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"Fachkräftemangel", Wohlstandsteilhabe,
Einwanderung und Migration

Der antizipierte "Fachkräftemangel" ist aktuell in aller Munde. Wir suchen an oberster Stelle, HandwerkerInnen, IngenieurInnen, NaturwissenschaftlerInnen InformatikerInnen oder ÄrztInnen. Diejenigen hingegen, die schon zuhause von Bildung depriviert wurden, die sollen bitte auch dort bleiben, wo sie her kommen.

Woher nehmen wir uns eigentlich das Recht, z.B. Ärzte aus Ländern wie Syrien oder Rumänien abzuziehen, und bei der Einwanderung von qualifizierten Fachkräften ganz allgemein überhaupt die Herkunftsländer, die selbst für ihre Entwicklung qualifizierte Arbeitskräfte benötigen, einfach durch den "brain drain" ausbluten zu lassen?

"'Die Ärzteschaft in Deutschland wird bunter': Derzeit arbeiten mehr als 57.000 ausländische Ärztinnen und Ärzte in Deutschland. Das geht aus der aktuellen Statistik der Bundesärztekammer hervor. Damit kommen bei 548.302 ÄrztInnen in Deutschland mehr als 10 Prozent aus dem Ausland. Das dritte Jahr in Folge belegten syrische ÄrztInnen den ersten Platz bei der Anzahl ausländischer MedizinerInnen in Deutschland. Im Jahr 2021 erreichte die Zahl der syrischen ÄrztInnen 5404. Im Jahr 2020 waren es 5242. Davon arbeiten 4.314 in deutschen Krankenhäusern. Die Ärzte aus Rumänien belegten den zweiten Platz (4.721), auf den nächsten Plätzen folgen MedizinerInnen aus Griechenland (2.973), Österreich (2.901) und Russland (2.631). Das Ärzteblatt hält die gestiegene Zahl ausländischer Ärztinnen und Ärzte im Gesundheitssystem 'für eine gute Entwicklung'. Viele Kliniken hätten angesichts des aktuellen Ärztemangels 'ohne die Kolleginnen und Kollegen aus dem Ausland noch viel größere Schwierigkeiten, offene Stellen zu besetzen'" (https://tunewsinternational.com/2022/06/08/statistik-syrer-stellen-die-groste-gruppe-auslandischer-arzte-in-deutschland/).

Syrien hat 13 Ärzte pro 10.000 Einwohner. In Rumänien praktizieren immerhin 30 Ärzte pro 10.000 Einwohner. Wir in Deutschland weisen hingegen in der internationalen Vergleichsstatistik stattdessen in 2020 mit 44 Ärztinnen und Ärzten eine deutlich höhere Ärztedichte pro 10.000 BürgerInnen aus als ein Großteil der Länder in der sogenannten "zweiten" und "dritten" Welt.

Ärztedichte weltweit / Quelle: (https://www.destatis.de/DE/Themen/Laender-Regionen/Internationales/Thema/Tabellen/Basistabelle_Aerzte.html)

Im internationalen Vergleich stehen praktisch alle modernen Industrieländer jeweils in Hinsicht auf die Ärztedichte sehr gut da, während die "armen" Länder durchweg nur eine deutlich geringere Zahl von Ärzten pro 10.000 Einwohner ausweisen können. In gewisser Weise innerhalb einer solchen Logik wäre gemessen am deutschen Beispiel, wenn überhaupt, nur die Zuwanderung von griechischen Ärzten nach Deutschland legitim. Tatsächlich leben in Griechenland jeweils 69 Ärzte, also deutlich mehr als in Deutschland (wenn man der Statistik natürlich überhaupt glauben darf), die 10.000 Bürger mit ihren Leistungen zu versorgen haben. Aber darf man selbst sogar ein Land mit einer solchen Kultur, das scheinbar eine ebenso gute oder gar dichtere Ärzteausbildung als wir in Deutschland hat, und diese ÄrztInnen eben wohl nur nicht so gut wie in Deutschland bezahlen kann, deshalb sozial ausnutzen, und insofern fremde Ausbildungsleistungen ausbeuten? Dürfen wir uns wirklich "ethisch" erlauben, die Ärztinnnen und Ärzte aus einem solchen - sogar ausnahmsweise einmal scheinbar besser gestellten Land - durch höhere finanzielle Incentives (die man dort aus welchen Gründen auch immer den ÄrztInnen nicht leisten kann) entsprechend "abzusaugen"? Wir tun dies doch nur um uns, die wir wohl weniger dicht und umfassend medizinisch ausbilden, nach eigenem Recht und Gutdünken international besser zu stellen, und unser Gesundheitswesen durch Dritte entsprechend zu sanieren (Zudem ist bei uns die ÄrztInnen-Ausbildung auch noch in Form eines rigiden "numersus clausus" zur finanziellen Statussicherung unserer im internationalen Vergleich überbezahlten medizinischen Eliten unnötig reglementiert).

Dabei weiß man, was die grundlegenden medizinischen und gesundheitlichen Probleme betrifft, dass gerade die ärmeren Menschen meist sogar noch größere medizinische wie soziale Probleme haben als Menschen in den reichen Ländern mit ihren Zivilisationserkrankungen wie Überernährung oder dem sprichwörtlichen zivilisationsbedingten Bewegungsmangel. Also sollten gerade in ärmeren Ländern folglich zur Lösung solch grundsätzlicherer und gravierenderer Problemlagen eigentlich mehr Ärztinnen und Ärzte ausgebildet und von der Weltgemeinschaft finanziert werden.

Die Ärzte, oft an der Spitze der diagnostizierten "Mangelberufe" in Deutschland, sind ja nur die Spitze eines Eisberges des Rufes nach mehr und vor allem gut ausgebildeten einwandernden Migrantinnen und Migranten in allen Wirtschafts- und Lebensbereichen.

Steht mir mit fast 70 Jahren als deutscher Staatsbürger denn nun alsbald eigentlich wirklich moralisch mehr oder wenig automatisch eine schlechter bezahlte Altenpflegerin oder ein Altenpfleger aus den Philippinen, der Ukraine, Weißrussland, Rumänien, Bulgarien oder Polen zu, nur deshalb weil ich in einem wohlhabenden Land lebe, und ich mir oder auch nur unser Sozialsystem sich so etwas finanziell leisten kann?

Der häufig diagnostizierte "Fachkräftemangel" hat eben auch eine sehr egoistische wohlstandszentrierte Seite: Wer wohlhabend ist, dem steht eine Hilfe zu, wer arm ist, der soll gefälligst für sich selber sorgen.

Ach ja, und dann wird auch noch zynisch auf die Vielzahl von Kindern "dort" verwiesen, die in Zukunft in den armen Ländern solche Betreuungsleistungen in deren eigenen Familien generationenübergreifend erbringen sollen statt der auswandernden Fachkräfte; weil ja auch nur die Armen bekannterweise für die sogenannte "Überbevölkerung" der Erde verantwortlich sind. Richtig, die Armen vögeln sich selber arm!

Dabei weiß man in Wirklichkeit stattdessen, dass gerade die Ausbeutung von Frauen als Gebärmaschinen vor allem auf den falschen Umgang mit der Menschenwürde und den Menschenrechten dieser Frauen zurückzuführen ist, ob durch die autoritären und autokratischen religiösen wie politischen Strukturen bedingt oder auf einer einseitig ungerecht falsch tradierten dominanten Männlichkeit beruhend. Auch im "Westen" hat erst mehr Wohlstand und Bildung nach Jahrhunderten der Unterdrückung der Frauen insofern zu deren relativer Unabhängigkeit und Gleichberechtigung geführt. Die Unterdrückung von Frauen in den noch immer archaisch Frauen unterdrückenden Kulturen ist doch kein männlicher Gendefekt, sondern basiert auf einer weltweiten sozialen Schieflage, was die Ökonomie und die Bildung betrifft.

Eine Frau, der genügend Zeit für ihre eigene Bildung und Entwicklung gegeben wird, die wird die ihr gemäße Zahl von Kindern sicher vernüftigerweise nicht nach einem solchen "Mengenmodell" ihrer Eltern oder Männer entscheiden, und sich darüber hinaus weitaus unabhängiger aus der Vielzahl der dann denkbaren beruflichen Möglichkeiten eben auch nicht nur einen "typischen" Frauenberuf wählen.

Viele der wirtschaftlichen MigrantInnen könnten sich sehr wohl auch eine Bleibeperspektive in ihren jeweiligen Herkunftsländern vorstellen, und würden ihre "Heimaten" oft sogar bevorzugen, wenn die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Rahmenbedingungen für sie dort ebenso vorteilhaft wären wie auf der Basis der notbedingten Übersiedelung oder Auswanderung hier zu uns. Dass diese Erkenntnis eigentlich banal ist, heisst eben leider nicht, dass sie aktuell zur Leitschnur unserer Politik geworden ist. Wir wollen sehr schnell möglichst "unsere" Beschäftigungsprobleme lösen, anstatt nachhaltig die Wertschöpfung auf der Welt gerechter zu verteilen.

Ja, gerne wird auch darüber gesprochen, dass Migration in der Lage sein kann, einen sozialen Ausgleich vorzunehmen, indem die Menschen, die als MigrantInnen in den wohlhabenderen Ländern arbeiten, durch den Rücktransfer von Einkommen das Bruttoinlandsprodukt in den ärmeren Ländern erhöhen; aber eine gesunde Entwicklung ist das nicht, vor allem dann, wenn wir immer noch bevorzugt auf den Zuzug von "bereits gut ausgebildeten" Personen bestehen. Zumindet sollte garantiert werden, dass alle in die reicheren Länder auswandern dürfen, so sie es wirklich wollen, völlig unabhängig von den bisher im Herkunftsland erworbenen Qualifikationen, soweit ihnen dann bei uns auch eine würdige Beschäftigung, ein ebenso respektables Wohnen wie auch ein menschenwürdiges Leben an sich garantiert werden kann.

Anders wäre die Legitimation der Beschäftigung von "Wirtschaftsflüchtlingen" in den "Wohlstandsparadiesen" schon, wenn wir wenigstens den migrantischen Neubürgern - als soziale Ausgleichszahlung für die ökonomische Ausbeutung von deren Herkunftsländern - eine entsprechend gute Aus- und Weiterbildung bei uns gewährleisten würden, damit sie nach einer etwaigen Rückkehr in ihre Herkunftsländer dort dann selbst wieder mit ihren bei uns erworbenen Qualifikationen das wirtschaftliche und soziale Klima fördern könnten.

Hier erkennt man dann aber doch auch sehr leicht die janusköpfige Seite der nur wirtschaftlich gewollten Migration in die sogenannten "Einwanderungsländer"; denn oft wollen wir ja aus anderen Gründen den EinwandererInnen auch eine Bleibeperspektive eröffnen und dauerhaft geben, und sind insofern eher an deren dauerhafter Integration in unserem egoistischen Eigeninteresse interessiert, und födern diese "Integration" auch mehr oder weniger intensiv, damit sie eben nicht wieder aus unseren Arbeitsmärkten und unseren Rentenfinanzierungsmärkten auswandern. Und eine Zwangsverpflichtung zur Rückkehr wäre ja eigentlich auch ein Verstoß gegen genuine Menschen- und Freiheitsrechte.

Statt nur nach den gebildeten und gut ausgebildeten Einwanderern zu rufen, sollten wir uns stattdessen um so mehr um diejenigen kümmern, die oft aus purer Not und selten "vollständig freiwillig" bei uns gestrandet sind; selbst dann wenn sie auch noch, soweit es ihnen möglich war, an Schlepper für ihre Flucht aus den Herkunftsländern teuer bezahlt haben. Diese Menschen brauchen Ernährung, Unterkunft und für die Zeit Ihres Daseins als eines Hierseins auch die möglichst unmittelbare Gelegenheit sich nach eigenen Vorstellungen - wie wir auch - zu bilden, und sich gesellschaftlich durch Ihre Arbeit hier bei uns nützlich zu machen.

Flüchtlinge aller Welt, insbesondere dann, soweit wir tatsächlich genug menschenwürdige Unterkünfte, Verpflegung und Arbeit für Euch in Europa haben, kommt zu uns! Ihr seid nach wie vor willkommen, und wir werden Euch schützen, weil Euch unser Grundgesetz speziell auch in Deutschland als Schutzsuchende vor politischer und militärischer Not ein vorübergehendes Bleibe- und Asyrecht zugesteht, und Euch insofern auch zumidest erst einmal für eine gewisse Zeit "duldet". Dieses Grundrecht existiert schon deshalb, aus einer gewissen Dankbarkeit heraus, weil in der Vergangenheit auch Deutsche vor allem in Kriegszeiten von der Fluchtmöglichkeit in andere Länder profitiert haben, und weil wir darüber hinaus auch auf Kosten Anderer ein reiches Land geworden sind, und so ein wenig von der damit verbundenen "Schuld" tilgen können.

Und seid Ihr erst einmal bei uns in relativer Sicherheit, dann ist es vor allem die Aufgabe von Wirtschaft und Politik diesen Aufenthalt für Euch sowohl so angenehm wie möglich als auch für uns gegenseitig so nützlich und finanzierbar zu gestalten, dass wir nicht durch falsche Entscheidungen aufgrund wirtschaftlicher und sozialer Engpässe gezwungen sind die für Euch offenen Grenzen wieder zu verengen. Daran müssen wir gegenseitig arbeiten, denn der dafür notwendige Wohlstand kann nur gemeinsam errungen und gepflegt werden.

Über den Umgang mit RechtsbrecherInnen, die diese Willkommenskultur missbrauchen, dem "Killerargument" der politisch Konservativen oder gar Rechtsradikalen, entscheiden bei uns ganz selbstverständlich zu Eurem und unserem Schutz vor Kriminalität die rechtsstaatlichen Organe - und am Ende auch wohl die Gerichte.

Wer innerhalb der Gültigkeit der deutschen Rechtsordnung andere Menschen gezielt demütigt, verletzt, foltert oder gar tötet, der gehört doch gerade in Deutschland entsprechend hart bestraft und seiner unter Umständen auch sehr langwierigen Resozialisierung zugeführt. Bisher habe ich noch nicht gehört, dass die deutschen Gefängnisse oder "Zuchthäuser" so etwas wie Hotelcharakter hätten. Das sind doch keine "Boni" der politischen Gutmenschen gegenüber den Migranten, wir sollten insofern doch auch froh sein, dass wir anders als in manch anderen Ländern selbst in so konfliktreichen Städten wie Köln, Frankfurt oder Berlin noch keine wirklichen No-Go-Areas haben.

Das Strafmaß von Migranten aber hat genauso wie für deutsche Staatsbürger nicht durch die AfD und deren ParteigängerInnen sondern nur durch unabhängige Gerichte festgelegt zu werden. Und haben wir nicht auch die Pflicht die Menschen, die weiterhin in den Herkunftsländern leben, vor solchen Tätern zu schützen und sie insofern auch nicht als einen "schmutzigen" Exportartikel dorthin wieder zurück zu transportieren? Ja, wenn Ausweisung im Falle von Staatenlosigkeit, oder illegaler Einreise eine angemessene Strafe darstellt, dann kann auch diese erfolgen. Aber in der Tat müssen auch Kleinkriminelle ihr Recht auf eine kleine Strafe bei uns bewahren, sofern wir sie in autokratischen Systemen für ihre Tat einer unangemessenen Folter, Langzeit- oder gar Todesstrafe zuführen würden. Und oft sind die Herkunftsländer bei diesen Personen noch nicht einmal feststellbar.

Es ist eher das Klima des Wegsehens und des Nichtahndens staatlicher Autoritäten in Deutschland auf der Basis von Überlastung und Gewöhnung bei gerade auch "kleineren" Delikten gegen die menschliche Würde oder körperliche Unversehrtheit, welches sich oft auch bei uns schon im Rahmen von Parallelkulturen beobachten lässt. Straftäter haben viel konsequenter und schneller bestraft zu werden als dies aktuell in Deutschland der Fall ist. Ich wurde im Ruhrgebiet beispielsweise völlig zu unrecht körperlich, übrigens von einem Bio-Deutschen, angegriffen, und dessen "Bestrafung" hat dann mehr als 18 Monate in Anspruch genommen. Und da ich ihn nach so langer Zeit nicht mehr eindeutig wiedererkennen konnte, wurde er dann sogar freigesprochen.

Uns ist die angemessene personelle Ausstattung von Justiz, Richtern aber auch Polizei so wenig wert, damit am Ende doch eher die Groß-Steuersünder, kriminellen Bankrotteure und sonstige Wirtschaftskriminelle bzw. korrupte Vorteilsnehmer - systemisch gewollt - ihr Unwesen bei uns treiben dürfen. Aber niemand wird dennoch behaupten können, dass wir deshalb schon in einer Bananenrepublik oder "Demokratur" leben.

Clankriminalität und Bargeldgeschäfte der Oligarchen in Deutschland gehören zudem mindestens ebenso konsequent verfolgt wie auch die Zuhälter und Profiteure der Sexindustrie. Hier aber drücken erstaunlicherweise viele aus wirtschaftlichen oder gar "maskulinen" Gründen ein Auge zu, um das durchaus im deutschen Wirtschaftskreislauf von einigen Wenigen unserer Eliten gewünschte und "gewaschene Geld" der "Freier" im Sex-, Drogen- und Immobilienmarkt der Bundesrepublik doch wieder in unseren Banken und sonstigen dubiosen Unternehmen für "Investitionen" weiter verwerten zu können.

Die Clans und die Mafia sind nach meiner persönichen Meinung die insofern eigentlich typischste, gefährlichste und rechtsradikalste Organisation, die ich mir vorstellen kann, und ihre Mitglieder exponieren sich zu ihrer Tarnung eben deshalb auch oft noch als religiös und lebensweltlich extrem konservativ und pseudofamilienorientiert. Ich glaube den Rechten ihre "law and order"-Gesinnung schon deshalb nicht, weil sie sie nur pathetisch und populistisch auf Straftäter mit Migrationshintergrund beziehen, anstatt auch diejenigen hart zu bestrafen, die sich am "sozialen" Eigentum der ganzen Gesellschaft zu Unrecht bereichern.

Wer bei Migration immer nur an dessen Missbrauch denkt, der begreift vor allem nicht, dass die Mehrheit der Menschen, die in Deutschland leben, ob sie deutsch, noch nicht deutsch, nicht deutsch oder gar staatenlos sind, eben nicht zu den "Verbrechern", den Egoisten und Egomanen nach eigenem Gesetz, gehören, wenngleich man in den Situationen von Armut und Not oft natürlich allzu leicht auch auf die "schiefe Bahn" kommen kann, weil man sich ja auf einer solchen bereits "kulturell und sozial" eh immer wieder befindet.

Der Wohlstand ist auch ein Problem der "Dichtigkeit" seiner Entstehung und seiner Nutzung. Gerade in den industrialisierten Ländern wird der Wohlstand oft auf einem sehr dichten Raum erwirtschaftet und von den dort Lebenden gegenüber der "Dritten Welt" privilegiert erlebt und genossen.

Solche Vorteile gegenüber dem Leben in den ärmeren Staaten der restlichen Welt genieße ich selbst als deutscher Bürger doch schon strukturell ohne eigenes Zutun oder gar "Schuld", und selbst wenn ich es anders wollte, was ich zumindest kurzfristig in all seinen auch für mich dann persönlich eher harten Konsequenzen nicht will, kann ich in Deutschland auch auf Dauer nicht "vollständig gerecht" leben.

Während die armen Dichtigkeitszentren ein Ort der Entbehrung, des Hungers, des Durstes, der Krankheit und der Wohnungsnot sind, wie in die Mega-Metropolen und Agglomerationen der Armut à la Mexico City, Lagos, Colombo, Dhaka, Kalkutta oder Rio mit ihren jeweilig stark ausgeprägten Slums, leiden hingegen unsere dichten Wohlstandsstädte von New York über Paris, London oder Berlin auf "hohem Leidensniveau" oft mehr - trotz ihrer Dichte - vor allem "nur" unter ihrer gewissen Naturferne.

Die reichen Länder wie die armen Länder nach Bruttoinlandsprodukt pro Kopf sind den Meisten längst bekannt und sie werden immer auch gerne statistisch ausgewiesen:

Länder_nach_Bruttoinlandsprodukt_BiP pro_Kopf.

"Insgesamt lebten 2017 weltweit 695 Millionen Menschen von weniger als 1,90 Dollar pro Tag und damit in absoluter Armut, was 9,3 % der Weltbevölkerung waren. Von weniger als 3,20 Dollar lebten 1821 Millionen Menschen (1,82 Mrd. = 24,3 % der Weltbevölkerung) und 3269 Millionen (3,269 Mrd. = 43,5 % der Weltbevölkerung) Personen lebten von weniger als 5,50 Dollar pro Tag." (Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Armutsquote)

Corona und der Klimawandel haben die Armut noch einmal dramatisch verschärft.

Inzwischen haben aber auch manch deutsche Städte, wie zum Beispiel Dortmund, Duisburg, Bottrop oder Oberhausen ein nachgewiesen höheres Armutsrisiko, wenn auch nicht auf einem solch niedrigen Niveau. Und die Armen in ganz Europa stehen inzwischen aktuell auch unter dem besonderen Druck der in dieser Region gewachsenen kriegerischen Konflikte, vom Balkan bis hinein in die Ukraine.

Noch interessanter indes als das allgemeine und längst bekannte Armutsrisiko im internationalen Stadt- und Landvergleich ist die Dichte der Erwirtschaftung des Bruttosozialproduktes in der Fläche. Also das BiP nach Quadratkilometern (wenn auch hier nur mit relativ älteren Zahlen):

Länder BiP nach Quadratkilometern


Lässt man so weltweite Sondersituationen wie Hongkong, Süd-Korea oder Singapur einmal unberücksichtigt, dann zeigt sich gerade in Europa, dass vor allem in dessen Westen und Mitte der Wohlstand sehr dicht erworben wird. Also böte sich insofern eigentlich eine räumliche Entspannung und Entzerrung der Entstehung des Wohlstandes in "Wohlstandsgesellschaften" an, wie diese z.B. in den Niederlanden (besonders auffällig mit 9,83 Mio Dollar pro Quadratkilometer), Deutschland (mit immerhin auch schon 5,78 Mio Dollar pro Quadratkilometer) oder Großbritannien (mit ebensoviel Millionen Dollar BiP pro Quadratkilometer wie Deutschland) entsprechend industrialisiert existieren.

Statt also dort durch weiteren Zuzug oder Zuwanderung die Räume auf Dauer noch enger zu verdichten sollten wir gerade die Chance nutzen, die Wertschöpfung auch geographisch besser und gerechter über den Globus zu verteilen. Die reichen Japaner jammern zu recht inzwischen über die extreme Dichte allen wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Treibens dort, weil sich nach der obigen Statistik auf einem Quadratkilometer 8,98 Millionen Dollar BiP konzentrieren. Frankreich und die USA, ebenfalls sehr reiche Länder, hätten da räumlich aufgrund der relativ geringeren Dichte der Wohlstandsentstehung flächenmäßig mehr zu bieten. Aber an eine einfache ökonomische und soziale "Entdichtung" ist hier auch gar nicht so vereinfachend und primitiv gedacht.

Es geht vielmehr darum die Wohlstandsentstehung insgesamt stärker auf dem Globus zu verteilen, ohne deshalb Naturgebiete noch stärker zu belasten. Das Allheilmittel scheint aktuell zum Beispiel die auch teilweise fragwürdige Erwirtschaftung in der "Wüste" zu sein (Ist die Wüste selbst nicht vielleicht auch ein durchaus schützenswertes Biotop?), weil dort ja keine Weltwasserspeicher und Weltlungen (also Regenwälder) zerstört würden. Und tatsächlich spricht etwas dafür vor allem die Wüstenanrainer-Staaten in Afrika, Asien oder Südamerika, die anders als die Scheichtümer oft eher sehr arm weil gleichzeitig auch noch bevölkerungsreich sind, auf Dauer stärker an diesen neuen Quellen des Wohlstandes zu beteiligen, und somit für ein wenig mehr regionale und gleichzeitig globale Differenzierung und Gerechtigkeit in der Welt zu sorgen. Dies wäre die beste vorbeugende Maßnahme gegen Menschenhandel, Tote im Mittelmeer, Hungersnöte und Seuchen in Gegenden, an die der Norden und Westen immer nur rührselig um die Weihnachtszeit herum denkt.

Der Wohlstand wirkt aber eben nun einmal wie ein Magnet. Für die Ökologie wäre es sicher vernünftiger, wenn die Wohlstandsentstehung auch räumlich besser auf der Welt verteilt wäre, und genau dafür braucht es eben völlig neue Ideen der Produktion und der Verteilung von Gütern. Es hat sich unter uns "Weltbürgern" merkwürdigerweise immer noch nicht herumgesprochen, dass Wohlstand bildet, und ohne deutlich gebildetere und "wissendere" Weltbürger wird die notwendige Trendwende nicht zu erreichen sein. Man mag über die Idee den Wasserstoff der Zukunft für Europa in Afrika zu produzieren irgendwie schmunzeln oder gar verwirrt sein, auch weil man da wieder eine neue Ausbeutung von Rohstoffen in der Dritten Welt verknüpft mit der Korruption unter den dortigen Eliten vermutet, aber gerade die Sonne, die oft die Armen plagt, könnte jetzt auch deren Eintrittskarte für das große Konzert einer neuen faireren und gerechteren Weltwirtschaft sein. Zudem müsste selbst der Begriff des positiv monetär wachsenden Bruttoinlandsproduktes als Maßstab für die Entstehung und zur Messung von Wohlstand noch einmal sehr grundsätzlich volkswirtschaftlich, kulturell und ökologisch überdacht werden.

Besonders kreativ sollten wir aber darüber hinaus auch im gemeinsamen Interesse auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt werden, indem wir "zusammen", also Einheimische, wie die Eingewanderten, aber eben auch zeitweilig zu uns geflohene Menschen völlig neue Tätigkeiten, Berufe und Beschäftigungsfelder erfinden, insbesondere dann, wenn wir durch sie die Lebensqualität für uns alle in diversen Bereichen steigern könnten, z.B. durch das Lernen von der "Intelligenz" der Natur, das Ersinnen noch leistungsfähigerer Techniken und Maschinen, durch die humane Nutzung neuer Formen künstlicher Intelligenz, oder sei es auch nur durch völlig andere Formen des Eigentums, des Besitzes, der Teilhabe an Entscheidungen und der Verbesserung der physischen Mobilität, ohne zugleich diverse Schadstoffe in die Welt hinaus zu pusten. Dieser Grundansatz aus dem Wohlstandsdenken heraus kulturell erwachsen, der gehört es zusammen mit dem Modell der politischen Demokratie weltweit verbreitet zu werden; jedoch das Motto: "Die Welt soll genesen, am deutschen Wesen" das sich inzwischen auch die Grünen von den Konservativen abgeluchst haben, das führt leider konsequent, weil die Welt weiter spaltend und trennend, in die Irre. Demut des "Westens" ist bei einer Neuordnung der Welt angesagt, und dabei ist unsere so selbstgefällige möglichst nur sich selbst darstellende Außenministerin und Drohnenqueen Baerbock leider nach wie vor die falsche Stellenbesetzung.

Es ist eben unsere genuine humane Aufgabe, die Produktivität in der Schaffung von Werten als Voraussetzung für weiteren Wohlstand ohne weitere "Kollateralschäden" gemeinsam zu erschließen und zu verbessern.

Wenn wir uns dann in der Zukunft am Ende vielleicht sogar mit weniger zwanghafter und uninteressanter Arbeit völlig neue Formen der technischen, handwerklichen, kulturellen, künstlerischen und sozialen Wertschöpfung ausgedacht haben und gemeinsam erschließen können, wird uns wiederum gegenseitig geholfen sein, indem wir Wohlstand weniger als ein Mengengerüst als vielmehr als eine qualitative Kategorie des Lebens begreifen. Und ganz nebenbei, all das findet ja gerade bereits auch in den entwickelteren Ländern bei einer deutlichen Mehrheit der sich dessen bewußten vor allem jüngeren Menschen mit ihrer "start-up"-Mentalität schon statt. Und genau darin liegt auch die positive Hoffnung für die Welt, die in der aktuellen Weltkrisenstimmung für die Lösung der gravierenden Probleme so wichtig wäre. "Start-Up" heißt für mich aber eben nicht der Mega-Hype in Form einer reinen Aktien-Hausse à-la-Musk mit ihrem schon schnell danach möglichen Fall; sondern hören wir doch einfach erst einmal geduldig nur den einfallsreichen jungen Leuten zu, die oftmals auch nur versteckt und vereinzelt in Laboren und Garagen darüber nachdenken, wie man das Leben gerade auch durch kleinere Ideen oder "einfach" gestrickte Hacks und Lösungen für alle verbessern kann.

Man kann den "Fachkräftemangel" auch dadurch beheben, indem man häufig unnötige und vielfach menschenunwürdige Arbeit - vor allem dann wenn sie fließbandartig gestaltet ist und bei der der Mensch bisher oft nur Anhängsel der Maschine war - so weit wie möglich reduziert - und man am Ende solch unnötige Tätigkeiten mit Hilfe neuer Maschinen und Robotergenerationen möglichst sogar ganz abschafft.

Menschen, die dadurch "frei"gesetzt werden, kann man aber nur dann auf die gemeinsame Reise dorthin mitnehmen, wenn man für sie völlig neue Aufgaben im kulturellen, wissenschaftlichen, künstlerischen, sportlichen oder sozialen Bereich schafft, und insofern für sie auch wirklich erweiterte vielfältige Handlungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnet.

Vielfach hat man den Eindruck gewinnen können, dass neben den gut bezahlten Topkräften, die man mit Einbürgerungsangeboten zu ködern versucht, eigentlich ansonsten oft nur noch Menschen von außen gesucht werden, die Aufgaben übernehmen, für die sich viele Deutsche inzwischen "zu Schade" sind, und die dazu auch noch sehr oft schlecht bezahlt werden. Es entstehen so die typischen indirekten Sklavenkulturen einer Parallelwelt, und dann wundern sich viele Menschen, dass in den damit verknüpften Wohn-Ghettos so etwas wie eine gefährliche soziale Schieflage mit einem hohen Kriminalitätsanteil entsteht. Und wir kennen doch mit "equal-pay" und einem akzeptablen Mindestlohn längst das Gegengift und Instrumentarium gegen den Mißbrauch der Billigarbeit auf der Welt. Wer die Vermeidung von Kinderarbeit immer noch nicht als das wichtigste Instrument zur Vermeidung von Welthunger und durch mangelnde Hygiene verursachte Pandemien begreift, der hat aktuell aber auch wirklich garnichts begriffen.

Die aktuelle Dreiklassengesellschaft auch in Deutschland zu vermeiden, mit Deutschen oben, Deutschen unten, und Migranten ganz unten, ist die eigentliche langfristige uns allen zugute kommende Integrationspolitik, die auf Dauer zu leisten ist, und nicht das primäre und kurzsichtige Feilschen um die Vergabe und den Erwerb von "Staatsbürgerschaften". Wer hier freiwillig seinen Platz gefunden hat, und sich selbst und die "Seinen" in seiner Familie durch einen eigenen Sozialbeitrag auch aktiv ernähren kann, der ist doch bereits Staatsbürger bei uns. Folglich sollte sie/er dafür auch so schnell wie möglich das garantierende Zertifikat in Form einer Einbürgerungsurkunde inklusive einer jeweilig zweiten Staatsbürgerschaft aus dem Herkunftsland erhalten, damit sie/er dann später auch wieder frei wählen kann, wo sie/er am Ende tatsächlich und auf Dauer leben möchte.

Anstatt zudem den arbeitenden Menschen, und dies gilt für Einheimische wie Migranten "an sich", in der aktuellen "Digitaleuphorie" auf Dauer immer mehr nur noch vor Bildschirmen und Scannern sitzen oder stehen zu lassen, und ihn von dessen ursprünglicher manchmal sogar sinnerfüllenderer Arbeit zu lösen, steht die Suche nach völlig neue Formen der mobileren, kreativeren, intelligenteren und flexibleren Lebensgestaltung vor uns; damit wir nicht alle immer mehr körperlich, seelisch und mental eher verkümmern. Die Chancen des Neuerfindens von Berufen und Tätigkeiten insofern sind schier grenzenlos. Und auch die aktuell für einige Menschen kaum vorstellbaren notwendigen finanziellen Potenziale hierzu sind an sich grundsätzlich längst vorhanden. Sie stecken u.a. gerade auch in den auf Dauer und schon aktuell oft völlig unnützen Rüstungsprodukten und den damit verbunden Ausgabenverschwendungen dafür, sowie den noch längst nicht erschlossenen Reserven bei der effizienteren und nachhaltigeren Nutzung der an sich unbegrenzten Angebote der Natur, wenn wir sie denn tasächlich wirklich klug und kreativ entwickeln, schöpfen bzw. nutzen.

International gerechtere Wohlstandsteilhabe bedeutet also eben genau dieses. Und bürden wir nicht weiterhin vor allem nur den MigrantInnen durch deren an sich konstruktive Wanderung in Form eines Aufbruchs und Neuanfangs auf dem Weg in eine zumindest für sie manchmal nur persönlich gerechtere Welt die alleinige Verantwortung für die schweren Lösungen für aktuelle Probleme auf? Wechsel und Wanderung, der damit einhergehende kulturelle Austausch und die letztlich damit verknüpfte Globalisierung der Menschheitsgeschichte hat uns historisch doch immer eher ein wenig klüger und erfolgreicher gemacht. Sprechen wir uns insofern nicht durch neue Grenzziehungen gegenseitig die Orte und die Kulturen ab, in denen wir uns jeweils wechselseitig lernend aufhalten dürfen? Ist eine allseitig befriedete Welt wirklich nur ein unerfüllbarer universaler und universeller romantischer Traum? Wer das "Schlechte" an sich für unvermeidbar, und das "Gute" an sich für unerfüllbar hält, der ist doch bereits schon vor seinem eigenen Tod gestorben. Da es weder das "nur" Schlechte noch das "nur" Gute in Migrationsbewegungen gibt, gilt es stattdessen diese "Berechtigungen" an einem bestimmten Ort zu arbeiten und zu leben weiterhin mutig und hoffnungsvoll stets neu und tolerant auszuhandeln.

Zeit ist Geld, doch Zeit ist noch viel mehr "Welt". Ich bin sicher, wenn man unter "normalen" BürgerInnen eine weltweite Umfrage machen würde, ob man statt 5 Tage mit 40 Stunden pro Woche (und viele Menschen auf der Welt arbeiten aktuell noch immer weit darüber hinaus) arbeiten solle, oder ob man stattdessen - indem man weltweit auf die gesamte Rüstungsmaschine verzichtete - nur noch 4 Tage pro Woche - mit vielleicht dann sogar nur noch 6 Stunden pro Tag - kreativ arbeiten sollte oder müsste, dann würde sich sicher sehr schnell eine Mehrheit für einen solch romantischen Vorschlag finden lassen.

Abrüstung und der freie Verkehr der Menschen über historisch überflüssig gewordene nationale Grenzen hinaus lässt sich auf Dauer nur realisieren und finanzieren durch noch mehr internationalen Austausch, den Ausbau der internationalen Arbeitsteilung und durch das damit auf Dauer verbundene wachsende gegenseitige Vertrauen. Auf diesem Weg ist man nun einmal gezwungen sowohl die "Guten" als auch die "Bösen" in Form von Gespräch und Verhandlung mitzunehmen; weil in Wirklichkeit kraft Geburt kein Mensch weder "gut" noch "böse" in die Welt getreten ist.

"Wandel durch Handel" ist zwar durch Putin in Verdacht geraten, aber diese Grundeinstellung ist und bleibt dennoch die einzige Lösung für die zukünftig wachsenden globalen Probleme. Es sind die "Doppel-Wumms"-Bürger, die jetzt aktuell mit ihren einfachen militärischen Aufrüstungslösungen die Oberhand gewonnen haben, und wir Pazifisten werden vorerst wohl als rein idealistische Träumer auf den Scheiterhaufen der Geschichte geworfen werden. Aber die Rückkehr zu Gespräch und Verständigung zwischen den Feinden ist auf Dauer historisch unumgänglich. Da bin ich mir sicher! Und ob die romantischen Alten wie ich dies noch erleben ist sekundär. Was geschehen soll, das geschieht nach Hegel eben doch, so wird auch das Vertrauen in die Vernunft auf Dauer überleben. Es bedarf dieses Vertrauens, das wir von diesem großen Philosophen geerbt haben sollten.

"An der Oberfläche balgen sich die Leidenschaften herum; das ist nicht die Wirklichkeit der Substanz. Das Zeitliche, Vergängliche existiert wohl, kann einem wohl Not genug machen, aber dessenungeachtet ist es keine wahrhafte Wirklichkeit, wie auch nicht die Partikularität des Subjekts, seine Wünsche, Neigungen. ... Im positiven Sinne der Zeit kann man daher sagen: Nur die Gegenwart ist, das Vor und Nach ist nicht; aber die konkrete Gegenwart ist das Resultat der Vergangenheit, und sie ist trächtig von der Zukunft." (https://www.thur.de/philo/hegel/hegel26.htm)

Die MigrantInnen, die EinwandererInnen, sind mutige Menschen, die auf die Zukunft vertrauen, weil sie so viel aufgeben, um auf ein "Neues" in der Zukunft zu hoffen. "Ungesund" ist dabei, wenn überhaupt, nur die Tatsache, dass die Gefahren der Migration eher von jungen Männern mehrheitlich alleine als auch von ihren verletzlicheren Familienmitgliedern überlebt und überwunden werden. Verantwortlich dafür ist aber nicht primär die Neu"Gier", dieser die Flucht "Überlebenden". Vielmehr sind wir, die Wohlhabenden, die indirekt kollektiven Täter bei der "Selektion" der Migranten, weil es meist nur diesen jungen Männern gelingt unsere Zäune, Fallen und Grenzen mit Gegenwehr und Gegenmacht zu überwinden. Die Selektion findet nicht mehr wie im Dritten Reich nur in den KZs dieser Welt statt. Die Grenzen der Welt sind selbst zur Rampe geworden, an denen sich die dauerhafte Chance des Überlebens entzweit und entscheidet.

Der Begriff "Einwanderer" ist zudem eigentlich albern, weil man in die Welt in Wirklichkeit gar nicht einwandern kann, sondern sich bereits mit der Geburt darin befindet. Weil man also ohne ursprünglich eigenen Willen nun einmal dorthin "geworfen" wurde, und das nennt man bekanntlich ein "Schicksal", ist letzteres eben nicht einfach nur passiv als "Mitmacher" zu ertragen, sondern als ein "Gestalter" aktiv zu fördern. Wir wurden von wem oder was auch immer geschickt, um für uns alle das aktuell jeweils beste daraus zu machen.

Migrieren wir also mit unseren Migranten zusammen dorthin.