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Mein Beitrag zur Verteidigung:
Kein weiteres Geld für die sich im Konkurs befindenden USA;
denn man sollte "schlechtem" Geld kein "gutes" hinterher werfen

Mein Beitrag zur Verteidigung ist kein finanzieller. Er ist umso wertvoller, weil er ein ideeller ist. Er liegt in meiner nach wie vor expliziten Haltung als Kriegsdienstverweigerer gegen nicht legitimierte und deshalb sinnlose Gewaltaktionen gegen andere Menschen und Völker, die schon sehr schnell ungeahnte Zerstörungswirkungen nach sich ziehen können, die zumeist "euphemistisch" als Kollateralschäden abgetan werden, und allzu schnell aus dem gezielten "Eingriff" für eine "Sache" ein ungeahntes und ungeplantes chaotisches und kriegerisches Szenario machen. Wenn Militärs Polizei spielen sollen, und schon bei zahlreichen Polizeiaktionen fehlt es an der angemessenen Verhältnismäßigkeit des Vorgehens, dann ist das "abstrakte" Vorgehen oft eine der Hauptursachen für die Trennung von Militär und Volk, bei dem die jweils konkreten Menschen und ihr soziales Umfeld auf der Strecke bleiben.

Natürlich müssen Rechtsbrecher, kriegerisch gesinnte Killer, wie der IS, oder militärisch agierende Folterer und Vergewaltiger mit gewaltsamen Mitteln "aus dem Verkehr gebracht" werden und anschließend mit rechtsstaatlichen Verfahren zur Verantwortung gezogen werden. Hierfür braucht es aber eine umso größere Legitimation, als dies für allgemeine exekutive Handlungen im Rahmen des normalen Legalitätsprinzips gilt. So sprechen Menschen wie Trump von der "Rückgabe" der Macht an das Volk, ein an sich allzu ehrenwertes Prinzip, verschweigen dabei aber bewusst, dass die einzig sinnvolle Lösung zur Steigerung des Wohlstands und zur Vermeidung von sozialen Notlagen bei den Opfern der Globalisierung der dramatische Abbau von Unnötigem, d.h. eben umgekehrt die Reduktion von Rüstungs- und Militärausgaben ist. Verteidigung ist kein "quantitatives" sondern ein qualitatives Phänomen, das es in modernen Gesellschaften durch einen offenen Diskurs und das Gespräch miteinander stets neu auszuloten gilt. Den "Verteidigungs"beitrag nur in Euro oder Dollar messen zu wollen ist absurd. Wie werden im Rahmen der neuen Währungen in Zukunft wohl die militärischen "Verteidigungs"-Bitcoins aussehen?

Uns wird durch "moderne" Kommentator(inn)en und Journalist(inn)en aktuell mehr oder weniger unisono suggeriert, dass es einen allgemeinen Konsens gäbe, nach dem wir Europäer einen zu niedrigen "Verteidigungs"beitrag leisten, und dass wir bisher am Amerikanischen Rüstungshaushalt durch die Nato schmarotzt hätten. Unabhängig von der allgemeinen kritiklosen Übernahme des Begriffs amerikanischer "Verteidigungsbeitrag", der die speziellen Investitionen der US-amerikanischen Regierungen in die einseitigen US-amerikanischen Angriffskriege, in Korea, Vietnam oder Irak mit einschließen soll, rechnen die Unterstützer und Rechtfertiger der Steigerung von Militärausgaben prinzipiell falsch.

Schon die erheblichen finanziellen Mittel für die Destabilisierung von demokratischen Regierungen, die den amerikanischen Interessen widersprechen, werden bei solchen Modellrechnungen, die die Hauptlast der "Verteidigungs"bemühungen bei den US-amerikansichen Regierungen lokalisieren, nicht gesondert ausgewiesen. Zudem ist "generell" die implizite Annahme mehr als verblüffend, dass sich die Sicherheit eines Landes überhaupt in Prozenten vom Bruttosozialprodukt messen lasse.

Wir Europäer werden in diese vollkommen irrationalen und willkürlichen Berechnungen als Vergleichsmaßstab mit einbezogen, weil wir nur einen bestimmten und aus der Perspektive solcher Beobachter viel zu niedrigen Beitrag leisten. So müssen sich die Falken in Europa inzwischen konsequenterweise auch nicht mehr dafür rechtfertigen dass sie die Rüstungsausgaben und die Ausgaben für die Unterhaltung ihrer jeweiligen Militärs "dynamisch" erhöhen, ohne dafür spezifische Anlässe zu benennen oder auch nur genauere Mittel- oder Zweckangaben zu machen, die öffentlich oder parlamentarisch überprüfbar wären; nein, nur noch die Höhe des anzustrebenden Gesamtvolumens pro Jahr und die Höhe des Anstiegs in den nächsten Jahren stehen zur Diskussion.

Erschreckend ist inzwischen die große Koalition sich darin kaum noch unterscheidender politischer Parteien, die von einem "allgemeinen" unspezifischen Bedrohungspotential ausgeht, für dessen differenziertere Darlegung es keine Notwendigkeit mehr zu geben scheint. So gibt es praktisch keinerlei Versuche, der zahlenden und beitragenden Bevölkerung dieses "Bedrohungspotential" genauer zu analysieren und uns entsprechend zu erklären. Die spezifischen Wege und Ziele zur Reduktion oder gar Aufhebung solcher Bedrohungen werden entsprechend auch nicht begründet. Dies ist der wesentlichste und offensichtlichste Erfolg des aktuellen Machtwechsels in Washington, völlig unabhängig ob der Sieger Clinton oder Trump geheißen hätte. Akzeptiert Trump nur moderate Steigerungsraten beim Rüstungsetat der mit den USA verbündeten Landesregierungen, und bleibt bei der NATO insofern alles beim Alten, dann kann auch die Berliner Politikelite bequem mit dem neuen Präsidenten leben. Hält er zudem die Quote der von ihm geplanten Importzölle bescheiden, dann ist dem notorischen Globalitätsnörgler wahrscheinlich sehr bald ein allgemein akzeptierter Platz in den Geschichtsbüchern der Globalisierungssieger sicher.

Ebenso erstaunlich ist, dass den so unabhängigen und pseudokritischen Journalisten erst jetzt auffällt, dass das Motto "Amerca first" Leitlinie amerikanischer Politik werden könnte, wo dieser "Sinn"spruch doch das Imperium der USA spätestens seit dem Ende des Ersten Weltkriegs zur Weltsupermacht politisch, ökonomisch und militärisch zu orientieren vermochte. Man stelle sich vor, dass es beispielsweise - in Analogie zur modernen Publizistik - unter Historikern ein mehr oder weniger vollständiges Einverständnis darüber gegeben hätte oder gäbe, dass sich erst mit dem Auftreten von Julius Cäsar oder gar Nero eine "Rom first"-Attitüde - quasi revolutionär und mehr oder weniger aus dem Nichts - nur gestärkt durch die Einsicht des jeweiligen Imperators ergeben hätte. Nun so unklug wäre wohl kaum einer der akzeptierten und seriösen Historiker, aber unsere Politiker erlauben sich wie deren lobhudelnde Journalisten diesen Spagat zwischen zu verurteilender Anpassung und mitmachender Vorteilnahme auf der einen Seite und fast schon verzeihbarer Dummheit und Unwissenheit auf der anderen. Der erwiesene Lügner Trump ist insofern doch wirklich der ehrlichere, der sogar offen ausspricht, dass der zweite Angriffskrieg der Amerikaner im Irak - der größte Fehler in der Nachkriegsgeschichte der USA gewesen sei.

Nun, Trump meint dies nicht moralisch, denn solch eine Grundeinstellung mit romantischen Neigungen zu Anstand und einer entsprechenden politischen Ethik wurden, glaubt man seinen Biographen, wahrscheinlich bereits durch seinen Vater aus ihm sehr frühzeitig in seiner Kindheit herausgeprügelt, und auch sein eigener Sohn macht auf der aktuellen öffentlichen Bühne einen beschämenden, weil beschämten Eindruck, pendelt dabei von einem Bein auf das andere wackelnd zwischen mangelnder Betroffenheit und Langeweile hin und her, jeweils dokumentiert mit seinem Auftritt beim Wahlsieg und bei der Vereidigung seines Vaters. Noch gähnte der kleine Junge dabei sogar, obwohl sein Vater ihm gestisch und mimisch jeweils einzutrichtern versuchte, dass "Sieger" sich dadurch auszeichnen sollen, dass sie keinerlei Rücksicht auf Empfindlichkeiten und die Leiden der "Verlierer" nehmen, und dabei womöglich die eigenen archaisch menschlichen widersprüchlichen Empfindungen entsprechend zu ertragen oder gar zu negieren lernen. Warum und wie die "sozialen Verlierer" zu einem solchen Sozialignoranten halten können, und "vollen" Herzens und scheinbar bei "vollem" Verstand Trump und andere vergleichbare Populisten wählen (neben natürlich den nutznießenden Siegern und Mitmachern der Oberschicht und des Mittelstands), bleibt mir nach wie vor schleierhaft. Wie auch die selbsternannt kritischen Claqueure gleichzeitig die missachtende Ignoranz und Intoleranz gegenüber jeder Art wirklichen Mitgefühls bei ihren neuen "Interessenvertretern" schlicht übersehen können, ist mir persönlich nach wie vor kaum erklärlich und insofern ebenfalls unbegreiflich.

Für Trump war der Irakkrieg nur für das Budget seines Landes zu teuer, und auch die Nato ist ihm keine weiteren finanziellen Anstrengungen wert, weil sie wahrscheinlich zu recht, als für den Weltfrieden höchst ineffektiv betrachtet werden kann. Recht hat er: Rüstungs- und Militärausgaben haben die USA ruiniert. Jeder weiß um dieses Dilemma und keiner spricht davon. Die Auguren der politischen, ökonomischen und politischen Propaganda behaupten, dass Trump die USA schlecht redet, dabei ist für jeden objektiven Beobachter und Kenner der Szene längst offensichtlich, dass die USA abgewirtschaftet haben, finanziell längst pleite sind, und dass sowohl westliche europäische als auch pazifische asiatische Regierungen den maroden und verrotteten Dampfer USA mit Flickwerk an Heck und Bug - im Vertrauen auf die Funktionstüchtigkeit der Weltwirtschaft an sich - zumindest noch vorläufig über Wasser halten müssen. Das Geld, das für die großen Rohstoffambitionen und die Aufrechterhaltung eines globalen Handels zugunsten amerikanischer Konzerne in den maroden imperialen Apparat gesteckt werden muss, das fehlt natürlich den Armen und Entrechteten auch in den Vereinigten Staaten zu deren Grundversorgung.

"'Egal wie hoch die Inflation steigen wird, wir werden unser Bestes tun um vorzutäuschen, dass sie nicht existiert, oder sie wegrationalisieren, weil wir viel mehr Schulden haben. Amerika ist pleite. Wenn man sich Europa und Japan anschaut, wenngleich es dort etliche Schulden gibt, sind diese Länder immer noch Gläubigernationen. Die USA hat aber mehr Schulden, als sämtliche Schuldenländer zusammen. (Der US-Präsidentschaftskandidat Donald) Trump hat Recht: Wir sind pleite, wir sind völlig pleite. Wir leben von der Schuldenblase und können sie nicht zum Platzen bringen.“ Nachdem die USA bis Anfang der 1980er Jahre noch der weltweit größte Gläubiger waren, sind die Nettoauslandsschulden der Amerikaner gegenüber September 2007 von 1,2 Billionen Dollar zuletzt auf horrende 7,3 Billionen Dollar explodiert. Die Nettoschulden werden berechnet, wenn man vom Vermögen die Schulden abzieht." ("Die USA ist völlig pleite, wir leben von der Schuldenblase" www.wallstreet-online.de, 19.4.2016)

Natürlich gibt es auch eine digitale Ökonomie in den USA, doch deren Wertschöpfungsmöglichkeiten werden nach wie vor weit überschätzt. Die Petro-, Bio- und Chemieindustrie sind alles andere als intensiv, was den Einsatz menschlicher Arbeitskräfte betrifft, und Europa hat auch in diesen Sektoren die USA längst eingeholt, vom Maschinenbau wollen wir dabei gar nicht erst sprechen, denn da hinken die USA aktuell hoffnungslos hinterher. Die führende amerikanische Lebensmittelindustrie kann einen Umbau in Richtung auf regionale Produkte in Europa nur schwer ertragen. Woher also soll der Infrastrukturschub mit einer starken Arbeitsplatzwirkung denn kommen? Vom Straßenbau sicher nicht, denn an dem hat sich Deutschland schon zu Zeiten der Widervereinigung stark überhoben und Investitionen damals von wichtigen Zukunftssektoren und der damit verbundenen notwendigen Wissenschaftsförderung abgelenkt. Amerika, Du hast in den letzten Jahren von der großen Bedeutung, die Du einmal für die Weltwirtschaft gehabt hast, längst abgedankt! Asien bietet den USA und Europa längst paroli und selbst die "Dritte Welt" wird auf Dauer durch die USA nicht mehr in gleicher Weise klein und unbedeutend gehalten werden können.

Menschen wie mich, die von den liberalen Dimensionen der amerikanischen Gesellschaft und deren multikulturellen Errungenschaften immer so positiv überwältigt waren, und für die der romantische Freiheitsbegriff und die Freiheitssehnsucht der Amerikaner eine so große Vorbildfunktion hatten, wir schauen nun ernüchtert auf ein Imperium, das aus den Fugen geraten ist, und auf dem Weg in den Konkurs auch noch die eigenen Mitarbeiter und Lieferanten in den Werte vernichtenden Strudel mitreißen möchte. Trump ist leider kein unabhängiger und leidenschaftsloser Konkursverwalter; ein solcher hätte den USA sicher sehr gut getan, um wirklich akzeptable "Deals" für den Übergang in eine neue Welt des "weniger ist mehr" international auszuhandeln. Trump gießt stattdessen noch Öl oder gar Benzin in das Feuer, weshalb der internationale Aufschrei gegen den selbstgefälligen ignoranten Narzissten nur allzu verständlich und dennoch leider vollständig fehl"orientiert" ist.

Es gilt zu begreifen, dass wir uns am Anfang des Untergangs des amerikanischen Weltreiches befinden, wobei niemand mit Sicherheit weiß oder in diesem Chaos der universellen Bedrohungen gar wissen kann, wie etwas Neues und Gutes aus diesem Niedergang entstehen könnte. Mut macht nur die Tatsache als solche, dass aus fast allen untergegangenen Kulturen in der Geschichte mit leichten oder längeren Verzögerungen stets wieder etwas "besseres" und "lebenswerteres" entstanden ist. Und uns Deutschen mit unserer einseitig auf das Automobil, die Chemie und den Maschinenbau ausgerichteten Industriekultur könnte schon bald das schadenfrohe Lachen im Halse steckenbleiben, wenn unsere autoritären, selbstgefälligen, semikriminellen und stets überbezahlten Manager weiter auf die Ewigkeitsgarantie als Exportweltmeister setzen.

Wirtschaftlicher Niedergang trifft natürlich immer zuerst "die da unten". Wer dies für die "unteren" Schichten unserer modernen Gesellschaften trotz ihres Wohlstandsvorsprungs leugnen will, der hat aus dem Auf und Ab der Geschichte nur wenig begriffen. Selbstverständlich schwingt dabei auch immer die Gefahr einer Apokalypse mit, für mich persönlich indes zeichnet sich eine solche noch längst nicht ab, letztendlich auch nicht mal vollständig für die Kultur von stars and stripes. Jeder Beobachter mag insofern sein eigenes vorläufiges Urteil fällen, aber entmutigen lassen sollten wir uns vom Untergang der alten Supermacht USA nicht, so wie der Untergang der zweiten modernen Pseudo-Supermacht Sowjetunion zumindest den Borderstaaten wachsenden Wohlstand und demokratische Mitbeteiligung gebracht hat.

Keiner glaubt wohl ernsthaft, dass ein Magnat wie Trump die Russen "an sich" mag oder gar die dort lebenden Menschen "liebt", er ist vielmehr aktuell noch begeistert vom durch lästige Demokraten unbeschnittenen Recht auf die Selbstherrlichkeit der Regierenden, das den russischen Oligarchen die Freiheit gegeben hat, ihr Herrschaftsgebiet nach eigenen Vorstellungen weiterhin zu gestalten und nach den eigenen Interessen zu entwickeln. Ein Erdogan schafft es sogar sich durch ein Referendum durch "sein" Volk dessen eigene Entmachtung politisch legitimieren zu lassen. Aber wie Putin sukzessive über die Jahre durch den wirtschaftlichen und sozialen Niedergang seines Landes an Bedeutung verlieren wird, der sich ja aktuell in gleicher Weise auch schon bei Erdogan andeutet, und Putin ebenfalls wie Trump nur noch verzweifelt einen Konkursnachlass des Kommunismus in seinem eigenen Land vewaltet, so wird auch Trump, wenn er nicht vorher in amerikanischer Manier noch erschossen wird, auf Dauer einmal der zweifelhafte Ruf anhaften, sein Land ausgehend vom Antrag auf die Eröffnung des Konkursverfahrens, das er mit seiner Vereidigung und seiner Rede vom Ende des Niedergangs der USA rhetorisch eingeleitet hat, noch einmal grundsätzlich die US-amerikanischen vor allem weißen Bürger aufgerüttelt zu haben, zumindest so lange, bis dann zum Ende des Konkursprozesses mangels Masse, die Suche nach den wahren Schuldigen eingeleitet wird, und vor allem den Unschuldigen die entsprechend ungerechte Strafe droht. Die Zeche der amerikanischen Konsumfete der letzten hundert Jahre wird die Welt wohl in kürze insgesamt zu zahlen haben. Was dann folgt weiß, wie oben bereits angedeutet, vorerst noch niemand. Und wir Europäer werden dabei nicht weniger schuldig sein, denn wir haben in den letzten Jahrzehnten immer auf der Gästeliste der großen Party gestanden. Was dann von einer intakten "Umwelt" noch übrig bleibt, werden wir nach der damit verbundenen Bestandsaufnahme sehen, es sei denn die Welt bemüht sich - auch ohne Trump - weiterhin um die dringende Reparatur der so nachhaltig verletzten Erde.

Mehr Geld in die Nato wird die Welt nicht retten, unsere Verteidigungsministerin sitzt da dem weltweiten Irrglauben auf, dass mehr Geld für Militärs und mehr Rüstung uns der Lösung der Weltwirtschaftsprobleme und unserer Sicherheitsbestrebungen näher brächten, indes sie doch nur mehr neue Verantwortungsdimensionen mit sich bringen, die sich durch unangemessene militärische Interventionen um so schneller missbrauchen lassen.

Wer die aktuellen Zerstörungen von Menschen, deren Wohnungen, den regionalen Handelsorten bzw. der notwendigen Industrien und Arbeitsplätze oder gar von Kulturgütern ersten Ranges im Nahen Osten betrachtet, der kann dieser Analyse doch nur allzu vehement zustimmen. Natürlich ist das Geflecht von Freundschaft und Feindschaft, Hass und Hingabe an eine Sache weitaus komplizierter als der Einmarsch einer Supermacht in ein aus dem Interesse an deren Rohstoffen unterzuordnenden Land. Offensichtlich ist auch, dass sich die Supermacht USA der hausgemachten Verbrechen und Widersprüche von Herrschern und Oligarchen in den jeweiligen Konfliktzonen nur zu bedienen brauchte, um solche militärische "Rettungs"aktionen nach außen zu legitimieren. Aber warum spielen wir dieses Spiel als weiterhin hörige Vasallen so selbstverständlich mit, wo unsere europäischen Regierungen doch sehr wohl in den letzten beiden Jahrzehnten einen immer unabhängigeren Weg abgetrennt von den amerikanischen Interessen mit eigenen Europäischen Ansprüchen betreten haben?

Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, gebt Trump, was des Trump ist, dieser Deal hat schon dem frühen Christentum nicht gut getan. Kein Kaiser sollte unantastbar sein, und ein Trump in dieser Hinsicht schon gar nicht. Gebt der Nato nicht, was der Nato ist! Schon wieder scheint ein Trump - kurzsichtig und kurzgeschlossen - auch durch die in den USA so populäre Wahrnehmung der Europäer als untreu und undankbar - unglücklicherweise "recht" zu bekommen: Die Nato ist eigentlich so unnötig wie ein Kropf! Aber besser ein funktionierender Kopf und Hals mit einem Kropf als ein Kopf ohne Kropf aber auch ohne Hals! Nur wenn wir so phantasielos sind, die Welt so peinlich in gut und böse geteilt zu betrachten, wie die Populisten, und nur wenn wir die Welt ebenso vereinfachend zu erklären versuchen, dann sehen die neuen Beiträge zur Verteidigung so aus, dass wir alle zur Lösung aller Probleme nur noch die Portemonnaies öffnen müssen, ohne dafür wirklich mehr Wohlstand und Sicherheit zu erhalten. Über den Impetus, die Muslime auch noch in Bausch und Bogen zu den zu "eliminierenden" Juden der Neuzeit zu machen, soll an dieser Stelle gar nicht erst debattiert werden. Das Phänomen Trump fordert uns alle zur Neubesinnung auf; darin kann ich persönlich nichts Schädliches entdecken, auch wenn die tagtägliche Zumutung des Fremdschämens für Trump und seine Vasallen mit dessen Auftreten natürlich nicht gerade gesunken ist.