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Alle müssen jetzt Niqab tragen!?

Was wurde in den letzen Jahren für ein Theater gemacht
um die Schleier, Hijab und Niqab tragenden Frauen.

Ja, natürlich sollte ein(e) öffentlich(e)r Bedienstete(r) ihre/
seine religiöse Anschauung aufgrund der Neutralitätspflicht
nicht zur Schau stellen und die Bürger(innen) mit ihrer/seiner
privaten Weltanschauung insofern beeinflussen oder belästigen.
Dies gilt aber für Christen, Muslime, Hindus oder Juden
in gleicher Weise - oder nicht etwa Herr Kruzifix-Söder?

Jetzt wo wir alle Gesichtsmasken tragen
ist der Niqab wahrscheinlich sogar die
hygienischste Variante
unter allen religiösen
Kleidungssymbolen, von der Soutane
über die Kippa bis zur Schwesternhaube.

Für viele wird Hygiene inzwischen selbst
zur Weltanschauung bis hin zur Religion,
obwohl wir doch wissen, dass zuviel Hygiene
oder besser falsche Hygiene auf Dauer den
Menschen wahrscheinlich eher Schaden zufügt.

Warum wohl machen wir es den tierischen
Beiwohnern ob Bakterien oder Viren so leicht?
Weil uns die Natur inzwischen durch zuviel Hygiene
so fremd geworden ist, und wir sie oft zu wenig
schätzen und durch das übertriebene Reinigen
und Putzen eher "verachten"!

Also besser beim Angesicht "einer" Niqab locker bleiben!
Wer sich bei "uns" aus einer fremden Kultur kommend
nur als Gästin oder Gast zweitweise aufhält, und nicht
aus guten privaten Gründen als "Integrierte"
beim Spiel des "Deutsch Seins" mitspielen möchte,
die sollte sich auch bei uns mit Niqab wohlfühlen dürfen.
Vorausgesetzt natürlich, sie möchte nach einem Aufenthalt
in dieser für sie fremden Kultur wie ein normaler Gast
auf Dauer wieder in ihre jeweilige Heimat zurückkehren.

Das Niqab-Verbot für alle, wie in Frankreich praktiziert
ist ein Zwangsmechanismus, der der Gastfreundschaft
als oberstes Gebot nicht förderlich ist.

Das ähnelt in gewisser Weise dem prinzipellen Vermummungsverbot,
gegen das wir alle gerade verstoßen, obwohl der Bürger in einer
Demokratie, ob im Straßenverkehr oder auf einer Demonstration
aus gutem Grund doch immer sein volles Gesicht zeigen sollte,
weil er damit für sich, seine Meinung und seine Haltung
öffentlich verantwortungsvoll einsteht.


Seien wir also wieder eher gastfreundlich, und sehen wir
doch im Niqab nicht schon an sich einen Rechtsverstoß
oder eine Bedrohung!

Freuen wir uns vielmehr über das für uns fremde Bild
mit dem andere Kulturen unsere Straßen bereichern.
Das gehört zur Gastfreundschaft eben dazu,
denn auch in Arabien sind Deutsche Lederhosen
und brustbetonende und brustoffene Dirndl sogar
gerne gesehen, worin man doch auch durchaus
einen antifemininen Affront gegen den guten
Geschmack sehen könnte.

Dass sich Frauen allzuoft mehr oder weniger
zwangsweise hinter einem Niqab verstecken
müssen, ist eine ganz andere Problematik.
Frauenfeindlich war aber auch soziokulturell
bei uns der indirekte Zwang zum Stöckelschuh,
der die Füße von Frauen mißgestaltete,
oder das Kopftuchgebot der Kirchen
im lezten Jahrhundert, das ja noch
gar nicht so weit von uns entfernt liegt.

Der wirkliche Feminismus ist auch ein Humanismus
meinte schon August Bebel, und kein Mensch
sollte deshalb dazu gezwungen werden, sich gegen
seine eigene Kultur, seine Einstellung oder sein
Geschlecht in Kleidung oder Haartracht
darstellen oder verhalten zu "müssen".

Jetzt also, wo alle den Niqab tragen,
ist um so mehr kulturelle Offenheit,
Gleichmut und Gelassenheit angesagt.
Ja, wir merken selbst, dass auf Dauer
niemand gerne mit einem Tuch vor dem Gesicht
herumlaufen will, also lassen wir Menschen
aus anderen Kulturen doch die notwendige Zeit
für die Integration von der Wüste des Sandes
in die Wüste des Kapitalismus.


Das Tragen des Niqab ist in anderen Kulturen
ein Menschenrecht - in unseren Breitengraden
wohl eher eine Bürde; denn er schützt uns
auf Dauer weder vor Virenpandemien noch vor
den Sandstürmen.

Beide Phänomene kommen bei uns nun einmal
höchst selten vor und dann auch letztendlich
nur zeitlich begrenzt.

So bunt unsere Corona Niqabs auch sein mögen,
in Wirklichkeit sind und bleiben sie doch nur
eine Last, die es durch den erfolgreichen
Kampf gegen tödliche Viren schnellstmöglich
zu überwinden gilt.

Oder wollen wir tatsächlich alle auf Dauer
ein Volk von OP-Schwestern und OP-Ärzten werden?