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Sex und Erotik

Sex ist ...
wie eine Ex.

Manchmal fatal ...
doch oft nur banal
und ohne b ganz einfach ... anal.

Banal (französisch banal, altfrz. ban = Bann;
ursprüngl. gemeinnützig)
bezeichnete im Lehnrecht eine Sache,
die der Lehnsherr seinen Vasallen überlässt

(Wikipedia)



(Wandmalerei in Tell Aviv)

"Mensch Rilke, kopulieren können schließlich Millionen,
dichten Sie um Himmels Willen weiter!"
(aus einem Brief von C.G. Jung an Rainer Maria Rilke)

(Wandmalerei in Tell Aviv)

Viele Menschen sind der für mich irrigen Meinung, dass "guter" Sex und die befriedigende "Erotik" nur aus der Liebe heraus geboren werden können. Manche sprechen sogar in fataler Weise von "Liebe machen". Die Liebe aber lässt sich nicht machen. Sie passiert, selten und anders als der Sex nicht nur "gelegenheitlich".

Leidenschaftlicher und somit guter Sex ist eine wunderbare und ebenso wunderliche "Sache", und eine gewisse erotische Begabung lässt sich durch Erfahrung und Lernen sogar fördern, aber die Liebe ist eine völlig andere "Geschichte". Sie kommt oft völlig unerwartet und kann auch fast ebenso schnell wieder schwinden.

Man kann auch jemanden "nur" "lieb haben" indem man mit ihm etwas teilt, oder ihm etwas schenkt. Jemanden tief und innig zu lieben ist aber eben etwas ganz Besonderes und deshalb Anderes. Die wirkliche romantische und allzu oft unerfüllte Liebe setzt zwei wichtigere Dinge in gewisser Weise "zusätzlich" voraus, die Doppel-V-Spirale: Vergebung und Verzicht.

Wer aus sich selbst heraus vergibt, weil er sich und seine eigenen Fehler erfahren hat, der hat bereits eine der wichtigsten aber eben nicht hinreichenden Grundvoraussetzungen für die Liebe geschaffen. Dies entspricht in etwa dem, was ein Jesus, so es ihn denn gab - völlig unabhängig von der albernen Vorstellung dass er der Sohn Gottes gewesen sei - mit der Forderung gemeint haben könnte: Liebe Deinen Nächsten! Aber im Sinne der wirklichen und fast schon überhöhten Liebe kann man seinen Nächsten, ob dies nun MitschülerInnen, ArbeitskollegInnen oder auch Nachbarn sind, kaum lieben, sondern sein Leben eher nur mit ihnen teilen, sie beschenken und ihnen zum Beispiel nach einem Streit, in dem man sich verletzt gefühlt hat, auch notfalls verzeihen.

Die wirkliche Liebe ist aber eben einen Schritt weiter und eine Ebene bedeutsamer. Wer in diesem Sinne ganz fundamental und nicht nur fundamentalistisch liebt, der "verzichtet" auch. Erst wenn man für die geliebte Person zu verzichten und Wertvolles "abzugeben" gelernt hat, und darin vor allem den Verzicht auf Besonderes und nicht auf nur Banales einschließt, dann ist man zwar gewollt und doch auch nur per Zufall und Glück in das Reich der besonderen Liebe eingedrungen um sich dann darin zu er"götzen"; denn die Gelegenheit zu dieser Art von Liebe wird einem nur durch das Schicksal in der Regel eher überraschend zugeteilt bzw. geschenkt. Ob dies wiederum durch einen "höheren Sinn im Rinnstein" vorab gezielt ausgesucht und geregelt wurde, entzieht sich nun einmal unserer menschlichen Wissens- und Vorstellungswelt.

Die meisten Menschen sind wohl schon vor ihrer Geburt eher nicht aus "der" Liebe denn aus reinem Zufall entstanden. Man kann aber aufgrund dessen lernen den für uns undurchschaubaren "Zufall" philosophisch zu lieben, weil ja auch diese besondere Liebe wie der Mensch an sich reiner Zufall ist.

Die hohe Kunst "Liebe zu machen" ist folglich nicht aus den "Sinnen", dem Rückrat und den Hormonen entstanden sondern ein Produkt des die Liebe stets suchenden produktiven Verstandes und letztlich der erfolgreich wirksam werdenden "wollenden" und dabei "glücklichen" Vernunft; deshalb und zum Schluß: ein Hoch auf das doppelte V: Vergebung und Verzicht. Keine Liebe dieser Art ohne "Herz", aber eben auch nicht nur durch ein emotions- und triebgesteuertes "Minnegefühl".

Eine der darüber hinaus schreitenden Forderungen der wirklichen Liebe ist aber auch, dass man sich selber liebt: Ohne Eigenliebe keine Fremdliebe! Indem man, was man in und an sich selber liebt, nur im Verzicht für die geliebte Person opfert, und auch in ihr das jeweils andere akzeptiert und anerkennt, erweist man sowohl sich selbst als auch dem Anderen die größtmögliche menschliche Würde. Sich selbst - dabei und dafür - allerdings in dem, was man ist und unbedingt auch sein möchte, ganz aufzugeben heißt den Anderen indirekt zu verachten, weil man diesem die Unfähigkeit unterstellt ein Fremdes ebenfalls selbstbewußt und doch nicht selbstlos zu lieben. Und nur darum geht es letztendlich in der so zufälligen aber auch allzu großen Liebe, wenn sie denn tatsächlich voller Respekt füreinander "passiert". Liebe kommt wohl deutlich schneller und überraschender als wir oft meinen, und deshalb kann sie auch so enttäuschend eilig und nur sehr schwer rückholbar manchmal auch ohne eigenes Zu"tun" wieder verloren gehen.

(Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sex_GLBT_olympics.svg)