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Entmachtet Euch!

Statt sich über Verschwörungen zu empören
lieber die Vernunft beschwören

"Wie Eigenwille und Eigentum machtlos werden, so muss die
Eigenheit oder der Egoismus überhaupt es werden."
(Max Stirner, Der Einzige und sein Eigentum - Ausführlich
kommentierte Studienausgabe, Freiburg/München 2016, Seite 137)

 

Verschwörungen basieren auf einem Schwur. Ein Schwur wiederum ist ein ernst zu nehmendes Versprechen. Für gute Ziele und damit verbundenes gutes Handeln ist Verschwörung in diesem Sinne eigentlich ein wünschenswerter Prozess. Gemeinschaftlichkeit setzt Verlässlichkeit, Verbindlichkeit und Vertrauen voraus, die in einer Verschwörung in gewisser Weise automatisch angelegt sind. Merkwürdig indes ist bei einer Verschwörung die scheinbare Notwendigkeit des Geheimen unter den Wenigen, Eingeweihten, das eigentlich nur dann einen Sinn macht, wenn sich durch unangemessene Mächte bedrohte Menschen darauf vorbereiten sich gegen unlegitimierte und auf Verletzung des Humanen gerichtete Gewalt zur Wehr setzen zu wollen. Verschwörungen wird implizit, oft ohne einen entsprechenden Nachweis, eine kaum zu erklärende Wirkmächtigkeit unterstellt; deshalb haben so viele Menschen Angst vor Verschwörungen, aber auch aus prinzipiellen anthropologischen Gründen, weil wir Menschen mit der letztendlichen Unerklärbarkeit von Welt und ihren Schicksalen zumeist nur schlecht zurecht kommen.

Wo es Verschwörungen gibt, da gibt es auch Verrat. Die große nach wie vor gültige politische Formel: „Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!“ ist zu Genüge diskutiert worden. Noch immer scheinen Sozialdemokraten aus ihrer Verleugnung des sozialen Impetus, der aktuell notwendiger denn je ist, und dem Verrat an ihren bedürftigen Stammwählern nur wenig gelernt zu haben. Dass christliche Parteien Jesus, den Kritiker des Pharisäertums, als einen Kommunisten aus ihrer Partei ausgeschlossen hätten, wundert ebenfalls heute niemanden mehr. In der Geschichte neuer indes ist der Verrat auch der Liberalen an sich selbst. „Wer hat sich selbst verraten? Freidemokraten“. Im Mittelpunkt der aktuellen Debatte um notwendige gesellschaftliche Veränderungen angesichts der Coronakrise steht der „Freiheitsbegriff“.

Beschäftigt man sich mit der aktuellen Debatte um die Ängste bezüglich der Einschränkung von „Freiheit“ in Coronazeiten, so könnte es einem eigentlich schwindlig werden. Dabei findet man sich in guter philosophischer Gesellschaft: „Angst ist das Schwindligwerden und Schaudern der Freiheit, die vor der Wahl steht“ (Karl Jaspers). Angst ist in gewisser Weise auch die Neurose von Menschen, die als Dogmatiker und konservative Reaktionäre die „Ewigkeit des Augenblicks“ (Jaspers) nur einfach festhalten wollen. Jaspers führt insofern aus „Die 'Ewigkeit des Augenblicks' ist der in sich sich widersprechende Gedanke'“. Jaspers spricht, natürlich zu Zeiten als es Corona noch nicht gab, von der „Freiheit als dem meistgebrauchten Wort unserer Zeit“, und meint damit wohl die Moderne an sich, die in den nachfolgenden postmodernen Zeiten mit dem „anything goes“ sogar noch eine weitere fast schon absolute Freiheitsdefinition ergänzt hat, obwohl Feyerabend, von dem dieser Begriff für die Wissenschaft geprägt wurde, auch nur ein Gegner aller einseitigen und engen wissenschaftlichen Methoden und Dogmen war.

Jaspers moniert, dass Freiheit, wie so oft behauptet, kein einfacher, genauer und historisch eindeutiger Begriff ist, sondern eben vielmehr der jeweiligen Aushandlung bedarf: „Was sie sei, scheint allen selbstverständlich. Jeder Staat, jedes Volk, jeder Einzelne will frei sein. Im Anspruch und in der Behauptung der Freiheit scheint alle Welt einig. Aber nichts ist unklarer, vieldeutiger, mißbrauchter als 'Freiheit'.“

Einer der besten Aphorismen in dieser Sache stammt sicher von dem so freiheitsbewußten Polen Leszek Kolakowski, den ich wegen dessen Kritik des "Endzeitdenkens" und dem Streben nach "Endlösungen" persönlich sehr verehre: "Wir können unsere Freiheit nur vor dem Hintergrund unserer Unfreiheit denken; wir können denken, wir seien frei, weil wir wissen, was es bedeutet, unfrei zu sein, und umgekehrt."

In den wichtigsten Krisen unserer Zeit, der „Klimakrise“ und den „Pandemien“ wird die Freiheit zum Megathema. Ein im engen kirchlichen Sinne religiös gläubiger Mensch könnte fast meinen, Gott habe uns diese Krisen geschickt um uns zu läutern.

Wer also hat uns aber tatsächlich die Klimakatastrophe, und wer die Coronaviren geschickt? Noch ist man sich wissenschaftlich und politisch uneins, ob die Freiheit der Auto-Mobilität, die Freiheit der Fleischfresser, oder unsere Heizungs-, Konsum- und Klimatisierungsorgien die Ursache für den bedrohlichen Klimawandel, den Rückgang von Gletschern, Regenwäldern, die Abfall- und Plastikverschmutzung sowie das Arten- und Waldsterben bzw. die Erhöhung der Meerespegels sind. Wahrscheinlich sind alle Faktoren zusammen Gefährdungspotentiale für das Überleben der Menschheit. Wenigstens bei der Klimakatastrophe scheint man sich mehr oder weniger einig zu sein, dass dahinter wohl keine große Weltverschwörung der „Juden“ oder des „Großkapitals“ steckt, sondern dass wir alle von der multifaktoriellen Genese einerseits betroffen und andererseits durch unsere Lebensgestaltung oft auch selbst verantwortlich sind. Manche leugnen zwar noch den Katastrophencharakter der Klimakrise, und sehr ähnliche Muster finden sich jetzt auch in der Coronakrise wieder. Die Systemfrage, die sich dabei mit dem Anspruch auf einen "Systemwechsel" immer dringlicher stellt, die lasse ich in diesem Blog offen, denn die zerstörerische Kraft der kapitalistisch orientierten Gesellschaft wurde an anderer Stelle genügend gebrandmarkt, und wer es immer noch nicht merkt, der wird sich auch hier kaum von einer notwendigen Systemwende überzeugen lassen.

Krisen, so scheint es, werden irgendwo „verursacht“ und auf die eine oder andere Weise von den dafür Verantwortlichen zu uns „geschickt“.

Fraglich ist nur, ob wir auch wirklich geschickt genug sind uns gegenüber dem Geschickten vernünftig zu verhalten, oder gar das Geschickte vernünftig anzunehmen oder auszuwählen.

Mit dem Aufruf zur „Umkehr“ kann man sich schnell mit den dunklen Mächten des Schicksals verfangen. Nach Heidegger hat uns die Moderne den denkbaren Untergang des Humanen vor allem die moderne Technik mit ihren allzu verführerischen Medien geschickt, indem sie uns mit immer mehr „Zurhandenem“ die Welt zur Aufgabe und Interpretation verstellt und uns in ihrer „Unwesentlichkeit“ verlieren lässt. Die einzige Freiheit sei nach Heidegger die, in der man sich selbst ergreift und aus dem Dasein in eine Existenz überführt. Grundidee aller Existenzialisten. Für sich selbst hat Heidegger in seiner Nähe zum Nationalsozialismus allerdings nicht gemerkt, wie sehr er sich selbst die eigene Zukunft durch die Koketterie mit dem Horror des „Sich-selbst-absolut-und-totalitär-Setzenden“ verstellt hat. Heidegger war insofern nach Jaspers ein eher unfreier Mensch.

"Freiheit behauptet sich erstens gegen den Anspruch auf den Besitz der einen absoluten Wahrheit durch den Willen zur Kommunikation von Selbst zu Selbst; sie behauptet sich zweitens gegen Menschenvergötterung durch öffentliche Diskussion; sie behauptet sich drittens gegen die Leugnung der Freiheit durch das Vertrauen zum Menschen" (Jaspers)

Vergöttert werden jetzt Virologen aber auch Frau Merkel als "Naturwissenschaftlerin", die sie längst nicht mehr ist und in ihrer aufregenden Konsequenz wahrscheinlich auch niemals war, nur deshalb weil sie in einer allgemeinen Hysterie das eigentlich Naheliegende getan hat: "Ruhe bewahren". Die deutsche Öffentlichkeit liegt einer Frau zu Füßen, die sich stets dadurch ausgezeichnet hat, für nichts eine wirklich Vision, aber zur Macht und deren Ausübung stets einen engen Draht gehabt zu haben. Politische Konkurrenten hat sie stets ausgetrickst wie ihre ebenso machtbesessenen Vorgänger und hat sich dennoch eine Aura geschaffen, die sie von denen dann auch noch positiv abhob. Vernünftig ist das Aussitzen von Problemen und deren permanente unaufgeregte Leugnung durch ein "Wir-Schaffen-Das" nie gewesen, aber der Deutsche Bürger ist inzwischen schon zufrieden wenn ein führender Politiker nachweislich persönlich nicht korrupt und im Privatleben vielleicht sogar auch bescheiden ist.

Sehnsüchtig warteten viele Deutsche im Sinne Heideggers auf eine "technische" Endlösung zur Vermeidung einer mittelalterlichen Pest. Eine App musste her, wie man das heute Neudeutsch so nennt. Das Handy als unmittelbar engstes und uns alle aktuell über“mann“endes allzu leicht und allzu schnell zurhandenes Werkzeug, geboren aus der Sehnsucht nach weiblicher Sprachlichkeit und familiärer Gemeinsamkeit scheint uns in der Folge auch im Alltagsleben überall in seinem Bann zu halten. Die neue Vernetzung als Technik der Gemeinsamkeit, die das Tablet oder das Smartphone zugleich hervorrufen, könnte in gewisser Weise vielleicht aber auch mit Hölderlin das Rettende sein, auch wenn die ersehnte und erhoffte App immer noch nicht auf dem Markt ist, und durch den Rückgang der Infiziertenzahlen inzwischen vorerst obsolet geworden ist.

Hölderlin sieht die Sendung des Schicksals und des Rettenden noch bei Gott in dessen Güte:

„Voll Güt ist; keiner aber fasset
Allein Gott.
Wo aber Gefahr ist, wächst
Das Rettende auch.“
(Hölderlin)

Nichts kann aktuell mehr Mut machen als dieser schöne Gedanke, dass die modernen Krisen ein Ausdruck der positiven Güte des Schicksals sind, um uns zu einer positiven Umkehr zu bewegen.

Hölderlin verkörpert dieses „Ja zum Dasein“ trotz all seiner Widrigkeiten, von der Jaspers sagt, es sei „das große und schöne Wagnis, weil es die Stätte der Verwirklichung von Wahrheit, Liebe, Vernunft“ sei. Hölderlin sieht die „Brücken“, die es zu bauen gilt, die das Überschreiten im Wagnis aus der Auswanderung von den dunklen Mächten der uns begrenzenden Herkunft aber auch die Wiederkehr in die „Heimat“ des Bekannten und Sicheren ermöglichen. Und was haben wir uns in der Quarantäne mehr gewünscht und zugleich auch geschaffen als neue technische Brücken.

Im Finstern wohnen
Die Adler und furchtlos gehn
Die Söhne der Alpen über den Abgrund weg
Auf leichtgebaueten Brücken.
Drum, da gehäuft sind rings
Die Gipfel der Zeit, und die Liebsten
Nah wohnen, ermattend auf
Getrenntesten Bergen,
So gib unschuldig Wasser,
O Fittige gib uns, treuesten Sinns
Hinüberzugehn und wiederzukehren.
(Hölderlin)

Nun befinden wir uns in der Tat in einer Gesellschaft, in der wir uns gerne immer mehr online alles, sowohl Liebe als auch Wohlergehen zur Gestaltung unserer privaten Heimate, „schicken“ lassen. Der größte Versender in dieser Hinsicht ist nicht mehr der „liebe Gott“ sondern Amazon. Die frohe Botschaft des neuen neuen Testamentes wird insofern von DHL, DPD oder United Parcel Services verkörpert und verkündet. Endlich eingetroffen, worauf wir doch so lange gewartet haben, die Ware, unser Messias! Das Geschickte scheint immer mehr unser Schicksal zu bestimmen.

Wer also hat uns die großen Krisen geschickt? Stehen wirklich Verschwörungen dahinter, und ist es wirklich wichtig zu wissen, woher sie kommen, solange uns solch ein Wissen nicht hilft die „Ursachen“ zu bekämpfen?

Hat Amazon chinesische oder amerikanische Wissenschaftler angestiftet, Corona zu erfinden um seinen Umsatz im Online-Sektor zu stärken? Natürlich nicht, denn auch wir Corona-Opfer müssen unsere Bestellungen bezahlen, und dafür wiederum braucht es eine intakte Weltwirtschaft ohne prekäre Lebensverhältnisse, in denen vielen Menschen nicht nur physisch sondern vor allem auch ökonomisch die Luft ausgeht.

Natürlich ist auch die globale Einsamkeit egomanischer, vielleicht sogar chinesischer oder amerikanischer Wissenschaftler in ihren Laboren ein Risiko für uns alle, und schon deshalb hat alles wissenschaftliche Agieren soweit möglich und vor allem schnellstmöglich öffentlich zu geschehen, bevor wir alle daran Schaden nehmen.

Den großen Imperien unterstellt man natürlich ebenso alle nur denkbaren schmutzigen Motive oder gar Handlungen, aber auch die Fledermaus als denkbarer "natürlicher" Verursacher könnte von Neurotikern für ihre pure Existenz als möglicher Überträger gescholten werden. Wie aber machen die Fledermäuse das genau, wenn sie sich untereinander gegen uns Menschen verschwören? Für mich ist übrigens, nach allem was ich bisher dazu gelesen habe, die hygienisch wenig erfreuliche Übertragung vom Tier auf den Menschen die wahrscheinlichste Erklärung für das Auftreten des Virus in menschlichen Populationen.

Schelten sollte man nach meiner Meinung im Umgang mit den Corona-Einschränkungen deshalb nur diejenigen, die sich dem fundamentalen Gesetz der Freiheit verweigern, das diese nämlich immer auch sowohl zu einem Recht des Ich als auch zu einem ebenso gleichwertigen Recht des Anderen erklärt.

Jaspers warnt deshalb ausdrücklich vor der „Verleugnung der Freiheit“ „... überall, wo man in der Psychologie sagt: 'Es geht nicht anders, so sind nun mal die Menschen' oder in der Soziologie gar oder in der Nationalökonomie, die dazu gehört: 'Es muß so kommen, es ist Realität, so laufen die Dinge', verleugnet der so Sprechende die Freiheit.“ (Jaspers) Und genau das tut eine Frau Merkel, wenn sie, wie von der eher feigen Mehrheit der Bundesbürger gewünscht, stets von "Alternativlosigkeit" in Hinsicht auf Ihre eigenen Handlungen und Entscheidungen spricht.

Die nur noch wirtschaftsliberalen Politiker, wie der FDP-Vorsitzende Lindner, oder gar die verblendeten Führungskräfte der AfD haben den kollektiven und keinesfalls nur individuellen Charakter von Freiheit noch viel weniger begriffen. Freiheit ist eben nicht absolut sondern ein kollektiver Aushandlungsprozess und wird im Sinne von Jaspers Credo „Wahrheit ist, was uns verbindet!“, und durch die von Habermas so glaubwürdig propagierte „Theorie des kommunikativen Handelns“ ergänzt, nach der das beste Mittel gegen - sowohl geheimnisvolle Macht-Verschwörungen wie auch gegen egomanischen Narzissmus der „liberal“ Vereinzelten - die sich im Gespräch miteinander befindliche Öffentlichkeit ist. Neben den wirtschaftlichen Glücksfaktoren, die die Corona-Pandemie in Deutschland eingegrenzt haben, war das beste Therapeutikum gegen Corona die offene demokratische Gesellschaft, in der der Corona-Diskurs in Deutschland stattgefunden hat. Merkel hatte zusammen mit den Söders dieser Welt die breite Zustimmung der überwältigenden Bevölkerungsmehrheit, die sich in Freiheit ihren politischen Entscheidungsträgern angeschlossen hat. Auf Dauer ist Überwältigung aber kein Freund der Freiheit, und so musste sich das Blatt ebenso demokratisch wenden, also insgesamt ein gelungener Drahtseilakt, über den wir in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern glücklich sein können.

Jaspers verlangt uns allen insofern viel ab, vor allem den Mut, das für uns jeweils Richtige wählen zu können, stets „offen“ zu bleiben und dabei sogar dem Tod sehr wohl sehenden Auges durch ein klug gewähltes „Sterbenkönnen“ nicht zu negieren. Corona hat bei vielen hingegen nur noch einen Instinkt wirksam werden lassen, den Tod um jeden Preis zu vermeiden, selbst wenn die Würde vor allem älterer Menschen im Heim dabei auf der Strecke bleibt.

„Das entscheidende Merkmal der Offenheit für die angeeignete Wirklichkeit im Ganzen ist: das Sterbenkönnen im rechten Augenblick, d.h.die Einsicht, die, unberechenbar und unvoraussehbar, zeigt, wo das Leben nur noch um den Preis der Selbstzerstörung zu retten ist, wenn der Augenblick fühlbar werden läßt, wo der Vernichtung des Daseins nicht zu entgehen ist. Diese Wirklichkeitsnähe verschließt nicht die Augen, ist unermüdlich tätig für das Mögliche, aber läßt sich nicht verführen in Scheinrettungen; sie vergeudet sich nicht an das Unmögliche und verliert die Hoffnung nicht im Möglichen. Alles Dasein muß enden, daher ist Realistik keineswegs das Verhalten, das das Dasein um jeden Preis rettet“ (Jaspers)

Wie auch Hölderlin setzt Jaspers ein mutiges Ausrufezeichen hinter das romantische „Ja zum Dasein“ in selbst schwierigsten Verhältnissen - aber eben nicht als eine simple apokalyptische Analyse des Abgrundes, vor dem man stehen kann und der einen herausfordert, sondern als das Wagnis der Vernunft im Angesicht des denkbaren Scheiterns und des Untergangs. Verzicht auf Scheinrettungen lautet dabei die wichtigste Devise. Für Scheinrettungen standen indes bisher stets sowohl die Kanzlerin als auch die gesamte große Koalition. Ich bin gespannt, wann dieses wackelige Kartenhaus zusammenfällt, und die neuen jungen Radikalen das Ruder übernehmen. Diese mutige Freiheit lässt sich beispielsweise auch nicht durch Gretas hilflosen und dennoch emotional rührenden Ruf nach der rettenden Wissenschaft - oder auf Basis der „richtigen“ naturwissenschaftlichen Analyse der Meteorologen, Virologen oder sonstiger Wissenschaftler herbeireden, sondern sie ist so gefährlich und voller Risiken wie das Leben an sich und erfordert schnelle und radikal neue Taten und Handlungen. Aber ohne bewundernswerte Fachleute wird auch der neue Weg nicht zu beschreiten sein, deshalb mein Lob an anderer Stelle der Facharbeiter(innen), Wissenschaftler(innen), Ärzt(inn)e(n) oder Ingenieur(inn)e(n), die aktuell kreativ und voller Enthusiasmus nach Lösungen für diverse Probleme suchen. Wer die Systemrelevanz auf die zwangsläufig unterbezahlten Polizisten, Feuerwehrleute oder pflegenden Berufe reduziert, hat von unseren Problemen kaum etwas begriffen. Und auch das Rufen nach mehr "Waffen zur Verteidigung" um auch in Europa mehr Macht zu haben gegen allgemeine Bedrohungen und Katastrophen führt selbst nach Meinung eines konservativen Philosophen in die Irre:

""Selbstverständlich brauchen wir ein Ende der Geschichte, nämlich ein Ende der Machtgeschichte. Das ist notwendig geworden durch die Waffen. Es war immer notwendig moralisch, aber jetzt ist es durch den Überschuß der Waffen lebensnotwendig geworden."
(Sir Karl Raimund Popper, Interview im Spiegel 23.3.1992)

Eine denkbare Apokalypse, Kriege, weitere Pandemien oder auch Hungersnöte könnten die kaum zu vermeidenden Begleiter und stets denkbaren Risiken auf diesem Weg sein, aber wenn sie denn eintreten ist dies eh' schlimm genug, und sollte uns folglich umso weniger den Mut nehmen das Leben in seiner Vielfalt weiterhin positiv anzunehmen; denn nach wie vor bleibt jeder neue Tag für uns Menschen ein Geschenk. „In der Freiheit ist zwar das Verderben groß, das völlige Verderben möglich. Ohne Freiheit aber ist das Verderbnis gewiß“ (Jaspers) Diesem Credo stimmt auch ein konservativer aber ebenso optimistischer Philosoph wie Popper zu, selbst wenn das eher wie ein Postulat von uns Romantikern gilt, dem theoretischen Hauptfeinden von Popper:

"SPIEGEL: Sie selbst haben schon vor Hiroschima geschrieben, eines Tages werde der Mensch von der Erdoberfläche verschwinden.
POPPER: Warum nicht? Es gibt unabsehbare Gefahren. So wie wir alle sterben, wird wahrscheinlich auch die Menschheit sterben, vielleicht werden wir eines Tages mit dem Sonnensystem zugrunde gehen. Aber über diese Dinge herumzureden oder auch nur an diese Dinge zu denken hat keinen Sinn. Wahrscheinlicher ist, was ich lange vor Aids, wenn Sie wollen, vorausgesagt habe, daß irgendeine Mikrobe uns fressen wird. Das kann sehr schnell gehen. Jederzeit. Aber bis dahin können auch noch viele Jahrtausende vergehen.
SPIEGEL: Noch einmal: Es gibt also kein Gesetz des Fortschritts, keinen logischen Endpunkt?
POPPER: Alles das gibt es nicht. Was es wirklich gibt, ist unsere riesige Verantwortung: Wir dürfen nicht grausam sein. Zum Beispiel zu erlauben, daß Aids-Kinder zur Welt kommen, ist einfach unfaßbar. Auch für die Kirchen muß als erste Einstellung zum Leben gelten: keine Grausamkeit.
SPIEGEL: Herr Popper, Sie sind jetzt fast 90 Jahre alt und haben sich stets als Optimist von Grund auf bezeichnet. Aber dieses Gespräch hatte doch einige sehr pessimistische Noten - neue Erkenntnisse am Lebensabend?
POPPER: Optimismus ist Pflicht. Man muß sich auf die Dinge konzentrieren, die gemacht werden sollen und für die man verantwortlich ist. Was ich in diesem Gespräch gesagt habe, hat den Zweck, Sie und andere Leute dazu zu bringen, wachsam zu bleiben. Wir müssen dafür leben, daß es unseren Enkeln womöglich noch besser geht als uns - und nicht bloß wirtschaftlich."
(Sir Karl Raimund Popper, Interview im Spiegel 23.3.1992)

Empören wir uns also zu recht gegen Verschwörungstheoretiker, gegen Isolationisten wie Lindner oder die konservativen Reaktionäre der AfD-Führungsriege. Dies schließt aber auch die Ablehnung von Rüstungs- und Machtinitiativen nur für uns Europäer oder gar nur für uns Deutsche mit ein.

Der große Aufruf von Stéphane Hessel: „Empört Euch!“ ist ja in Wirklichkeit keine Sackgasse in die Empörung und die damit verbundene gewisse Bitterkeit über die „Verhältnisse an sich“ sondern zugleich eine Aufforderung an die Empörten vom Protest zum Handeln überzugehen, wozu Hessel gleich ein weiteres Buch nachgelegt hat. So neu ist diese Aufforderung andererseits auch wieder nicht und zieht sich vielmehr durch die gesamte progressive sozialrevolutionäre Literatur.

Was leiste ich also, indem ich einen solchen Text wie diesen Blog produziere. Bereits Denken ist Handeln, und erst recht das Schreiben, das darauf basiert. Seien wir mutig unsere Gedanken durch sprechendes oder schreibendes Handeln und damit tätiges Leben zu äußern. Aber die weitaus spannendere Leistung, die steht noch offen. Hannah Arendt hat dies als eine eigene Form der Vita bezeichnet, die "Vita Activa". Ihr Buch war für mich eine "Gebrauchsanweisung" mit der Welt anders umzugehen.

Corona hat uns gezeigt, wie wichtig es ist, in Freiheit das Wechselverhältnis von Arbeit, Freizeit und Schaffenskraft neu zu begreifen. Es ist zynisch auf die kontemplativen Möglichkeiten zu verweisen, die eine gesellschaftlich privilegierte Kaste bei vollem Lohnausgleich im Homeoffice erlebt, wenn zudem oft sogar die eigenen Kinder zum Störfaktor werden, den man durch Schule und Kindergarten doch vorab so herrlich im eigenen Leben zu eliminieren bzw. an Dritte zu delegieren vermochte. Die Not ist stattdessen für viele Menschen der "unteren" sozialen Schichten zurückgekehrt, die in der Moderne der neuen "worklife balance" schon abhanden gekommen zu sein schien. Diese Menschen leiden existenziell, während die Verlagerung der Arbeitsorte der Eliten eine neue Reflexion der Arbeit an sich zumindest für diese Privilegierten eingeleitet hat. Der Verlust des Arbeitsortes kann in einem solche Leben auch zum Verlust einer gewissen Heimat werden. Auch das Nachdenken über das wirklich Notwendige im Leben wird in Krisenzeiten gefördert. Die einen erleben wegen geschlossener Läden sinnlich den eigenen Überfluss, während die anderen wieder vom Nötigsten träumen dürfen. Arbeitslosigkeit ist aber neben der Geldlosigkeit für viele Menschen auch wieder zur Sinnlosigkeit geworden: Menschen sehnen sich dann perverserweise wieder danach wenigstens "nur" funktionieren zu "dürfen".

Hannah Arendt schließt die Vita Activa mit den Worten: "Niemals ist man tätiger, als wenn man dem äußeren Anschein nach nichts tut, niemals ist man weniger allein, als wenn man in der Einsamkeit mit sich allein ist." Selbst wenn man im Homeoffice zum Beispiel als Single allein sein sollte, so ist man eben zwar tätig aber dennoch nicht bei sich und sicherlich schon gar nicht frei. Die Freiheit vom unmittelbaren Angesicht der Arbeitszwänge in der Firma wird als Zwang des Arbeitsverhältnisses in die eigene Wohnung verlagert. Die Tätigkeit sogar eines Rentners ist deshalb so zwiespältig, weil er oft aus sozialen Verhältnissen entkoppelt und "befreit" ist, die ihm eigentlich wichtig waren, obwohl sie ihm vorher doch sehr oft auch als Zwangsverhältnisse begegneten. Ja, selbst in der Einsamkeit mag die Chance liegen, zu sich selbst zu finden, aber ein wünschenswerter Dauerzustand ist dies nicht. Hannah Arendt erahnt, was es heißt, wenn der Mensch in den wohlhabenden Gesellschaften immer weniger zur Arbeit und schon gar nicht zur Arbeit vor Ort verpflichtet ist. Das zukünftige Glück liegt eben nicht in der einfachen Befreiung von Arbeitszwängen sondern in der tätigen Leistung der Erarbeitung von Eigensinn im eigenen Leben. Der Wunsch und der Ruf nach bedingungslosem Grundeinkommen in den wohlhabenden Ländern, in denen die Arbeitsplätze immer mehr durch Maschinen ersetzt werden, wird einerseits lauter, doch gilt es in Wirklichkeit erst einmal den Raubbau am Menschen durch vor allem Frauen und Kinder in der Dritten Welt zur Kenntnis zu nehmen. Dort findet aktuell vor allem das das Leben gefährdende "Corona" als ein schicksalhaftes bedrohliches Negativerlebnis statt, während wir wieder auf die Normalität unserer Freiheit prosten. Und doch beschreibt Hannah Ahrendt das Leiden am Funktionieren darüber hinaus, das uns alle auf Dauer zu betreffen vermag, und für das es einen neuen nicht nur politisch zu betrachtenden Begriff der Freiheit zu entwickeln gilt. Die Klimakrise und die Risiken neuer Pandemien fallen zusammen mit einer tiefen Sinnkrise der modernen Konsum- und Arbeitsgesellschaft.

"... diese einzig auf die Arbeit abgestellte Welt ist bereits im Begriff, einer anderen Platz zu machen. Es ist uns gelungen, die dem Lebensprozeß innewohnende Mühe und Plage soweit auszuschalten, daß man den Moment voraussehen kann, an dem auch die Arbeit und die ihr erreichbare Lebenserfahrung aus dem menschlichen Erfahrungsbereich ausgeschaltet sein wird. Dies zeichnet sich deutlich in den fortgeschrittensten Ländern der Erde bereits ab, in denen das Wort Arbeit für das , was man tut oder zu tun glaubt, gleichsam zu hoch gegriffen ist. In ihrem letzten Stadium verwandelt sich die Arbeitsgesellschaft in eine Gesellschaft von Jobholders, und diese verlangt von denen, die ihr zugehören, kaum mehr als ein automatisches Funktionieren, als sei das Leben des Einzelnen bereits völlig untergetaucht in den Strom des Lebensprozesses, der die Gattung beherrscht, und als bestehe die einzige aktive, individuelle Entscheidung nur noch darin sich selbst gleichsam loszulassen, seine Individualität aufzugeben bzw. die Empfindungen zu betäuben, welche noch die Mühe und Not des Lebens registrieren, um dann völlig 'beruhigt' desto besser und reibungsloser 'funktionieren' zu können."

Die moderne Welt sollte eben nicht nur "sauber", "wohltemperiert" und "gesund" sein, sie sollte vielmehr gerade auch die Sinnstiftung des Lebens in Freiheit ermöglichen. Hierfür gibt es aber keine politischen, philosophischen oder religiösen Patentrezepte, sondern nur das ergebnisoffene aber faire und gleichberechtigte Miteinander.

Welche Zukunft wollen wir beschwören, indem wir auch diese artikulieren und entäußern? Dies ist die Grenze der grauen Theorie, und knüpft unmittelbar an den jeweiligen „gemeinsamen“ Alltag am Arbeitsplatz, in der Schule und der Familie an. Taten lassen sich nicht rein theoretisch konzipieren, sie können nicht im Vorhinein sondern in der Regel eher im Nachhinein in ihrer Gültigkeit, Sinnhaftigkeit und Vernunft begründet werden. Insoweit bin ich glücklich und voller Vertrauen, was die neue Generation junger Menschen betrifft, die sich jeweils um sehr konkrete und gerade auch nicht nur wissenschaftliche Lösungen bemühen, um unseren Alltag entweder ein wenig erträglicher oder die Welt nachhaltig offener und entwicklungsfähiger zu gestalten.

Die Revolte der Jungen hat aber immer auch ein janusköpfiges Gesicht, auf das Kolakowski so ernsthaft verweist: "Hätten nicht die neuen Generationen unaufhörlich gegen die ererbten Traditionen revoltiert, würden wir heute noch in Höhlen leben. Wenn die Revolte gegen die ererbte Tradition universell wird, werden wir uns bald wieder in den Höhlen befinden." Dem muss man/frau sich stellen, und die Vergötterung der Revolte ohne Vernunft ist so gefährlich wie die Vergötterung einzelner Menschen. "Break some rules!", aber eben nicht alle.

Der Kampf gegen Willkür bleibt nach Jaspers die wichtigste Voraussetzung für die neue „kollektive“ Freiheit.

„Freiheit ist Überwindung der Willkür. Denn Freiheit fällt zusammen mit der Notwendigkeit des Wahren. Bin ich frei, so will ich nicht, weil ich so will, sondern weil ich mich vom Rechten überzeugt habe. Der Anspruch der Freiheit ist daher, nicht aus Willkür, nicht aus blindem Gehorsam, nicht aus äußerem Zwang zu handeln, sonder aus eigener Vergewisserung, aus Einsicht. Daher der Anspruch, selbst zu erfahren, gegenwärtig zu verwirklichen, aus eigenem Ursprung zu wollen durch Suchen des Ankers im Ursprung aller Dinge.“

Prüfen Sie also selbst ob, und zu welcher Art von Freiheit Sie dieser Blogbeitrag unterstützt oder ermutigt, und lassen Sie sich selbst dabei möglichst weiterhin nicht von Parteien, Religionen, Systemen oder Kirchen leiten, sondern nur von Ihrer eigenen Vernunft im Gespräch mit von Ihnen als relevant erachteten Personen. Ihre eigenen persönlichen "Verheißungen" können Sie selbst viel besser erträumen und Ihre Zukunft folglich auch viel geeigneter persönlich "beschwören". Wann immer jemand ihre eigenen Beschwörungen der Zukunft für wichtig erachtet und zur Orientierung seines eigenen Handelns ernst nimmt, haben sie bereits gehandelt, eine Tat vollbracht und insoweit einen wenn auch vielleicht nur kleinen inneren Sieg errungen.

Das „Schicksal“ neben seiner Tatsache und seinem Vorkommen an sich ist „objektiv“ nicht detaillierbar. Alle religiösen und ideologischen Mythen, die uns die Welt an sich auf das Genaueste erklären wollen, können zwar schöne Geschichten der Inspiration sein, haben aber mit dem Recht auf eine frei gewählte Zukunftsvision im Austausch mit anderen Menschen nur die Tatsache ihrer gewissen Möglichkeit gemein. Alle totalitären Bewegungen, die wichtigsten Religionen mit eingeschlossen, wollen Ihnen einreden, dass Sie sich erst einmal um Macht bemühen müssen, um die Welt verändern zu können. Dies erklären vor allem Partei- und Kirchenführer, ohne dass ich Parteien oder Kirchen ihre Existenzberechtigung absprechen möchte.

Wittgenstein sagte in Anlehnung an Kant zu recht, worüber man nicht reden kann, darüber soll man schweigen, aber über das notwendige Schweigen lässt sich eben auch reden.

Lässt sich Freiheit denn nachweisen, wo sie doch für unsere Entscheidungen, Taten und Handlungen so notwendig erscheint, kann man denn wenigstens über den Beweis von Freiheit reden?

"Wir können zwar durch keine Forschung, kein wissenschaftlich zwingendes Wissen, keine empirische Untersuchung den Nachweis erbringen, daß es Freiheit gibt - aber wir können auch ihr Nichtsein nicht beweisen. Der Nachweis der Freiheit erfolgt nicht durch ein Wissen, sondern durch die Tat, aber nicht durch irgendeine einmalige Tat, sondern durch das Tun aller Tage, durch die Existenz des einzelnen Menschen, der dadurch erst mit dem anderen in eine echte, freie Gemeinschaft gelangt." (Jaspers)

Stärken Sie, liebe Leserin oder lieber Leser, um Ihre Offenheit und Unabhängigkeit zu bewahren, Ihre Kraft und den Mut, romantisch relativ „machtlos“ zu bleiben; denn eine gewisse, wenn auch nicht vollständige Machtlosigkeit ist die zwingende Voraussetzung für das Primat der Vernunft. Machtbesoffene Menschen in Wirtschaft und Politik gibt es schon genug. Sorgen Sie sich um die „Kraft Ihrer Überzeugungen“, statt die politische Macht in Form von Mehrheiten nur durch die „Gewalt“ von Worten und Stereotypen zu erringen. Intelligente, kluge und angemessene Erklärungen, die sie geben, und kreative Meinungen, die Sie vertreten, sollten auch bei Dritten trotz Ihrer relativ freiwilligen Machtlosigkeit bei diesen die Fähigkeit und den Willen zu klugen Taten erwecken. Ihr Gesprächspartner wird dabei spüren, dass ihn Ihr "machtloses" aber unabhängiges vernünftiges Urteil entsprechend fähig macht, Ihre oder seine eigene persönliche Beschwörungsformel für eine bessere Zukunft gemeinsam zu akzeptieren.

„Damit in der Welt des Denkens die völlige Unbefangenheit entstehe, müssen die Denkenden innerlich unabhängig sein. Das wird der Mensch nur dann, wenn sein Machtwille erloschen ist, und vielleicht auch nur dann, wenn er sich faktisch in Ohnmacht befindet. Ohnmacht scheint die Bedingung, um wirklich frei zu wirken und Freiheit zu erwecken“ (Karl Jaspers)

Dies stellt die von Machiavelli inspirierte Politikwissenschaft natürlich vollständig auf den Kopf. Diese zielte aber sowohl von Herkunft als auch von ihren Zielen nur auf vor allem nationale militärische und ökonomische Erfolge auf Kosten von Opfern und Verlierern. Eine solche Denkweise steht der inzwischen globalen Verbundenheit aller Menschen und der damit verbundenen vernünftigen Denkweise diametral entgegen.

Keine Macht für Niemand! (Tone Steine Scherben) oder besser:
Macht Euch von der Macht frei: Entmachtet Euch!

"Wir müssen die Logik der Selbstausrottung zurückverfolgen bis ins menschliche Herz, weil auch nur von dort die Logik der Rettung ihren Ausgang nehmen kann."
(Rudolf Bahro, nach: Dieter Steiner, Die seelisch-geistige Nahrungskette, Eine humanökologische Skizze, o.O, o.J.)