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Aufruf zum Boykott von Produkten der
NutznießerInnen von Gebärmuttersklavinnen

 

Es kommt mehr als selten vor, dass ich mit einem Papst einer Meinung bin, aber diesmal ist die Initiative von Papst Franziskus für ein weltweites Verbot von Leihmutterschaften mehr als förderungswürdig:



Völlig absurd allerdings ist die weit verbreitete begriffliche Verharmlosung dieser Vergewaltigung menschlicher Empfindungen, indem man satt von Versklavung nur vom "Leihen" spricht, und dabei zugleich auch noch den Mutterbegriff entwertet und verunglimpft.

Das Wort "Leihmutterschaft" ist in mehrfacher Hinsicht verfälschend. Es gibt bestimmte Dinge im Leben, die lassen sich einfach nicht verkaufen. Dazu gehört die Liebe. Maximal kann man, so man Liebe kaufen möchte, die Dienstleistung Sex in Anspruch nehmen und dafür bezahlen. Verkaufen lässt sich aber eben nicht die Liebe der Prostituierten. Auch die Seele von Mutter und Kind sollten vor einer Übergabe an Dritte auf der Basis privatwirtschaftlicher Verträge autark sein.

"Leihmutterschaft" ist in diesem Sinne nur eine besondere Form der grausamen Vergewaltigung von zwei, wahrscheinlich sogar von drei oder vier Seelen, wenn man die Seelen der krankhaft selbstsüchtigen und später mit ihrer selbstgefälligen Schuld belasteten TäterInnen mit einbezieht.

Prostitution ist ein weit verbreitetes Schmier- und Triebmittel äußerst armseliger und pervertierter zwischenmenschlicher Beziehungen. Sie ist der soziale Kitt der kapitalistischen Gesellschaft, und weil jedoch diese Erkenntnis als "Tat"sache so trivial und banal ist, wird sie weiterhin allzu erfolgreich auf alle Lebensbereiche übertragen, also warum nicht auch auf das Kinderkriegen.

Die Leihmutterschaft ist die moderne bezahlte Penismassage für Menschen, die der Fehlmeinung erliegen, dass man auf Dauer - und in sich ständig weiter diversifizierenden Lebensbereichen - fast alles bis hin zu tiefem Lebensglück und auch die elterliche Liebe käuflich erwerben kann.

Handelt es sich bei den TäterInnen mit der ihnen eigenen sozialem Ignoranz gegenüber der persönliche Menschenwürde bei gleichzeitiger Missachtung von Individualrechten von Föten und Frauen nicht vor allem um vom Leben hyperverwöhnte VIPs? Diese zeichneten sich doch längst immer schon - auch bereits vor ihrer neuen Straftat der Gebärmutterversklavung - durch mehr oder weniger unangenehme unangemessene narzisstische und geldgeile Handlungen und Verhaltensweisen aus.

Die SklavenhalterInnen fremder Gebärmütter, als asoziale und höchst individuelle VIP-Egozentriker, umgehen Landesgrenzen, weil in vielen Staaten und auch nach deutschem Recht die Sklaverei der betroffenen Frauen zumindest vorläufig noch verboten ist.

Leihmutterschaft und IVF bei berühmten Persönlichkeiten

(Quelle: https://vittoriavita.com/de/leihmutterschaft-und-ivf-bei-beruehmten-persoenlichkeiten/)

Eigentlich sollte man vor dem Hintergrund dieser Erwägungen - auch ohne den aktuellen Vorwurf des kriminellen Baby-Raubes - als Kampfmaßnahme zur Bekehrung dieses Ego-Volkes deren Produkte der medialen und sozialen Selbstüberhöhung als Schmarotzer am gesellschaftlichen Leben längst vorher gebrandmarkt haben, und ebenso hätte man deren eigene kulturweiche "Waren" konsequenterweise längst früher, also auch ohne ihr Kaufbaby, geschmäht und vermieden haben sollen.

Unsere überbezahlten und überbewerteten VIPs leben stattdessen weiterhin von einer scheinbar unzerstörbaren allgemeinen populär geteilten "Will-ich-auch"- Wertschätzung und setzen diese für sich in bare Münze um, die sie so voluminös und abgehoben ansonsten eigentlich gar nicht verdienen.

Ist aber soziale Ungleichheit wirklich nur eine Geld- und nicht vielmehr auch eine Verhaltensfrage? Gibt es nicht durchaus verantwortliche und vernünftige - eben nicht nur einfach "gierige" geldgeile VIPs, die unsere Verehrung für ihre Leistungen tatsächlich verdienen? Wir alle machen unsere VIPs oft allzu unkritisch zu dem was sie sind, weil wir unsere VIPs eben zumeist generell und undifferenziert bewundern, und sie insofern zwar vielfach kopfschüttelnd bezogen auf ihr veröffentlichtes privates Leben auch manchmal negativ zur Kenntnis nehmen, und sie dann doch wieder - vor ihrer öffentlichen Präsenzmacht resignierend - selbst allzu passiv einfach in Wirtschaft, Politik, Sport und Kultur ungeprüft gewähren lassen.

Die Unverschämtesten unter den VIPs beschimpfen dann sogar die inzwischen am spürbaren Gefälle zwischen der allzu mondänen Oberschicht bzw. Pseudoelite und dem unteren Vier-Fünftel der Gesellschaft leidenden (und immer mehr am Zustand der Welt zweifelnden oder gar ganz verzweifelnden Menschen) auch noch als typische Exponenten einer allgemeinen primitiven Neidkultur.

Mit politischen Parteien wie der AfD lässt sich die Unzufriedenheit vieler Bürger mit der generell und allgemein deutlich wieder wachsenden sozialen Ungerechtigkeit in der Gesellschaft auch noch allzu schnell in die rechtsradikale Ecke drängen.

Was aber hat das VIP-tum denn eigentlich mit der neuen Form der bequemen Gebärmuttersklaverei zu tun? Warum gehen vor allem die "berühmteren" Persönlichkeiten dazu über sich mit ihren Kindern aus den Gebärmuttern von sogenannten Leihmüttern auch noch zu brüsten?

Ein ganzes neues profitables Gewerbe tut sich hier auf. Verharmlosend wird bei der Gebärmutterversklavung neben der sprachlichen Verniedlichung "Leihmutter" - als ob es sich um ein rein "ziviles" Geschäft wie die geliehene Nutzung eines Autos oder einer Wohnung handele - zudem noch die neue und moderne Genderdebatte ins Spiel gebracht. Man tut dabei in bigotter Weise "verständnisvoll" so als ginge es allein darum dass zum Beispiel ein homosexueller Mann, nur weil er schwul ist, ein zwingendes, rein finanziell formuliertes, ziviles Eigenrecht auf die Gebärmutter einer Frau für "sein" späteres Kind habe gegen eben die schuldige Zahlung eines entsprechenden finanziellen Obolus für seine "sündige" gebärmutterfreie Existenz.

"Neben der griechischen Münze wird als Obolus im übertragenen Sinn ein kleiner Geldbetrag, eine Gebühr, Spende, ein Trinkgeld oder Bestechungsgeld bezeichnet. Der Ausdruck findet sich zum Beispiel in der Redewendung seinen Obolus leisten wieder, was so viel bedeutet wie 'einen Beitrag leisten'". (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/ Obolus)

Wird die männliche Samenspende transferiert auf die Leihmütter also in Zukunft zum Normalfall für geburtsneurotische Kinderwünsche?

Und merkwürdigerweise unterliegt die Öffentlichkeit dann auch noch dem alten, vor allem eher rechtskonservativen Spießbürger-Vorurteil, dass sich natürlich nur vor allem "Juden", VIPs oder "die Schwulen" so reich seien, dass sie sich die teure bequeme Leihmutterschaft überhaupt leisten können, als Markenzeichen ihres Erfolges, von dem der Populist ja nur träumen darf.

Zwei Männer mit Kind, das geht in konservativen Kreisen gar nicht. Aber auch ich bin der Meinung, dass das Leiden schwuler Männer an der "natürlichen" rein maskulinen Kinderlosigkeit nicht zur Aufweichung der Sitten zu Gunsten von prostitutiver Lieferung von Kindern für die Oberschicht führen darf. Und so lange sich die Preise auf dem Sklavenmarkt der Geburten auch noch für die Mittelschicht mit viel Aufwand "leistbar" in einem gewissen "bezahlbaren" Umfang bewegen, haben sich bereits zahlreiche Kliniken weltweit, wie beim "Organhandel" üblich, auf solch lukrative dubiose Serviceleistungen spezialisiert. Nur dass hierbei nicht nur einzelne Organe sondern eben gleich ganze komplett "aus"geliehene Kinder zusammen mit den entsprechenden Serviceleistungen verkauft und geliefert, bzw. zivile Verträge für Vermittlungs-Dienstleistungen bis hin zum "Erfolg" geschlossen werden.

Nicht die Samenspende ist das Problem sondern vielmehr der Kontext in dem sie missbraucht und verwendet wird. Wenn sich beispielsweise lesbische Frauen hingegen für ein Kind entscheiden, dann ist die Harmonie zwischen Mutter und Kind während der Schwangerschaft nicht gestört. Väter lassen sich insoweit durchaus in vitro fertilisiert gut ersetzen, Mütter nur schwer.

Der Kauf eines Kindes, das im Leib einer Frau symbiotisch aufgewachsen ist, darf eben nicht den volatilen Bedingungen des sogenannten Freien Marktes unterstellt werden, weil Zeugung und Geburt ein kostbares neues Leben in die Welt bringen, das ein eigenes Recht auf die Liebe und die Zuneigung der Person, die es in ihrem Leib getragen hat, in Anspruch nehmen können sollte und muss.

Mütter haben mit viel Entbehrungen und Schmerzen - vor allem während und oft sogar auch nach der Geburt - ihr jeweiliges Kind in die Welt gebracht. Im Normalfall geben Mütter folglich bereits während der Schwangerschaft dem Kind die notwendige Sorge, eigene Empfindungen und Liebe mit, mit der die Mutter das Kind dann auch später nach dem Eintritt des Kindes durch die Geburt in sein Leben dieses in Form einer stabil weiterhin liebenden Mutterschaft ebenso fürsorglich begleiten sollte. In das und hoffentlich auch durch das Leben bis hin zur Eigenverantwortung ihrer "Abkömmlinge" geleitet die oft vielfach für ihre Nachkommen so wichtige Mutter idealerweise zusammen mit einem ebenso liebenden Vater das Kind solange wie es in einer solchen "Gemeinsamkeit" sinnvoll und angemessen ist.

Als Vater bin ich selbst zudem der Meinung aus Erfahrung, dass auch ein Mann die Schwangerschaft für das Kind als liebender Rahmengeber in dieser Zeit "seelisch" verbessern kann. Aber die Hauptrolle während der Schwangerschaft, mit dem sich oft anschließenden legendären "Stillneid" der Männer, die bleibt nun einmal bei der Frau; und der wiederum sollten wir Männer uns in gewisser Weise in Respekt und Würde nach dem "Beischlaf" auch "bei" und zuordnen. Als Schwangerschafts-Beigeordnete sind wir Väter dem kleinen Parlament der dyadischen Mutter-Kind-Beziehung zugleich eigen wie fremdverantwortlich. Der Vater darf sich dann in gewisser Weise mit dem ihm jeweils eigenen persönlichen väterlichen Stil auch noch - als "erster Fremder" (Lorenzer) - in des Kindes Leben schon kurz nach der Geburt selbst verpflichtend einbringen.

"Die Bedeutung der Mutter-Kind-Dyade, die aktive Sozialisation des Kindes durch die Mutter, nahm zu (Lorenzer, 2002, p. 152). Die Bindungstheorie, zunehmende Scheidungsquoten sowie feministische Bewegungen der 60er und 70er Jahre trugen zu der Grundhaltung bei, dass die Mutter nahezu vollständig für die emotionale, psychologische und soziale Entwicklung ihrer Kinder verantwortlich ist. Ende der 1990er dann war ein konträres Bild der Vaterschaft wahrzunehmen. Einerseits war der Vater viel mehr als in den Generationen zuvor ein engagierter, fürsorglicher und emotional ansprechbarer Vater und Partner. Andererseits war er weniger physisch Zuhause anwesend als je zuvor. Die Zeitspanne der heimischen Anwesenheit nahm kontinuierlich ab ...."
(Quelle: https://www.grin.com/document/924642?lang=de)

Inzwischen ist es also sogar modern geworden, dass sich vor allem der leibliche Vater mehr um sein Kind kümmert, und durch neue Formen von Elterngeld und entsprechende pro-Vater Unterstützungsmaßnahmen werden solche Väter auch mehr in die Entwicklung und Förderung ihres Kindes mit einbezogen. Die Bewegung der "Neuen Väter" ist gerade erst mal ein paar Jahrzehnte alt. Unabhängig davon ist aber die relative Abwesenheit der Väter in der Erziehung ihrer Kinder oft immer noch der Regelfall.

Wenn diese "Beiordnung" jedoch nun statt der gemeinsam erlebten und manchmal auch durchaus "erlittenen" Schwangerschaft, mit den entsprechenden gewissen sozialen und körperlichen Entbehrungen, diese "Elternschaft" in Form von sekundären "Kaufeltern" erfüllt wird, dann wird doch nur die soziale Schwäche der Mutter wieder ausgenützt, die sich ihr Kind in den armen Ländern der zweiten und dritten Welt aber auch als Benachteiligte in unserer "Wohlstands"gesellschaft oft gar nicht mehr "leisten" kann. Und auch Frauen, die sich als gewollt alleinstehende Mütter für ihr Kind entschieden haben, sollten doch nicht aufgrund knapper finanzieller Mittel verführt werden dieses schon vor oder nach der Geburt "eingepreist" zu verkaufen.

Und selbst wenn sich in dieser Hinsicht selbstbewußte, aber aus meiner Perspektive unverantwortliche Frauen mit rein monetären Absichten, vor allem auch ohne soziale Not, an diesem vorläufig in vielen Ländern nicht kriminellen Schauspiel beteiligen, dann kann es dafür keinerlei moralische Rechtfertigung geben; denn dann sind die versklavenden Eltern Teil eines Paktes der Vergewaltigung der Seele und der Gefühle des ungeborenen Kindes im "kalten" Leib einer Mutter während der Schwangerschaft.

Gerade weil Frauen das Recht haben sollten und müssen, anders als von den Päpsten bisher immer gewollt, sich während der ersten drei Monate ihrer Schwangerschaft nur erst einmal unverbindlich einer etwaig neuen Lebensrolle bewußt zu werden, und sich während dieser Zeit aus ganz eigenen Gründen und Motiven heraus dafür oder dagegen zu entscheiden, darf die wunderbare Mutter-Kind-Dyade, sobald sich eine Frau für eine Schwangerschaft entscheidet, doch nicht unter dem banalen Stern der finanziellen sozialen Verhältnisse stehen.

Und wie lässt sich überhaupt ein "angemessener" und "verantwortbarer" Preis für die seelische Grausamkeit einer sogenannten Leihmutterschaft ermitteln - ohne die einerseits langfristig angelegte und stattdessen andererseits nun unmittelbar nach der Geburt erst einmal brachial endende doch an sich so wünschenswerte dauerhafte Liebe zwischen leiblicher Mutter und ihrem Kind "vernünftig" und gesetzeskonform zu berücksichtigen? Diese enge Bindungen zwischen Mutter und Kind, die während der 9-monatigen Schwangerschaft gestartet wurden, fallen insofern zum Zeitpunkt der Geburt oder der Übergabe an die Kauf-Eltern einfach aus. Ein neues Kapitel im Leben des Kindes beginnt mit einer krassen und dramatischen Zäsur, die die Mutter sicher wahrscheinlich fast noch mehr als das Kind nach der Geburt innerlich zerreißen müsste, weil dem Kind hingegen natürlich erst einmal die Einsicht und Weitsicht bezüglich der Folgen dieses barbarischen Aktes im Umgang mit seiner eigenen Person fehlt.

Welche Erinnerungen an die Schwangerschaft trägt dann die geliehene Mutter oft auch als "eigene Schuld" später durch ihr weiteres Leben? Und belasten sie diese denkbaren "Vorwürfe" dann nicht vielleicht sogar auch psychisch tief durch die Abwesenheit ihrer "Frucht" nach der Abgabe in einem rein monetär geleiteten "zivilen" juristischen Unrechtsakt?

Natürlich sind nicht alle Menschen mit ihren Eltern automatisch von Geburt an und oft auch noch danach glücklich, aber die Tragik der Trennung von den Eltern, bzw. die Trennung der Eltern untereinander, deren Scheidung oder Zerwürfnis zueinander ja prinzipiell nicht auf Dauer zwingend vermieden werden kann, und manchmal sogar höchst sinnvoll ist, die ist dann oft längere Zeit nach der Geburt (bzw. im Kindes- und Jugendalter) ein "schicksalshafter" und manchmal für alle Beteiligten schwer zu verarbeitender Eingriff in das jeweilige Leben.

Allzu oft wird heutzutage - fast schon "modern" - solch eine Trennungszäsur relativ schnell auch ohne die Meinung der Nachkommen bzw. vor allem nur erwachsenenorientiert zu Ungunsten der Kinder ohne eine angemessene Berücksichtigung von deren Interessen vollzogen, obwohl im Familienrecht das Kindswohl doch eigentlich im Vordergrund stehen sollte. Aber warum soll man ein neues Menschenkind wie bei der Gebärmuttersklaverei zwangsläufig schon unmittelbar gleich nach seiner Geburt mit der im Leben zwangsläufig kontinuierlichen Möglichkeit einer Trennung belasten?

Schwangerschaft und Geburt sollten auch weiterhin nicht vor allem unter einem monetären Stern stehen, und schon gar nicht sollten bequemen VIP-Eltern auch die normalen notwendigen Erschwernisse von Schwangerschaft und Geburt als soziales Privileg "erlassen" bzw. "erspart" werden. Schwangerschaftsstreifen, nicht proportionale Gewichtszunahme, physisches Unwohlsein und die sicher nicht unerheblichen Schmerzen bei der Geburt - soweit ich als Mann das überhaupt beurteilen kann, die gehören nun einmal zum Gesamtprojekt der Geburt eines neuen Menschenkindes. Das unbekannte stets rätselhafte Schicksal aller Beteiligten danach, das ansonsten sowohl für die Mutter, das Kind und auch den Vater unvorhersehbar - scheinbar "per Zufall" - über Glück und Unglück der neuen Eltern- und Kindschaft entscheidet, sollte insofern nicht in Euro gemessen und scheinbar kaufbar sein, denn sonst wäre es ja eben keines.

Ein allzu konservativer Familienbegriff - vor allem leider auch bisher von den "Kirchen" und "Religionen" dieser Welt intensivst gepflegt - der dann auch noch etwaige spätere sogenannte "Patchwork"-Familien automatisch zu diffamieren versucht, der leistet einem solch falschen monetären Auseinanderreißen von Liebe und Zuneigung zusätzlich den argumentativ entscheidenden Vorschub. Es ist angesichts des moralisierenden oft bigotten "Zwangscharakters" von Ehe vielfach leicht eine kontinuierlich wünschenswerte Elternschaft gleich ganz "als Kind mit dem Bade" auszuschütten.

Ja, wenn das Miteinander der Eltern für alle Beteiligten zur Qual wird, dann sind die anfängliche oder auch spätere Trennung und ein Neubeginn unter veränderten Umständen - auch mit neuen Partnern - natürlich die bessere Lösung, sowohl für das Kind als auch für die Eltern; aber ein Kaufvertrag, der gleich zu Beginn der Existenz eines neuen Kindes diesem als "Altlast" mit auf den Weg gegeben wird, den sollte man nach meiner Meinung doch soweit möglich vermeiden und noch besser zum Schutz der Kinder, die sich vorab dagegen nicht wehren können, eher gesetzlich ganz verbieten. Geld macht nicht automatisch glücklich, und ein handwerklich oder gar industriell produziertes und vermarktetes Kind hat in einem wohlhabenderen Elternhaus zudem nicht automatisch eine lebenswertere Kindheit und Jugend.

Liebe, auch Kindes- oder Elternliebe, sollte folglich nicht käuflich sein, auch wenn unsere allzu kapitalorientierte Gesellschaft doch immer wieder propagiert dass man mit Geld "alles" kaufen kann und dies auch ungestraft darf, soweit man sich mit mehr oder weniger viel Geld im Ausland mit anderen Rechtskonstruktionen dafür bedienen kann. Und selbst wenn man den Versuch macht die Liebe käuflich zu gestalten, sie wird es rein faktisch niemals sein können, weil sie auf ganz anderen Vorraussetzungen als der des reinen Tausches von materiellen Werten fußt.

Schaut Euch deshalb gerade auch die öffentlich auftretenden "leihenden" Eltern genau an, neben den stillen "Problemlösern" für einen "verstopften" oder blockierten Eierstock, dann werdet Ihr, werden Sie, vielleicht auch meinen Ekel vor der Gebärmuttersklaverei spüren und verstehen; insbesondere wenn diese Ideologie der unproblematischen Mutterschaft von den VIPs dieser Welt auch noch in werbender Absicht gepflegt und propagiert wird. Letzere wollen uns als eine bedauerliche Lebensfremdheit weis machen, dass eine später vielleicht auch jurstisch legitimierte Gebärmuttersklaverei doch eigentlich ganz selbstverständlich und "normal" sei; und sie kaufen sich auf dem Supermarkt der Eitelkeiten eben weiterhin "ihr" Kind - ohne dafür auch noch öffentlich "gedisst" zu werden.

Alles zugunsten ihres eigenen PR- und Prestigeprojektes: Meine Villa, mein Porsche, meine Leihgeburt!

Was aber bleibt nun hingegen an Verständnis übrig für die potenziell an Kinderlosigkeit leidenden Normalo-Eltern, denen ein Kinderwunsch durch das Schicksal - auch rein medizinisch gesichert - nicht erfüllt wird?

Ja es stimmt, es gibt nicht genug "Beziehungs-" oder auch Vollwaisen, die den Bedarf an Elternliebe in Form einer Adoption zu tilgen vermögen; aber eine liebevolle Adoption bzw. Pflege eines Kindes in einer anderen schwierigen Lebenssituation - ebenfalls wie bei der Gebärmuttersklaverei nach einer schicksalshaften Trennung von seinen Eltern, die darf argumentativ eben auch nicht zur "verständnisvollen" Legitimation der Gebärmuttersklaverei an sich verwendet und damit mit ihr gleich gesetzt werden. Letztere ist "von Beginn an" auf eine disruptive und monetär gewaltsame Trennung von Mutter und Kind angelegt. Selbst dann wenn ein solchermaßen "produziertes" Kauf-Kind durchaus später auch sogar glücklich aufwachsen kann, so ist doch der soziale Tatbestand der Gebärmutterversklavung als ein Verbrechen gegen die Würde des Menschen anzusehen. Und hoffentlich gilt es als Konsens unter vernünftigen Menschen diese Form der Perversion von Schwangerschaft und Geburt auch weiterhin so als an sich sozial unerwünschtes Unrecht zu markieren.

Zumindest in den Ländern mit jetzt schon einschlägigen Verboten sollte dies einfacher gelingen, und entsprechende bereits bewährte Strafregelungen sind dort nach meiner persönlichen Meinung auch unbedingt zu erhalten. Anderswo hingegen, dort wo es einen solchen juristichen Schutz von Eltern und Kind vor Gebärmuttersklaverei noch nicht gibt, ist die Lage natürlich schwieriger, denn entsprechend neue Gesetze, die die Interessen von Eltern und Kindern in Einklang mit der öffentlichen Ethik bringen, die wären dort erst noch entsprechend neu zu kreieren.

Ein Kind ist sicher ein Geschenk im Leben, und nicht jeder wird in dieser Weise im Leben sein Glück finden, aber schließlich ist auch ein eigenes Kind nicht das ganze oder gar einzige Lebensglück. Und zum Trost für die davon Betroffenen: Es gibt so viele andere Felder auf denen wir uns in unserem Menschsein ebenso wie die Elten eines Kindes herausfordern, bewähren und beweisen können.

Vehement muss darüber hinaus natürlich ganz generell die Disparität zwischen reichen Ländern bzw. den prachtvollen Villen der Wohlhabenden, in denen die Kinder gekauft werden können, und den Ghettos und Ländern aus denen die Kinder geliefert werden, auf Dauer verringert bzw. ganz aufgehoben werden.

Es ist sicher ein allzu romantischer, im Sinne von "unerfüllbarer" Wunsch, dass Geld keine Rolle mehr bei Schwangerschaft und Geburt und auch im weiteren Leben von uns Menschen danach spielen sollte, aber immerhin macht es Sinn für ein konkretes weltweites Verbot der Gebärmuttersklaverei zu kämpfen, damit diese verbrecherischen Käufe zwischen "unten" und "oben" erschwert werden. Insoweit bestimmt die Romantik des Denkens dann zwar nicht die Wirklichkeit aber dennoch das Ziel.

Danke Papst Franziskus deshalb für diese Initiative!

Und bitte versucht das Leiden der versklavten Gebärmutterlieferantinnen dieser Welt zu reduzieren oder gar zu verhindern! Bitte helfen Sie dabei, durch einen Boykott der kauf- oder nutzbaren Produkte der GebärmuttersklavenhalterInnen, also vor allem von diesen egozentrischen VIPs dieser Welt, die meinen in ihren Upperclass Ghettos ein eigenes Recht "neben" und außerhalb der gesellschaftlich notwendigen Moral zu haben. Entzieht ihnen und verknappt ihnen auf Dauer die finanziellen Mittel für dieses vielleicht sogar noch anwachsende Business mit Föten durch den Boykott von VIP-Produkten mit "Verleihmutter"-Hintergrund. Besucht insofern keine Konzerte oder Sportveranstaltungen mehr von solchen Leuten, kauft deren Platten nicht oder seht nicht die Filme in denen sie mitwirken. Minimiert oder gar entzieht ihnen Eure für sie so wertvolle Fan-Unterstützung, von der sie leben, und nach der sie süchtig sind.

Nur so können auch diese elitären Wohlstandstäter wieder auf das menschliche, normale und natürliche Maß des "Glücks" durch eine vom Schicksal "geschenkte" und eben nicht "gekaufte" Schwangerschaft durch uns alle zurück geführt und geleitet werden. Sie haben wahrscheinlich weder ein erkennbares Unrechts- noch Schuldbewußtsein, das sie als "bequeme" TäterInnen und auch als Käufer und Empfänger fremden Glücks und "Vermeider" von den sicher auch vorhandenen Erschwernissen von Schangerschaft und ihre Wehen - wohl nie gehabt oder längst im Rausch ihrer sonstigen Erfolge verloren haben. Sie führen ihr Leben auch ohne Schwangerschaft einfach weiter, und halten sich dabei sogar für eine "gesunde" Leistungselite ohne Geburtsrisiken.

Vorbeugung vor solcher Ignoranz gegenüber dem wirklichen mit Erschwernissen verbundenen "normalen" Leben ist insoweit immer auch als eine Hilfe zur Umkehr zugunsten der Täter gemeint, damit diese gar nicht erst zu solchen kaufwütigen Luxus-Monstern werden, und sich später beim Abgang aus ihrem jeweiligen Leben zurückerinnernd an ihr "Verbrechen" vielleicht sogar im Nachhinein noch für ihre finanziellen Gewalt- und Gräueltaten schämen müssen. Bei unser aller Abgang aus der Welt zählt eben nicht das im Leben angehäufte monetäre Kapital sondern nur die "mit gutem Willen" (Kant) verantwortlich begangenen "eigenen", und insofern auch nicht "besitz"baren Handlungen und Taten. Die Würde eines sanften Todes als späterer sozialer Abgang aus der persönlichen gesellschaftlichen Verortung in der Welt macht doch aus, dass man sein Leben nicht nur vor Anderen sondern vor allem vor sich selbst rechtfertigen kann. Wie erklärt sich diese Sklaverei eigentlich der "Käufer" und Nutznießer fremden Lebens und auch fremden Leidens an seinem Ende friedlich und ohne Selbstbetrug selbst?

Zu wünschen bleibt dennoch, dass die Gebärmutterleih-TäterInnen - trotz ihres Makels des unmenschlich erworbenen, nur pseudolegalisierbaren Kaufes eines humanen "Artikels" - diesen ab dem Zeitpunkt seiner Übergabe erst einmal wie jedes andere Konsumprodukt dauerhaft pflegsam behandeln, sich soweit ihnen möglich darüber hinaus ihrer Opfer liebevoll sorgend als Menschenkinder und eben nicht als "besitzbare" Sache anzunehmen, und dadurch wenigstens auch ihre gewissse Chance nutzen trotz aller Widrigkeiten im Umgang mit Schwangerschaft und Geburt letztendlich zu liebevollen Zieh-Eltern zu werden. Nur so können sie die primär begangene unmoralische Tat der "Gebärmuttersklaverei" dann später in gewisser Weise vielleicht doch vergessen machen.

Nachtrag SWR 1 Leute Gespräch mit einer wohlhabende VIP-Frau, die sicher dennoch wahrscheinlich keine Gebärmuttersklaverei betreiben würde, sondern für Gleichheit der Lebenschancen, "Rückverteilung" und demokratischen Umgang mit Geld und überzogenem Wohlstand, mithin für eine solidarische Gesellschaft, eintritt und als Aktivistin dafür kämpft

SWR: Millionenerbin Engelhorn: Superreiche gerecht besteuern!