdenkenden auf Krawall gebürstet. Ihr fehlt zudem jedes Gespür für eine neue Sozialpolitik der Grünen, denn gerade Habeck hat eine eindeutige Verknüpfung von Ökologie und (!) sozialer Wirtschaftspolitik gefordert. Jetzt plappert sie ihm plötzlich insofern nur nach. Er ist einer der Ghostwriter der neuen Grünen. Frau Baerbock ist später nur mit Karriereabsichten dazu gestoßen, auch wenn sie sicher durchaus den einen oder anderen klugen Vorschlag mit Sachargumenten engebracht haben wird. Grüne Politik kann aber nur dann erfolgreich sein, wenn sie auch die Armen und Entrechteten auf die Reise mitnimmt. Klimapolitik darf eben nicht der Biodiesel für die wohlhabenden Eliten sein. Sollte sie die Partei nicht weiterhin "habeckisieren" dann muss sie auf Dauer scheitern und treibt den konservativen und vor allem nationalistischen Populisten weiterhin die Wähler zu.

Nun, ich bin weder Mitglied noch enger Parteigänger der Grünen, dazu sind sie mir doch zu wenig "links" und auch noch immer zu wenig liberal, aber ich wäre ein potentieller linksliberaler Grünen-Wähler, der allerdings keiner populistischen Machterhaltungselite die Stimme geben würde. Insofern werde ich alles tun, um Freunde und Bekannte vor den politischen Egos zu warnen, doch eine Baerbock wird das nicht schrecken. Am Ende werden die grünen Politiker, wenn Sie sich weiterhin nur vom Machterwerb und weniger von ihren Grundsätzen leiten lassen, ebenso wie die ursprünglich durchaus glaubwürdigen Sozialpolitiker in den großen Volksparteien, selber wieder zu pauschalisierenden Populisten mutieren, wie beispielsweise Kretschmer in Baden-Württemberg, und damit wäre für die wirklich notwendigen Veränderungen kaum etwas gewonnen. Söder ähnelt bereits Trump, die Grünen haben mit dem behäbigen Fischer ihren ersten großen Selbstdarsteller verloren, jetzt also kommt ein neuer weiblicher dazu.




tagesspiegel online 11.5.2021

Ich sehe schon wie sie einen etwaigen Wahlsieg der Grünen als ihren persönlichen Wahlsieg feiern lässt, obwohl doch nur die Verhältnisse zu grüner und sozialer Politik drängen. Igitt, eine Siegerin Baerbock mit Siegerpose statt eines bedachtsamen Habecks, der selbst im Triumph noch die nötige Haltung und den Respekt für den Gegner bewahren würde. Nun, Habeck wird bei ihr bleiben um mit ihr zusammen zu streiten und sie auch zu fordern und hoffentlich zu kontrollieren. Das spendet mir einen gewissen Trost. Am Ende aber, wenn eine Baerbock die Macht in den Händen halten sollte, wird sie sie wohl weiterhin weniger gerne teilen wollen, als sie dies jetzt eher taktisch vorgibt.

Ach ja, Frauen sind ja die geborenen Machtteilerinnen, dafür gibt es historisch auch wirklich gute Beispiele. Frau Merkel wurde ja bereits thematisiert. Hier nun ihr großes Vorbild und ihre "gleichberechtigende" Vorgängerin in gleicher Sache, stahlhart, Gewerkschaftszerstörerin, Kriegshetzerin aber eben eine wunderbare und in Wirklichkeit eher wunderliche "Frau":

"Eines der Dinge, die mich die Politik gelehrt haben, ist, daß Männer keine vernunftbegabten oder vernünftigen Wesen sind. (MARGARET THATCHER*)
Wenn in der Politik etwas gesagt werden soll, fragt man einen Mann. Wenn etwas getan werden soll, fragt man eine Frau.
(MARGARET THATCHER*)
Mir ist gleichgültig, wieviel meine Minister reden – so lange sie tun, was ich sage.
(MARGARET THATCHER*)
Es spielt für mich keine Rolle, daß ich eine Frau bin. Ich betrachte mich selbst als Premierminister.
(MARGARET THATCHER*)
Willst du eine Rede hören, dann geh zu einem Mann. Willst du Taten sehen, dann geh zu einer Frau.
(MARGARET THATCHER*)"

Noch eindeutiger äußert sich eine nicht weniger peinliche Person:
"Wenn ein Mann zurückweicht, weicht er zurück. Eine Frau weicht nur zurück, um besser Anlauf nehmen zu können. (ZSA ZSA GABOR*)

Das klügste "Gesamturteil" aber in dieser Debantte würde dann doch wohl am besten Sir Popper sprechen, denn trotz meiner Ablehnung von Frau Baerbock als Führungspersönlichkeit, kommt es auf ihre historische Rolle an:

"Die Frage, wer an die Macht kommen soll, ist falsch gestellt. Es genügt, wenn eine schlechte Regierung abgewählt werden kann." (KARL RAIMUND POPPER*).


Mir allerdings, als ein maßloser und nur romantischer Mensch, ist und bleibt das dann doch zu wenig, was indiziert, dass ich wohl zu recht nicht zum Sir geadelt und entsprechend dazu von meiner Queen auch nicht mit deren Schwert "geschlagen" worden bin.

Kleiner Nachtrag, erschienen erst nach der Erstellung dieses Blogbeitrages,
und natürlich auch ohne ihn zur Kenntnis genommen zu haben:

Habecks Rueckzug: Ein Held, weil er Normales tut

Ich denke, man kann sich vorstellen, dass ich dieser Autorin in keiner Weise zustimmen würde, aber wie im Leben auch sonst, haben Frauen ja gerne das letzte Wort. Es sei ihnen gegönnt, aber das "Gönnen" ist selbst ja auch schon wieder eine männlich verachtenswerte Geste.

Vor dem Finale: Es ist vorbei Baerbock schreibt die TAZ,
aber trotz des so notwendigen "memento mori":
Totgesagte leben oft länger.

(Alle mit * versehenen Zitate in diesem Blog aus: Marco Fechner, Das Zitatenbuch, Wiesbaden 2013)