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TECHNIKEN DER GEMEINSAMKEIT


Kann mehr Kommunikation zu mehr Einsamkeit beitragen? Sind wir immer mehr Sklaven unseres eigenen Geschmacks und verkriechen wir uns in die Medien- und Technikwelten, die uns einfach und bequem, weil bekannt und vor direkter zwischenmenschlicher Bestrafung und Verachtung sicher sind? Sind wir zu wenig offen für Anderes und Neues oder sorgen die neuen Netze und neuen Kommunikationsformen vielleicht nicht gerade dafür, dass wir offener und ehrlicher über unsere heimlichen Schwächen, Begierden und Bedürfnisse reden? Bringt uns der Austausch über Brisantes, kaum Aussprechbares, Niedriges, Gemeines, Schmutziges eher zusammen oder versinken wir noch mehr in der Angst der Anonymität? Wechseln wir in der neuen Kommunikation unsere Identitäten, um mehr miteinander zu riskieren, oder sind wir zu feige geworden uns wirklich zu dem, was wir sind, zu bekennen? Was sind neue Techniken der Gemeinsamkeit oder neue Techniken der Isolation bzw. gibt es diese überhaupt? Sind nicht mehr Techniken in uns als dass wir Äußeres für Inneres verantwortlich machen können? Müssen wir eigentlich unbedingt in den Sumpf unserer Empfindungen und in die Heimlichkeiten der Verdrängung abtauchen, damit wir durch die ehrliche Auseinandersetzung mit dem Tier in uns letztendlich doch wieder mehr Achtung vor uns selbst bekommen können? Fehlt uns aber nicht gerade auch öffentliches und nicht anonymes Lob und die Anerkennung durch öffentliche Rituale und familiale und nachbarschaftliche Bindungen, die durch die ständigen Versteckspiele in der Medienkommunikation eher gefährdet sein könnten?


Fragen, Fragen, Fragen, ich freue mich auf das Gespräch!