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Der Herr von und zu Winterfeldt
kriecht zu Markte

Am Winterfeldt
wirst Du selbst Dir gestellt.

Bleibt zum Fremdschämen Zeit,
ist die Seele befreit.

Doch gehörst Du dazu
bleibt Dir keine Ruh:
musst argen und wähnen,
um nicht selbst Dich zu schämen.

Bist flanierender Teil der Stände und dessen -
willst aber schnell es auch schon vergessen.

Bürgertanten in beige und Flieder
Generation Erben, sittsam und bieder.
Dort ein Buddha und Tuche aus Seide,
am Markt frisst der Gutmensch Biokreide.

Zu Immobilanten und Ignoranten,
kurzer Kontakt mit alten Bekannten.
Das Sehen und auch Gesehen werden:
verbrämte Sehnsucht nach Blut und Erden.

Das Anders schwebt hier dezent und leise,
doch der Geier des Spießers zieht auch seine Kreise.

Toskanische Becken vor dem Verfall
versteckt in den Stoffen zum Maskenball.

Ein Häppchen goutiert, guten Wein getrunken,
das schlechte Gewissen im Stil versunken.

Aldi und Rossmann kann er sich leisten,
zum Einkauf hier nur kaum erdreisten.

Uns geht es gut, das Leben ist sicher,
am Nollendorf hungert der Drogenstricher.

Und wäre er anders, so wäre es leicht,
doch leider ist er auch auf dies Leben geeicht.

Der Bonvivant bleibt ein Trunkenbold,
deshalb sind ihm schöne Frauen hold.

Es duftet am Markte nach Feinschmeckerküche,
verschwunden sind dadurch die Mitmachgerüche.

Solides Handwerk zum Sommerpreis:
Esoterik für Jeden und nutzloser Scheiß.

Ihm wird speiübel, doch treibt ihn Genuss,
Hochmut mit Kummer bringt nur noch Verdruss
.